Bahrain-GP in Malaysia: Wie bereitet sich Formel-1-Ausrüster Pirelli vor?
Wegen des Nahost-Konflikts kann der Bahrain-GP nicht in Bahrain gefahren werden, gefahren wird das Rennen am 4. Oktober in Sepang (Malaysia). Das ist für F1-Ausrüster Pirelli eine Herausforderung.
Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Massnahmen: Der Grosse Preis von Saudi-Arabien 2026, geplant für April, konnte wegen des Konflikts im Nahen Osten nicht stattfinden. Auch der Bahran-GP fiel flach. Die Bahraini fanden eine verblüffende Lösung – ihr Rennen wird am 4. Oktober nachgeholt, auf dem Sepang International Circuit von Malaysia.
Die Generation Netflix gerät da ins Grübeln: Malaysia, Malaysia, hm, wann wurde da vorderhand letztmals gefahren? Genau, es war 2017, mit Sieger Max Verstappen im Rennwagen von Red Bull Racing.
Die GP-Rennpause von neun Jahren wird für Formel-1-Ausrüster Pirelli zur Denksportaufgabe. Denn damals wurde mit ganz anderen Reifenkonstruktionen gefahren und mit anderen Mischungen.
Der Italiener Dario Marrafuschi, Rennchef von Pirelli, sagt: «Seit 2011, als Pirelli Bridgestone als Alleinausrüster der Formel 1 ablöste, sind wir jedes Jahr dabei gewesen, daher haben wir eine sehr solide Historie. 2017 war das erste Jahr mit breiteren Reifen im Vergleich zur Vorsaison. Was die Abstimmung zwischen Reifengrössen und den Eigenschaften der Boliden betrifft, war diese Situation der heutigen recht ähnlich.»
«Aus diesem Grund würde ich unsere Entscheidungen auf die 2017 gesammelten Daten stützen und mich für eine Wahl entscheiden, die der in jenem Jahr getroffenen entspricht, anstatt für die der Jahre 2016, 2015 oder 2014.»
Bis September will sich die Formel 1 Zeit lassen, wie mit den geplanten Rennen in Katar und Abu Dhabi vorzugehen ist. Formel-1-CEO Stefano Domenicali hat klargemacht: «Wenn diese Läufe nicht gefahren werden können, dann weichen wir fürs Finale nach Europa aus.»
Marrafuschi zur Instabilität im Rennkalender: «Klar macht uns das Kopfweh. Wir ziehen alle möglichen Szenarien in Betracht, bemühen uns aber stets, flexibel zu sein. Um allen Anforderungen gerecht zu werden, entscheiden wir uns manchmal für mehrere Produktionen, und wenn eine davon nicht genutzt wird, können wir sie für das nächste Rennen verwenden. Im Grunde entwerfen wir immer alternative Szenarien. Das ist der Schlüssel, um mit einem so unberechenbaren Kontext umzugehen.»
Ein mögliches Finale in Europa: Imola. Eine Delegation aus Italien hat den Ungarn-GP besucht, um mit Domencali zu verhandeln. Allein – Anfang Dezember könnte es in der Emilia-Romagna acht Grad und weniger haben.
Marrafuschi ist wenig beeindruckt: «Da können wir uns auf Daten aus den Tests in Barcelona verlassen. Die Bedingungen wären denen ähnlich, die wir bereits bei Wintertests in Barcelona erleben, es handelt sich also um eine Situation, die wir kennen. Natürlich wäre das nicht ideal, aber Sorgen bereitet uns das nicht.»
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