Wurde Lando Norris der Madring-Sieg gestohlen? GP-Experte will neue Lösung
Selbst Madring-Sieger und WM-Leader Kimi Antonelli gab zu: «Lando Norris hätte hier gewinnen müssen.» Unglückliches Timing bei virtueller Safety Car-Phase hat das verhindert. Braucht es Änderungen?
Der Italiener Kimi Antonelli und auch Weltmeister Max Verstappen sagten nach dem ereignisarmen Spanien-GP: «Lando Norris war auf dem Madring der schnellste Mann und hätte dieses Rennen gewinnen müssen.»
Leider kam eine virtuelle Safety Car-Phase für den Engländer aber zum dümmsten Moment. Der langjährige Formel-1-Fahrer Martin Brundle (67) sagt in seiner Nachbetrachtung des Spanien-GP für die britische Sky: «Norris war vorne weg geflogen und wirkte sehr souverän. Doch als Lance Stroll seinen Aston Martin beim Bremsen aus der Kontrolle verlor und in einer der wenigen und kurzen Auslaufzonen strandete, schien es ziemlich sicher, dass ein virtuelles Safety-Car zur Bergung kommen würde.»
«Norris näherte sich schnell der Boxeneinfahrt, doch das Team wollte ihn nicht nur auf die blosse Möglichkeit eines Safety-Cars an die Box holen – angesichts dessen, wie schwer es auf dem Madring ist, selbst deutlich langsamere Fahrzeuge zu überholen.»
«Gerade als die Rennleitung den VSC-Befehl gab, hatte Norris die Boxeneinfahrt passiert. Doch sein Vorsprung betrug über vier Sekunden – und entscheidend nun war: Mercedes hatte genug Zeit, Antonelli an die Box zu holen.»
«Dann hatte Norris nochmals Pech. Es ging auf Grün und volle Renngeschwindigkeit, als Lando zwei Kurven vor der Boxengassen-Einfahrt war, und er musste anschliessend die gesamte Boxengasse durchqueren, während seine Hauptkonkurrenten schon wieder mit Vollgas unterwegs waren. Und um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, servierte McLaren ihm einen Sieben-Sekunden-Boxenstopp statt der üblichen zwei Sekunden.»
«Nun stellt sich die Frage: Sollte ein Fahrer ein Rennen verlieren, nur weil ein anderer Fahrer einen Fehler gemacht hat oder ein technischer Defekt aufgetreten ist?»
«Ich glaube: Im Laufe einer Saison – oder gar einer ganzen Karriere – gleicht sich Glück und Pech in den Rennen aus, doch am Sonntag nach dem Madring-GP fühlte es sich eher wie ein Raub an.»
«In einigen Rennserien wird bei solchen Situationen die Boxengasse vorübergehend geschlossen – abgesehen von Notfallreparaturen oder dem Nachfüllen von Kraftstoff in Notfällen, sofern dies vorgesehen ist. Allerdings kann es dabei in der Boxengasse schnell unübersichtlich und eng zugehen, und auch hier sind die Bedingungen nicht für alle gleich.»
«Eine Lösung bestünde darin, sicherzustellen, dass eine VSC-Phase mindestens eine volle Runde lang für das gesamte Teilnehmerfeld andauert; dies würde für mehr Fairness sorgen. Allerdings geht dadurch natürlich Zeit für Renn-Action unter grüner Flagge und bei vollem Tempo verloren.»
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