5000-km-Reise nach Astana: Die FIM kümmert das nicht

Von Jan Sievers
Eisspeedway-GP
Astana, die Hauptstadt Kasachstans

Astana, die Hauptstadt Kasachstans

Über 4500 km trennen die deutsche und die kasachische Hauptstadt voneinander. Wer mit dem Auto die Strecke nach Astana auf sich nehmen will, muss schon Eisspeedway-Fahrer sein.

Von Berlin nach Astana zu kommen ist ein Kinderspiel. Man steigt in den Flieger nach Moskau, muss dort nach zweieinhalb Stunden Flugzeit den Vogel wechseln und ist in weiteren dreieinhalb Stunden mitten in der kasachischen Steppe und Hauptstadt des achtgrößten Landes der Welt – in Astana. Noch besser, wenn man in Frankfurt wohnt: Aus der Main-Metropole gibt es einen Direktflug.

Blöd nur, wenn man Eisspeedway-Fahrer ist und dort um die Weltmeisterschaft kämpfen will. Dazu braucht man mindestens ein Motorrad und muss dieses im Auto hinkarren. Um das Material mit dem Flugzeug oder irgendwie anders nach Kasachstan zu bringen, fehlt im Eisspeedway-Sport das Geld. Da den GP-Sieger lediglich 1750 Euro locken, braucht man selbst bei guten Sponsoren gar nicht erst über Alternativen nachdenken.

In den letzten drei Jahren wurde von der FIM ein Sammeltransport organisiert, alle Bikes wurden in Russland auf einen Anhänger verladen und per Lkw nach Kasachstan gebracht. Damals fand der GP noch in Almaty, unweit zur Grenze Kirgisistans statt, weitere 1200 km von Astana entfernt. In diesem Jahr muss jeder selbst zusehen, wie das Material nach Kasachstan kommt.

«Das ist absolut schlecht, es ist ein unwahrscheinlich langer Weg», sagte Hans Weber zu SPEEDWEEK.com. «Über 5000 km in einem Schwung zu fahren, ist schon happig. Wir hatten uns Alternativen überlegt, wie mit der Transsibirischen Eisenbahn zu fahren, doch dort gibt es keine Autozüge. Bis Moskau kann man schnell mal fahren, doch der Weg nach Astana ist mehr als das Doppelte.»

Franz Zorn sieht nicht nur Nachteile in der eigenen Anreise.«Es wird auf jeden Fall ein extremer Trip. Schade, dass man keinen Sammeltransport wie in den letzten Jahren organisiert hat», kritisierte Österreichs Eisspeedway-Star. «Astana muss man auch sagen, ist nicht ganz so weit weg wie Almaty in den Vorjahren, es hat auch Vorteile, wenn man seinen eigenen Transporter vor Ort beim Rennen hat. Die Location in der kasachischen Hauptstadt wird sicher ein Traum sein, ich freue mich schon. Die Anreise nach Astana ist für mich Nebensache, viel mehr sollten sich einige Gedanken machen, wie man alles finanzieren soll. Vor drei Jahren wurde das Preisgeld für den GP-Sieger von 2250 auf gerade mal 1750 Euro gekürzt. Kilometergeld für die Anreise gibt es auch nicht.»

Bereits mit dem Auto in Astana war Harald Simon. Im vergangenen Jahr nahm der Waldviertler als Einziger die Strecke nach Almaty im eigenen Gefährt in Angriff und fuhr dabei durch die kasachische Hauptstadt. Die Hintour war verglichen mit dem Weg zurück ein Kinderspiel. Durch meterhohe Schneeverwehungen blieb der Österreicher insgesamt zwei Tage auf der gesperrten Autobahn stecken und verpasste dadurch beinahe das nächste Rennen.

Für Günther Bauer ist die Anreise am bequemsten: Sein Material ist bereits in Russland und wird von GP-Kollege Sergej Karachintsev nach Astana transportiert. Der Bayer fliegt über Moskau nach Kasachstan.

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