Sebastian Vettel vor Kanada-GP: «Ich war Passagier»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Sebastian Vettel nach seiner Pole-Position

Sebastian Vettel nach seiner Pole-Position

​14 Punkte beträgt der Rückstand von Ferrari-Star Sebastian Vettel auf Weltmeister Lewis Hamilton. In Kanada kann Vettel das Bild ein wenig korrigieren: Er startet von Pole-Position, Lewis ist nur Vierter.

Jetzt oder nie: Sebastian Vettel kann drei Startplätze vor seinem WM-Rivalen Lewis Hamilton in den Kanada-GP gehen, das ist eine hervorragende Ausgangslage, um am Vorsprung Hamiltons in Höhe von vierzehn Punkten zu knabbern. Und auch eine gute Chance, den ersten Ferrari-Sieg in Montreal seit Michael Schumacher 2004 einzufahren!

Vettel nach seiner 54. Formel-1-Pole: «Ich bin so froh, dass es am Samstag gut gelaufen ist, denn am Freitag war ich nur ein Passagier. Das ist auf einer Piste wie Montreal kein angenehmes Gefühl! Heute hatte ich wieder den Eindruck – ich fahre mit dem Auto und nicht umgekehrt. Wir haben sehr viel am Wagen gearbeitet, und diese Plackerei hat sich bezahlt gemacht, grosses Kompliment an mein ganzes Team.»

«Die Strecke ist auch immer besser geworden, das hat auch zum guten Fahrgefühl beigetragen. Zum Schluss habe ich ein wenig zu viel gewollt, ich habe den Reifen zu viel abverlangt, zum Glück hat es aber gereicht. Ich hatte einen Zacker in Kurve 8, vielleicht lag das an den Windverhältnissen, das spürst du im Wagen sehr markant. Auch die Beschleunigung aus der Haarnadel war nicht ideal. Ich versuchte auch, von Kimi einen Windschatten zu erhalten, aber das hat auch nicht gut funktioniert.»

«Von den drei Top-Teams haben Mercedes, Ferrari und Red Bull Racing alle Renner ihre eigenen Stärken. Jeder der sechs Fahrer dieser Rennställe kann gewinnen. Ich glaube aber auch an die Maxime – je weiter vorne du startest, desto besser sind deine Chancen.»

«Montreal sind berüchtigt lange Rennen, in welchen viel passieren kann, von daher bin ich auf alles gefasst. Die Pole-Position hat mich umso mehr gefreut, weil Ferrari in Montreal immer ganz besonders warmherzig empfangen wird. Wegen Gilles Villeneuve ist Ferrari in Kanada eine Riesennummer, es ist immer schön zu spüren, welche Unterstützung wir hier erhalten. Das ist nur noch mit Italien zu vergleichen.»

«Ich glaube fest daran, dass wir eine gute Chance haben, dieses Rennen zu gewinnen. Wir haben die Pole-Position nicht im Casino gewonnen, wir haben uns das erarbeitet. Ich traue uns zu, dass wir im Rennen ebenso stark sein können.»

«Lewis Hamilton hat heute wohl einfach nicht den besten Tag erwischt, den habe ich am Freitag kassiert. Das ist mir lieber so als umgekehrt! Aber ich backe kleine Brötchen – Punkte gibt es erst am Sonntag.»

«Wie sehr sich Red Bull Racing da einmischen kann: Niemand kann das am Samstag sagen. Wir haben getan, was für uns am meisten Sinn gemacht hat, und ich bin sicher, Red Bull würde das Gleiche sagen. Es gehört zur Spannung der Formel 1, dass wir dann im Rennen herausfinden werden, wer da richtigliegt.»

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