Hyundai-Pilot Neuville in Führung auf Sardinien,Evans (Toyota) auf WM-Kurs
Das Hyundai-Duo Thierry Neuville und Adrien Fourmaux bestimmt bei der Rallye Sardinien den zweiten Tag und teilt die Ränge eins und zwei. WM-Leader Elfyn Evans befindet sich auf Kurs zum Fahrertitel.
Die Bestzeiten in beiden Durchfahrten der Tula-Etappe verhalfen Fourmaux am Freitagvormittag zur Führung. Ex-Weltmeister Neuville war am Nachmittag auf der abschließenden WP-Monti di Ala’-Sa Conchedda mit der schnellsten Fahrt 5,1 Sekunden schneller als Fourmaux und setzte sich mit gerade 0,4 Sekunden an die Spitze.
«Unser Reifenmanagement und die Reifenwahl haben sich ausgezahlt. Ich war zunächst in Versuchung, eine ähnliche Wahl wie Adrien zu treffen. Letztendlich entschied ich auf mein Gefühl und lag richtig», erläuterte Neuville nach der siebten Wertungsprüfung.
Fourmaux erklärte, er habe bei der letzten Prüfung zeitweise Sichtprobleme wegen des aufgewirbelten starken Staubes der Vorfahrer gehabt. Dies habe letztendlich dazu beigetragen habe, dass der Franzose die Führung noch habe abgeben müssen.
Knapp hinter den Hyundai-Piloten liegt Oliver Solberg. Der bestplatzierte Toyota-Fahrer muss beim WM-Finale maximal 35 Punkte holen, um noch Hoffnung zu haben, im Kampf um den Fahrertitel Elfyn Evans noch zu überholen.
Der Schwede gewann die erste Durchfahrt von Monte di Ala’ und fuhr am Nachmittag die zweitschnellste Zeit.
Solberg ist der einzige Toyota-Fahrer, der im Kampf um die Spitzenposition beim Saisonfinale noch mitmischen könnte. Der Monte Carlo-Sieger liegt 12,3 Sekunden hinter Neuville.
Die Hoffnungen von Pajari auf den Titelkampf erhielten auf der letzten WP einen Dämpfer, als der scheidende Weltmeister Sebastien Ogier ihn am Freitag auf der letzten Prüfung überholte und sich den vierten Platz sicherte.
«Insgesamt haben wir heute so ziemlich alles gegeben, was wir konnten», kommentierte Pajari, der 2,8 Sekunden hinter Ogier, aber bereits 40,2 Sekunden hinter der Neuville liegt. «Wir konnten haben Elfyn auf jeder einzelnen WP schlagen, das zeigt, wie entscheidend die Startposition ist».
Als «Straßenkehrer» auf dem Schotterterrainmit der vorderen Startposition benachteiligt liegt Evans weitere 28,7 Sekunden hinter Ogier auf Platz sechs. Der Walliser hat aber damit bereits viel erreicht, um seinen ersten WM-Fahrertitel zu holen. Der virtuelle Punktevorsprung beträgt 14 Punkte auf Solberg und 15 Zähler auf Pajari. «Morgen werden die entscheidenden Prüfungen gefahren», stellte Evans heraus, der am Samstag eine bessere Startposition nutzen kann.
Das M-Sport Ford-Duo Josh McErlean und Jon Armstrong liegt auf den Plätzen sieben und acht. McErlean verlor am Freitagvormittag Zeit, da er aus Sorge um den Reifenverschleiß eine härtere Reifenwahl als die Toyota- und Hyundai-Piloten getroffen hatte. Am Nachmittag konnte der Ire dank der gereinigten Strecke viel Zeit auf Evans gutmachen.
Armstrong entging bei der zweiten Durchfahrt durch Tula nur knapp einem schweren Unfall. Das Heck seines Puma hob hoch über eine Kuppe ab und ließ ihn mit einem spitzen Winkel mit der Fahrzeugfront voran landen.
Auf der letzten WP gelang Armstrong eine Temposteigerung und konnte Takamoto Katsuta (Toyota) zu überholen. Der Japaner hatte am Morgen einen Reifenschaden zu verzeichnen gehabt, der ihn viel Zeit kostete.
Der Lette Martins Sesks rundet mit dem dritten Ford Puma die Top 10 der Gesamtwertung ab, 13,7 Sekunden hinter Katsuta.
Hyundai-Teilzeitprogrammfahrer Dani Sordos erlebte einen schwierigen Tag und musste nach einem schweren Unfall in der letzten WP die Rallye aufgeben. In einer schnellen Linkskurve geriet der Spanier ins Untersteuern, kam von der Strecke ab, streifte ein Hindernis am Straßenrand und schleuderte in die Felsen auf der gegenüberliegenden Seite. Sardo und seine Beifahrerin Patricia Sáiz, die auf Sardinien ihr Rallye-WM-Debut gibt, blieben unverletzt, mussten die Rallye aber vor Ort aufgeben.
Gus Greensmith (Toyota) übernahm am Freitag auf der letzten WP die Führung in der WRC2-Kategorie, nachdem der frisch gekürte Europameister Teemu Suninen anhalten musste, um ein Rad an seinem Toyota zu wechseln. Weitere Zeit verlor Suninen, als er im Staub von Greensmith weit von der Ideallinie abkam und einen Baum streifte.
Skoda-Pilot Emil Lindholm und Pablo Sarrazin (Lancia) hätten vom Zwischenfall profitieren können, gerieten jedoch ebenfalls auf dem Monte di Ala’ in Schwierigkeiten und vielen fielen auf den dritten bzw. sechsten Platz zurück. Roope Korhonen (Toyota) ist nun Greensmiths engster Verfolger.
Ein schwerer Unfall beendete die Rallye von Fabio Schwarz und seinen spanischen Beifahrer Axel Coronado schon Freitagmorgen auf der Eröffnungsetappe. Schwarz stieg mit seinem Toyota Rally2 auf der Wertungsprüfung Tula–Erula in einem spektakulären Sprung hoch auf. Der Xaris landete hart mit der Nase voran.
Schwarz und Coronado kamen bei der harten Landung nicht unversehrt davon und wurden zu medizinischen Untersuchungen ins Krankenhaus gebracht.
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