Euro Moto Superbike
Marcel Schrötter (BMW): Sorgenfalten trotz überraschendem Geschenk in Assen
War das der berühmte Knoten, der nun geplatzt ist? Bei der Euro Moto Superbike in Assen kassierte der Niederländer vom Team Apreco alles, was dieser Tage im Angebot war.
In Sachen Timing machte Twan Smits vom Team Apreco bei der Euro Moto in Assen keiner was vor. Bei nur noch wenigen Sekunde Trainingszeit in der Superpole 2 huschte der Niederländer auf den letzten Drücker nochmals durch und kam gut 1,5 Minuten später mit der Pole-Position nach Hause in seine Box. «Ja, am Ende war es eine gute Runde», meinte er im Anschluss auch wenig überrascht. Immerhin war es seine erste Pole seit seinem Aufstieg in die Euro Moto Superbike und das noch beim Heimrennen. Könnte schlimmer kommen.
In den ersten Sessions hatte er es noch mit Markus Reiterberger zu tun und kam erst am zweiten Tag ordentlich in Fahrt. «Ich habe anfangs soviel blödes Zeug gemacht», beschrieb er seinen Start ins Wochenende. «Am Ende habe ich es dann doch noch wirklich gut hingekriegt. Zuhause die Pole Position, das bedeutet mir sehr viel. Wenn man bedenkt, wo wir letztes Jahr um die Zeit standen, ist es jetzt komplett andersherum. Damals hätte ich niemals von dieser Position zu träumen gewagt. Deswegen bin ich sehr dankbar.»
Über seine Pace im Rennen und die Haltbarkeit der Reifen über die Distanz machte sich der Yamaha-Pilot keine Gedanken. Ein wenig Sorgen bereitete ihm seine Hand, die er sich in Oschersleben beim durch seinen eigenen Motorplatzer verursachten Sturz ein wenig lädiert hatte. Aber auch das sollte am nächsten Tag schon Schnee von gestern sein. Denn auch wenn Lukas Tulovic und im zweiten Rennen vor allem Markus Reiterberger ordentlich Druck auf den Niederländer ausübten, ließ sich dieser nicht aus dem Konzept bringen und kassierte beide Siege ein.
«Es ist schwer», meinte er nach Sieg Nummer 1, «dafür Worte zu finden. Ich bin sprachlos. Es war eine wirklich lange Reise bis hierhin. Vor 1,5 Jahren haben wir dieses Projekt gestartet und selbst gestern konnte ich mir nicht vorstellen, hier zu gewinnen. Danke an Yamaha, dass sie an mich geglaubt haben. Und dem Team Apreco, die mich bei allem unterstützen.»
In Rennen 2 kam ihm Markus Reiterberger ordentlich nahe, doch der Bayer verpatzte sich die Chance, den Niederländer noch vom Thron zu schubsen, selber. «Es war wirklich ein Traum-Wochenende», versicherte dann auch der Doppelsieger. «Die Pole und zwei Siege, was kann man mehr wollen. Einfach unglaublich. Die WM-Wildcard zu Beginn des Jahres hat sehr dabei geholfen. Das zweite Rennen war ziemlich schwierig. Ich hatte von Anfang an zu kämpfen, aber den anderen ging es ähnlich.»
Wenn es nach der Balance of Performance-Regel geht, dürfte Smits auf dem Nürburgring nochmals in dieser Motorrad-Konfiguration fahren. Yamaha hatte sich in den letzten Jahren ein wenig schwer getan gegen BMW, Honda und Ducati und bekam deshalb in diesem Jahr wie schon im letzten die meisten Concession-Punkte zugeteilt. Sollte Smits am Nürburgring nochmal so angasen, wird er wohl das eine oder andere Teil an seiner Yamaha wieder hergeben müssen.
Newsletter
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach
Die aktuellsten News rund um die Uhr, von Experten analysiert und kommentiert und exklusive Einblicke hinter die Kulissen. Hier schreiben Fans für Fans.