Dakar: Wirbel wegen Honda – KTM auf der Siegerstrasse

Von Günther Wiesinger
Dakar Moto

Obwohl der Zweitplatzierte Paul Goncalves weit zurückfiel, gibt sich Honda bei der Rallye Dakar noch nicht geschlagen. Aber Red Bull-KTM-Pilot Toby Price führt jetzt überlegen. Komisch: Goncalves taucht an 3. Stelle auf.

Die zweite Marathon-Etappe der Rallye Dakar hat zu einem Umsturz im Gesamtklassement geführt und unter Beweise gestellt, wie extrem hart die Bedingungen bei diesem Langstrecken-Wettbewerb sein können.

Die neunte Etappe in Fiambalá zwang die Funktionäre, die Etappe bei der CP2 abzubrechen. Denn die Temperaturen in den Dünen von Fiambalá erreichten 45 Grad und mehr.

Veranstalter ASO bezeichnete die Bedingungen als «unfit for racing» und verlegte das Ziel zum Checkpoint 2. Die Fahrer wurden direkt ins Marathon-Biwak geschickt, wo keine mechanische Hilfe an den Motorrädern erlaubt ist.

Paulo Goncalves (Honda), vor der neunten Etappe 2:08 min hinter Leader Toby Price (KTM) erlebte einen Tag voll Drama. Er bekam ernsthafte technische Probleme, sein Motor überhitzte nach einem Leck am Kühler, der vom einem Zweig eines Astes verursacht worden sein soll.

Wenige Kilometer später blieb sein Motorrad – jetzt ohne Kühlung – stehen. Teamkollege Paolo Ceci schleppte ihn zum Biwak, wo der Schaden am Motor repariert werden soll.

Aber weder Paulo Goncalves noch das Team HRC (die Japaner sprachen von einem «Inferno») wollen bei der 2016-Ausgabe der Rallye Dakar das Handtuch werfen. Und die Teamkollegen Michael Metge, Ricky Brabec und Paolo Ceci werden jetzt alles in ihrer Macht Stehende tun tun, um dem Portugiesen in den restlichen Etappen noch zum bestmöglichen Resultat zu verhelfen.

Aber nach der Dienstag-Etappe war keine Unterstützung der Teammechaniker erlaubt, weil es sich um eine Marathon-Etappe handelte.

Die Resultate waren selbst um 22 Uhr Ortszeit (5 Stunden Unterschied zu Mitteleuropa) noch nicht offiziell. Aber offenbar ist gestern bei der Dakar eine Vorentscheidung zugunsten von KTM gefallen.

«Die Annullierung ist anscheinend nicht in dem Ausmass passiert, wie es am Nachmittag einmal diskutiert worden ist», schilderte KTM-Sportmanager Heinz Kinigadner gegenüber SPEEDWEEK.com um ca. 22 Uhr Ortszeit. «Anscheinend lassen sie jetzt die ersten zwölf Fahrer bis 30 km vor dem Ziel der CP2 in der Wertung. Aber als wir ins Hotel zurückfuhren, gab es noch immer kein offizielles Ergebnis. Wo Goncalves jetzt platziert ist und wie er jetzt weitertut, ist zwar interessant. Aber ich glaube nicht, dass er jetzt noch irgendwo eine Chance hat, uns gefährlich werden zu können. Meine Prognose vom Montag hat sich bewahrheitet... Toby Price ist der stärkste und schnellste Fahrer hier.»

Aber KTM hat trotzdem Sorgen. «Es läuft gut. Aber natürlich haben wir jetzt einen viel schlechteren Reifen drauf beim Toby und denen, die durchgefahren sind als jene Fahrer, die die Etappe abgebrochen haben. Unsere Fahrer sind bis zum Ende Vollgas gefahren. Da es eine Marathon-Etappe war, durfte nachher nichts gewechselt werden.»

Das stundenlange Warten auf die offiziellen Ergebnisse zermürbte die Beteiligten. «Das war den ganzen Tag richtig zum Kotzen», ärgerte sich der Tiroler KTM-Sportmanager.

Und zu später Stunde wurden endlich doch noch die offiziellen Resultate auf den Tisch gelegt. «Surprise, surprise. Goncalves ist jetzt Dritter», wunderte sich Kinigadner nach dem Eintreffen im Hotel. «Er war bis dahin auf keiner Ergebnisliste drauf, es hat keiner was dazu sagen können. Marc Coma von der ASO war heute nicht im Biwak, er ist im Biwak der Motorradfahrer geblieben, weil er sich die Diskussionen ersparen hat wollen. Diese Ergebnisse werden sich einige Fahrer und Teams nicht gefallen lassen. Diese Situation wird noch zu hitzigen Situationen führen. Das ist jetzt alles ganz komisch...»

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