Weltmeister Evans zögert: endlich die Startnummer «1» oder doch die «33»
Der Titel ist endlich da – doch bei der Startnummer herrscht noch Uneinigkeit. Elfyn Evans liebäugelt mit der vertrauten «33», Copilot Scott Martin will lieber die prestigeträchtige Nummer «1».
Fünfmal Vizemeister, fünfmal knapp am großen Ziel vorbei. Jetzt hat Elfyn Evans es endlich geschafft: Gemeinsam mit Copilot Scott Martin krönte sich der Waliser bei der Rallye Sardinien zum Rallye-Weltmeister 2026. Doch während der Titelgewinn noch nachwirkt, steht bereits die nächste Entscheidung an. Welche Startnummer wird den Werkswagen des Toyota-Duo 2027 zieren?
Die Antwort ist überraschend offen. Denn Evans und Martin sind sich keineswegs einig.
Eigentlich liegt die Sache auf der Hand: Der amtierende Weltmeister fährt in der folgenden Saison traditionell mit der Startnummer «1». Auch Sebastien Ogier und Vincent Landais traten 2026 mit dieser Nummer auf ihrem Toyota an, nachdem sie sich den WM-Titel 2025 gesichert hatten.
Doch Evans hadert mit dem Gedanken, seine angestammte Nummer aufzugeben.
«Wir diskutieren die Entscheidung noch», erklärte der 37-Jährige im Gespräch mit unserem Kollegen Reiner Kuhn. «Eigentlich würde ich die «33» bevorzugen, aber Scott ist von der Nummer «1« mehr angetan. Wir müssen das noch untereinander ausmachen».
Der Grund für Evans' Zögern ist nachvollziehbar: Die «33 » ist längst mehr als eine Zahl auf der Autotür. Sie ist sein Markenzeichen – und ein Stück seiner Motorsport-Identität. «Meine Startnummer ist über die Jahre hinweg zu einer Art Identität für mich geworden. Warum sollte der Titel daran etwas ändern?», begründete der Waliser seine Haltung.
Hinter der ungewöhnlichen Vorliebe steckt mehr als reine Gewohnheit. Dreht man die «33» um 180 Grad, lässt sie sich als «EE» lesen – die Initialen von Elfyn Evans. Die Zahl passt damit nicht nur zu seinem Namen, sondern ist auch eng mit seiner Karriere verbunden.
Ein Wechsel zur Nummer «1» wäre die standesgemäße Krönung seiner ersten Weltmeisterschaft. Gleichzeitig müsste Evans dafür ein Erkennungszeichen aufgeben, das ihn seit Jahren begleitet.
Auch Kalle Rovanperä, Rallye-Weltmeister der Jahre 2022 und 2023 verzichtete auf die prestigeträchtige Startnummer «1» und fuhr mit seiner «69» weiter. Nicht ungewöhnlich, seit der Champion eine Wahl hat.
Ein vergleichbares Beispiel liefert Motorrad-Legende Valentino Rossi: Seine «46» wurde zu einer der bekanntesten Startnummern des Motorsports. Rossi machte sie zum persönlichen Markenzeichen und gewann damit neun WM-Titel in verschiedenen Motorradklassen.
Während die Startnummer noch für Gesprächsstoff sorgt, läuft längst die Vorbereitung auf die Saison 2027. Nach einem ersten Kennenlernen im Frühjahr und weiteren Tests im Sommer saß Evans vergangene Woche in Portugal am Steuer des neuen Toyota-Testwagens nach dem künftigen WRC27-Reglement. Mit dem Regelwechsel steht die Rallye-WM vor einer neuen technischen Ära.
Zuvor wartet auf den frisch gekrönten Weltmeister allerdings noch ein besonderer Termin: In seiner walisischen Heimatstadt Dolgellau wird sein historischer Triumph gefeiert. Klar ist dabei nur eines: die Weltmeister Evans und Martin werden sich aufs Feiern konzentrieren. Eine Entscheidung über die künftige Startnummer dürfte aber nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen.
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