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Ferrari: Flitterwochen mit Sebastian Vettel vorbei

Ex-Formel-1-Pilot Allan McNish ist überzeugt, dass der Druck auf Ferrari gestiegen ist. Der heutige BBC-TV-Experte erklärt: «Was Ferrari-Oberhaupt Sergio Marchionne in China sah, war peinlich.»

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Es war die Szene des dritten WM-Laufs des Jahres: Sebastian Vettel steuerte im Startgetümmel des China-GP seinen roten Renner ausgerechnet in den Dienstwagen seines Teamkollegen Kimi Räikkönen – und das auch noch vor den Augen von Ferrari-Oberhaupt Sergio Marchionne.

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Der 63-Jährige hatte kurz davor betont, dass die Scuderia wieder auf die Erfolgsspur zurückfinden muss. Und zwar lieber heute als morgen, denn der letzte Titelgewinn liegt schon eine ganze Weile zurück: 2008 triumphierte das älteste Formel-1-Team der Welt letztmals in der Konstrukteurswertung, der letzte Fahrer-Titel liegt sogar noch länger zurück: 2007 sicherte sich Kimi Räikkönen die WM-Krone mit einem Punkt Vorsprung auf das McLaren-Mercedes-Duo Lewis Hamilton und Fernando Alonso.

Für Allan McNish ist klar: Der Druck auf die Scuderia ist grösser geworden. Er schreibt in seiner Kolumne auf BBC.co.uk: "Bei Ferrari herrschte im vergangenen Jahr durch Sebastian Vettels Ankunft eine besondere Stimmung. Man konnte nach der traumatischen Saison von 2014 wieder einen grossen Schritt nach vorne machen. Doch die Flitterwochen mit Sebastian Vettel sind nun vorbei. Der letzte Titel liegt immer weiter zurück und nichts erhöht den Druck dermassen wie die Präsenz des Chefs."

Der 16-fache GP-Pilot erklärt: "Marchionne ist ein Geschäftsmann und als solcher will er natürlich, dass sich seine Investitionen lohnen. Man muss nun keine Angst haben, dass er Ferrari den Boden unter den Füssen wegziehen wird. Aber seine Präsenz in China war ein klares Statement. Und was er im Rennen zu sehen bekam, war peinlich."

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Auch zu Vettels Schimpftiraden gegen seinen Red Bull Racing-Nachfolger Daniil Kvyat hat McNish eine klare Meinung: "Für mich ist klar, dass es Vettels Fehler war. Er sah Kvyat nicht früh genug kommen. Die Tür war offen, zwischen den Randsteinen und dem Ferrari hatte locker eine Wagenbreite Platz."

Der 46-jährige Schotte betont: "Kvyat tat gut daran, sich gegen die Kritik von Vettel zu wehren. Ich denke, der Ferrari-Pilot war einfach frustriert, weil er sich eine gute Gelegenheit, die Silberpfeile zu schlagen, entgehen liess. Wahrscheinlich schämte er sich auch ein bisschen für den Crash vor dem Ferrari-Präsidenten."

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