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Rallye Schweden: Was wir daraus gelernt haben

Risiko wird manchmal belohnt. Die Fahrer muckten auf. Und wenn man kein Glück hat, kommt meist auch noch Pech hinzu.

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Entwickelt sich zum gefährlichen Gegner von Dauersieger Sébastien Ogier – Hyundai-Pilot Hayden Paddon
Entwickelt sich zum gefährlichen Gegner von Dauersieger Sébastien Ogier – Hyundai-Pilot Hayden Paddon
Foto: Hyundai Motorsport
Entwickelt sich zum gefährlichen Gegner von Dauersieger Sébastien Ogier – Hyundai-Pilot Hayden Paddon
© Hyundai Motorsport

1. Der Veranstalter pokerte hoch – und gewann den Jackpot

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Anfang letzter Woche hätte kaum ein Nicht-Schwede darauf gewettet, dass die Rallye überhaupt durchgeführt werden kann. Noch während des für die Topfahrer auf Mittwoch und Donnerstag verschobenen Trainings sah es danach aus, als würde die einzige Schnee-Rallye im WM-Kalender im Matsch versinken.

Eine Absage zu diesem Zeitpunkt hätte viel Geld gekostet. Die Durchführung auf nicht gefrorenen Pisten wegen der dramatischen Wegeschäden allerdings auch – der Veranstalter steckte in der Zwickmühle.

Rallyedirektor Glenn Olsson vertraute den Wetterfröschen, die zum Wochenende hin kältere Temperaturen und Schnee vorhersagten, und entschied sich zum Weitermachen. Das Risiko sollte sich auszahlen. Trotz der Absage von insgesamt neun Wertungsprüfungen kamen am Ende fast 70 Prozent der geplanten WP-Kilometer zusammen. Der wirtschaftliche Super-Gau war abgewendet.

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Und dann konnte Olsson praktisch zeitgleich mit der Zieldurchfahrt vermelden: Die Rallye Schweden bleibt für mindestens drei weitere Jahre WM-Lauf. Spekulationen um Schnee-Rallyes in Japan, Kanada oder Russland – die ohnehin jeder Substanz entbehrten – sind damit erst einmal vom Tisch.

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Aber Olsson muss jetzt Alternativen zur Region Karlstad präsentieren, die in den letzten Jahren immer häufiger unter Schneemangel litt. Sollte ihm das nicht gelingen und die Rallye erneut wetterbedingte Probleme haben, kann der WRC Promoter angeblich jederzeit aus dem Drei-Jahres-Vertrag aussteigen.

2. Fahrer und FIA gehen auf Konfrontationskurs

Sébastien Ogier und der Weltmotorsportverband FIA werden auf absehbare Zeit keine Freunde mehr. Zuletzt griff der dreimalige Weltmeister die Offiziellen an, weil sie per Regeländerung den Tabellenführer – also erfahrungsgemäß Ogier – inzwischen für zwei statt davor nur für eine Etappe zum Straßenfeger-Dienst verdonnerten.

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In Schweden versuchte der Franzose vergeblich, einen Fahrer-Streik anzuzetteln. Aus Protest gegen die Vorgehensweise der Offiziellen, sicherheitsrelevante Entscheidungen zu treffen, ohne die Aktiven zu hören.

FIA-Rallyedirektor Jarmo Mahonen blieb beim Standpunkt nach Funktionärshandbuch: Wir machen die Regeln, nicht die Fahrer. Prompt warf Ogier-Beifahrer Julien Ingrassia der Gegenseite unprofessionelles und unverantwortliches Handeln vor.

Tatsächlich fehlt in der Rallye-WM so etwas wie ein Fahrer-Vertreter. Ganz zu schweigen vom Mechanismus, diesen dann auch in Entscheidungen einzubinden. Hier besteht dringender Handlungsbedarf.

3. Ausrufezeichen von Hyundai

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Bei der Rallye Monte Carlo stand Hyundai-Pilot Thierry Neuville auch deswegen als Dritter auf dem Podium, weil die Konkurrenz noch mehr Probleme hatte. In Schweden setzte dessen Teamkollege Hayden Paddon Weltmeister Sébastien Ogier (Volkswagen) dagegen aus eigener Kraft unter Druck. Bei seinem ersten Start im 2016er i20 WRC wurde der Neuseeländer schließlich Zweiter.

Klar, Ogier musste mit dem Handicap der Startposition eins leben, vor allem am Samstagvormittag ein großer Nachteil. Aber im Gegensatz zum jetzt dreimaligen Schweden-Sieger Ogier ist Paddon nicht gerade der große Schnee-Spezialist. Er startete erst zum dritten Mal in Karlstad. Auch wenn es gegen Ogier nicht ganz reichte – die auf Schnee und Eis auch nicht gerade unerfahrenen Norweger Mads Östberg (Ford) und Andreas Mikkelsen (Volkswagen) hatte Paddon im Griff.

Thierry Neuville hatte nach der Rallye Monte Carlo gesagt: "Die schnellen Rallyes sollten unserem neuen Auto liegen." Diese Vorhersage traf in Schweden zu. Der Belgier selber hatte allerdings erneut Pech. Wie schon in Monte Carlo – dort allerdings erst wenige Kilometer vor dem Ziel – trat bei ihm ein Defekt im Antriebsstrang auf. Dieses Problem sollte Hyundai schnellstens in den Griff kriegen.

4. Latvala oder Meeke – wer wird "Pechvogel des Jahres"?

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Den Ausfall bei der Rallye Monte Carlo hatte sich Jari-Matti Latvala noch selbst zuzuschreiben (Unfallfolgen). In Schweden war er unschuldig. Eine gebrochene Antriebswelle degradierte seinen Volkswagen zum Hecktriebler. Grundsätzlich kann Latvala mit dieser Antriebsart perfekt umgehen. Großen Zeitverlust konnte aber auch er trotz vollem Einsatz nicht vermeiden. Eine beschädigte Radaufhängung wenig später war da beinahe schon logische Folge.

Nach zwei Rallyes der Saison 2016 hat Latvala genau null Punkte auf dem Konto. Sein teaminterner Hauptkonkurrent Sébastien Ogier bereits 56 – mehr geht nicht. Es müsste schon ein Wunder geschehen, sollte Latvala am Jahresende noch Titelchancen haben.

Nur Kris Meeke (Citroën) hat noch mehr Pech. Wieder wurde ihm ein Stein zum Verhängnis, den auch zahlreiche Konkurrenten zwischen die Räder nahmen – bei ihnen ohne Folgen. Und wieder war Meeke bis dahin schärfster Verfolger von Spitzenreiter Ogier. "Dasselbe Problem wie bei der Rallye Monte Carlo – das gibt’s doch gar nicht", fluchte der Nordire. Dass er mit reduziertem Programm ohnehin nicht um den Titel fährt, war da nur schwacher Trost.

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