Euro Moto Sportbike
Assen: Sportbike-Spektakel – Siege für Ruben Bijman und Tobias Kitzbichler
In Assen waren die Superbiker nur noch zu zwölft unterwegs. Verletzungen, leere Kassen und keine Wildcard-Fahrer oder Gaststarts machen die Startaufstellung überschaubar.
Früher war nicht alles besser, aber früher waren mehr Fahrer. Am vergangenen Wochenende brachte die Klasse Superbike gerade mal noch vier Startreihen mit je drei Fahrern zusammen. Im Laufe der Saison musste die Serie einige Aussteiger beklagen.
Den Anfang machte nach dem Euro Moto Ausflug nach Brünn der Bayer Patrick Hobelsberger. Er war bei den ersten Rennen durch Krankheit und technische Probleme auf keinen grünen Zweig gekommen. Dann verabschiedete sich noch der Hauptsponsor und Hobelsberger landete an dem Punkt, wo auch mit Eigenleistung und Erhöhung der Schlagzahl beim persönlichen Engagement nichts mehr geht. Hobelsberger machte Schluss mit der Euro Moto und fehlte schon in Oschersleben.
Ich vermisse es sicher mehr als jeder andere.Patrick Hobelsberger
«Nein, ich habe es mir nicht anders überlegt», erklärte Hobelsberger vor seinem ersten Euro Moto-freien Wochenende. «Auch wenn ich es gerne anders machen würde. Aber es geht nicht, so stark ich es auch will. Ich vermisse es sicher mehr als jeder andere. Ich kann es aber leider nicht ändern.» Statt Euro Moto heißt es aktuell für Hobelsberger nach eigener Aussage «arbeiten, arbeiten, arbeiten. Bei mir ist jeder Tag Vollgas. Coaching, ganz viel Kundenbetreuung was die Technik angeht und Motorräder aufbauen. Bei mir in der Werkstatt sind gefühlt mehr Motorräder als bei der Euro Moto im Grid.»
Ähnlich sah es in Sachen Finanzen auch beim Ungar Soma Görbe aus, dessen Leistungskurve zwar stetig stieg, aber dem schon wie Ende letzten Jahres seinem Landsmann Bálint Kovács, und diesem trotz IDM Superbike-Podestplätzen, das Geld ausging.
Wie schon im Vorjahr strichen Marco Fetz und Christoph Beinlich die Superbike-Segel für Assen. «Nein leider war ich in Assen nicht am Start», so Fetz. «Wieso? Budget. Leider sind die Kosten für uns als eines von wenigen Privatteams enorm. Dazu kommt noch der Sturz in Oschersleben, welcher nochmal tief in unsere Budgettasche gegriffen hat. Mein Fokus liegt jetzt auf Nürburgring, Bol Dor und Hockenheim. Da sind wir fix dabei und wollen nochmal richtig angreifen.» Bei Beinlich, der sein Team wie Fetz aus eigener Kraft stemmt, schaut die finanzielle Lage noch trüber aus. «Ich hoffe, dass ich am Nürburgring wieder dabei sein kann.»
Hannes Soomer hat eher ein Schulter- als ein Budget-Problem. Der Este hatte sich im japanischen Suzuka eine Schulterverletzung zugezogen, die ihre Zeit braucht. Da der BMW-Pilot schon durch seinen Ersatzfahrer-Job für WM-Pilot Danilo Petrucci in der Euro Moto Superbike fehlte und nichts mehr reissen kann, gönnt er seiner Genesung noch mehr Zeit. «Ich habe es in der Woche vor Assen mal versucht zu fahren», erklärt Soomer. «Ich war einfach noch nicht fit genug. Vielleicht klappt es am Nürburgring.»
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