Pascal Wehrlein: Ferrari-Schwung nach Mercedes-Ärger

Von Andreas Reiners
Formel E
Pascal Wehrlein

Pascal Wehrlein

Seit dem 1. Januar ist Pascal Wehrlein frei und kann sich seiner neuen Aufgabe widmen: der Formel E. Vor dem zweiten Saisonlauf gibt es weitere gute Nachrichten.

Pascal Wehrlein war zum Ende der Zusammenarbeit mit Mercedes noch einmal ausgebremst worden. Oder er hat sich selbst ausgebremst. Ganz klar wurde es nicht, warum der 24-Jährige beim Saisonauftakt der Formel E in Saudi-Arabien Mitte Dezember bei Mahindra von Ex-Pilot Felix Rosenqvist ersetzt werden musste.

Fest steht: Sein Vertrag mit Mercedes lief noch bis zum Saisonende. Beide Parteien wurden sich allerdings nicht einig über eine vorzeitige Auflösung des Kontrakts. Warum? Das ist offen, schmutzige Wäsche waschen will HWA-CEO Ulrich Fritz nicht. Wehrlein äußert sich zu der Thematik auch nicht offiziell.

Dafür meldete er sich auf Instagram zu Wort. Das Kapitel sei geschlossen, nun freue er sich auf seinen Saisonstart, erklärte er. Es ist aber fraglos ein kleiner Fehlstart in sein neues Karriere-Kapitel. Denn was ihm als Vorbereitung bleibt, sind die 148 Runden von den Testfahrten im Oktober in Valencia. Und vom Saisonstart die Erkenntnis, dass Mahindra vorne mitfahren kann.

Denn Teamkollege Jerome D’Ambrosio fuhr als Dritter hinter Sieger Antonio Felix da Costa (BMW) und Champion Jean-Eric Vergne (Techeetah) auf das Podium. Wehrlein-Ersatz Rosenqvist schied vorzeitig aus.

Dafür gibt es vor der Reise nach Marokko gute Nachrichten, denn ganz offensichtlich wird der Deutsche Simulatorfahrer bei Ferrari. Womit er immerhin wieder einen Fuß in der Tür zur Königsklasse hat.

Wehrlein hatte sich vor einigen Monaten dazu entschieden, sich von Mercedes zu trennen, um sich und seine Karriere neu auszurichten. Denn seine Situation bei Mercedes war festgefahren, nach zwei Jahren in der Formel 1 bei Manor und Sauber war er mit sehr mäßigem Erfolg in die DTM zurückgekehrt – die Aussichten für ein Comeback in der Königsklasse waren als Mercedes-Mann sowieso trübe, die Formel-1-Perspektiven bescheiden.

Bei den Silberpfeilen war er 2018 Ersatzfahrer, ein Stammplatz aber ausgeschlossen. Mit dem Mercedes-Stempel war es schwierig, ein Cockpit in der Königsklasse zu finden – das erklärte Ziel des DTM-Champions von 2015.

Die Hoffnung: Nach der Trennung würde sich die Tür bei Toro Rosso öffnen. Wehrlein war auch tatsächlich in der Verlosung, die Cockpits gingen am Ende aber an Daniil Kvyat und Alex Albon. Wehrlein hatte für seinen Traum auch ein Formel-E-Angebot von HWA für die anstehende Saison ausgeschlagen, unterschrieb dann bei Mahindra.

Der Job als Simulatorfahrer bei Ferrari ist nicht der schlechteste. Antonio Giovinazzi wurde als Stammpilot bei Alfa Romeo-Sauber untergebracht, Kvyat sitzt im Toro Rosso-Honda.


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