Euro Moto Superbike
Oschersleben: Dramatische Szenen nach Motorplatzer im Superbike-Rennen 1
Nachdem sich nach dem Massen-Crash in Rennen 1 die Mechaniker die Finger wundgeschraubt hatten, waren bis auf Twan Smits (Motorschaden) alle wieder dabei.
Das zweite Rennen der Euro Moto Superbike war schon vor dem Rennen selbst mehr als spannend. Wer würde nach dem großen Crash in Rennen 1 sein Motorrad rechtzeitig fertig bekommen? Am Vormittag war die Yamaha R1 des Niederländers Twan Smits in der Anfangsphase förmlich explodiert. In seinem Windschatten hatten Florian Alt (Honda) und Markus Reiterberger (BMW) keine Chance und flogen in voller Fahrt ab. Die Motorräder glichen nach dem Flug über die Leitplanke einem veritablen Schrotthaufen. Als das Trio noch nicht richtig lag, erwischte es noch Toni Finsterbusch und Kevin Orgis. Um die Motorräder zu bergen, mussten die Streckenposten schweres Gerät einsetzen. Es dauerte seine Zeit, bis die Motorrad-Reste in den jeweiligen Boxen angeliefert worden waren und wo die Mechaniker schon mit den Hufen scharrten. Verletzt wurde bei der unschönen Angelegenheit niemand.
Lukas Tulovic hatte das Rennen mit seiner Ducati gewonnen und bekam aufgrund der kurzen Distanz nur die halbe Punktzahl. Bei Rennen 2 standen tatsächlich wieder alle am Start. Außer Twan Smits. Dessen Yamaha hatte für dieses Wochenende fertig, er selbst war nach dem Ausflug nicht mehr ganz fit und klagte über Schmerzen in der Hand. Äußerlich sahen die Motorräder wieder schick aus. Doch wie weit es die Superbikes ohne vorherigen Check über die Distanz von 18 Runden schaffen würden, blieb spannend.
Nach dem Start kamen alle gepflegt weg. An der Spitze fackelte Tulovic nicht lange, setzte sich an die Spitze und fuhr vorne weg. Hinter ihm ging es dafür um einiges herzhafter zu. Alt quetschte sich an Schrötter vorbei und übernahm das Kommando in der Verfolgergruppe. Kurz später wurde Schrötter auch von Reiterberger kassiert, der dann 0,7 min Rückstand auf Alt hatte. Hinter Schrötter reihten sich Kevin Orgis, Jan-Ole Jähnig, Finsterbusch, Leon Orgis und Lorenzo Zanetti auf Platz 9 ein.
Lukas Tulovic setzte sich mit der schnellsten Runde von 1.24,178 min an der Spitze weiter ab. Bis Platz 5 waren die Herren mit mittleren 1.24er-Zeiten unterwegs. Reiterberger war mit einer 1.24,2 min ebenfalls flott und schloss die Lücke zu Honda-Pilot Alt. In der siebten Runde war Alt dann fällig und reihte sich hinter Reiterberger nach dessen Manöver wieder ein. Dem Ducati-Mann auf Platz 1 dürfte das herzlich egal gewesen sein, er hatte sich 2,5 Sekunden abgesetzt.
Marcel Schrötter und sein GERT56-Kollege Jan-Ole Jähnig fuhren ihr Rennen in trauter Zweisamkeit auf den Plätzen 4 und 5. Toni Finsterbusch fehlte ab Runde 9, der BMW-Pilot aus der Nähe von Leipzig war gestürzt, nahm das Rennen nach einer Pause wieder auf.
An der Spitze kam es dann nicht mehr wirklich zu Berührungspunkten. Reiterberger hatte ein paar schnelle Runden rausgehauen, doch Tulovic reagierte sofort und zog das Tempo nochmals an und baute seinen Vorsprung wieder auf gemütliche drei Sekunden aus. Reiterberger hatte bei seinem Zwischensprint Alt um zwei Sekunden zurückgelassen, der selbst wiederum drei Sekunden vor Schrötter lag. Fünf Runden hatten die Herrschaften da noch vor sich.
Nach den Schockmomenten aus Rennen 1 schonten die Piloten in Rennen 2 die Nerven ihrer Teams und der Zuschauer und fuhren ihr Rennen solide zu Ende. Lukas Tulovic fuhr seinen nächsten Sieg auf dem inzwischen deutlichen Weg in Sachen Titelverteidigung ein. Auf dem Podium gesellten sich Markus Reiterberger und Florian Alt auf den Plätzen 2 und 3 dazu.
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