Ferrari: Gerüchte um Mattia Binotto keine Fake News

Von Mathias Brunner
Formel 1
Mattia Binotto und Maurizio Arrivabene beim Singapur-GP

Mattia Binotto und Maurizio Arrivabene beim Singapur-GP

​Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene wischte die Geschichte vom Tisch: Ein angeblicher Machtkampf zwischen ihm und Technikchef Mattia Binotto, das seien Fake-News. Aber wo Rauch ist, da ist auch Feuer.

Im Spätsommer 2018 war von einem Machtkampf bei Ferrari die Rede: Teamchef Maurizio Arrivabene gegen Technikchef Mattia Binotto. Angeblich solle der im Sommer 2018 verstorbene Ferrari-Präsident Sergio Marchionne mit dem Gedanken gespielt haben – wenn es 2018 wieder nichts wird mit dem Titel, dann muss Arrivabene gehen; Nachfolger würde dann Binotto. Doch Marchionnes Nachfolger Louis Camilleri hält zu Arrivabene. Im Fahrerlager wurde verbreitet: Binotto werde als Konsequenz den Zeichenstift nehmen. Aber Maurizio Arrivabene sagte im Rahmen des Ferrari-Finales von Monza Anfang November: «Unsere Mannschaft bleibt für kommende Saison kompakt.» Wir geben zu bedenken: Bevor James Allison im Juli 2016 Ferrari verliess (um zu Mercedes zu gehen), hiess es auch lange, es sei nichts an Gerüchten, wonach der Engländer Ferrari verlasse.

Und was war nun mit dem angeblichen Streit? Arrivabene schaubte: «Einmal mehr wurden da Dinge in die Öffentlichkeit getragen, die ich nur als Fake News bezeichnen kann. Das wird doch nur verstreut, um uns zu destabilisieren. Ich weigere mich, so etwas zu kommentieren.»

Aber wo Rauch ist, da ist auch Feuer, und nicht alle Gerüchte um Ferrari sind frei erfunden. Mein Kollege Giorgio Terruzzi ist in Maranello hervorragend vernetzt. In der «Corriere della Sera» berichtet er: «Ferrari-Präsident John Elkann besucht in jüngerer Zeit wesentlich öfter Maranello als zuvor. Er hat die Organisation weitgehend unangetastet gelassen, welche der verstorbene Fiat/Chrysler-Chef Sergio Marchionne in Maranello etabliert hatte.»

«Teamchef Maurizio Arrivabene hat immer dementiert, dass es im Rennstall Unstimmigkeiten gäbe, und er hat die Möglichkeit einer Trennung von Mattia Binotto als Fake News bezeichnet. In Wahrheit jedoch hat Binotto in den Tagen nach dem WM-Finale von Abu Dhabi um eine Sitzung mit der Ferrari-Führung gebeten. Er wollte wissen, wo sich die Dinge hinentwickeln. Es mangelt dem Technikchef nicht an einer Alternative. Er hat Angebote von verschiedenen Rennställen erhalten. Allerdings müsste er bei einem Wechsel zu einem anderen Team eine Arbeitsfreistellung von einem Jahr in Kauf nehmen. Doch Binotto will bleiben, denn er will mit Ferrari Weltmeister werden, das ist seine Mission.»

«Um dies zu schaffen, fordert er eine klare Rollenverteilung und Ruhe im Arbeitsumfeld. Es hat ihm wenig gefallen, wie Arrivabene und Sebastian Vettel wiederholt auf die Grenzen des Rennwagens hingewiesen haben. So als habe die WM-Niederlage gegen Mercedes nur etwas mit dem Auto zu tun gehabt.»

Ferrari nimmt zu diesen Zusammenhängen keine Stellung.

Ferrari-CEO Louis Camilleri setzt auf Stabilität und vertraut den bisherigen Führungskräften. Der 2019er Ferrari ist so gut wie fertig. Die Zahlen aus dem Windkanal geben Anlass zum Optimismus. Was der wert ist, werden wir ab 18. Februar 2019 wissen – dann beginnen auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya die Wintertests der Formel 1.

Formel 1 2019

Wintertestfahrten
18. bis 21. Februar: Wintertest 1, Barcelona
26. Februar bis 1. März: Wintertest 2, Barcelona

Saison 2019
17. März: Australien, Melbourne
31. März: Bahrain, Sakhir
14. April: China, Shanghai
28. April: Aserbaidschan, Baku
12. Mai: Spanien, Barcelona
26. Mai: Monaco, Monte Carlo
9. Juni: Kanada, Montreal
23. Juni: Frankreich, Le Castellet
30. Juni: Österreich, Spielberg
14. Juli: Grossbritannien, Silverstone
28. Juli: Deutschland, Hockenheim
4. August: Ungarn, Budapest
1. September: Belgien, Francorchamps
8. September: Italien, Monza
22. September: Singapur, Singapur
29. September: Russland, Sotschi
13. Oktober: Japan, Suzuka
27. Oktober: Mexiko, Mexiko-Stadt
3. November: USA, Austin
17. November: Brasilien, São Paulo
1. Dezember: Abu Dhabi, Yas Marina

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