Porsche-Einsatzleiter: Vorbereitung begann im Oktober

Von Gerhard Kuntschik
IMSA
Spricht gut deutsch: Pascal Zurlinden

Spricht gut deutsch: Pascal Zurlinden

Der Franzose Pascal Zurlinden beaufsichtigt das GTE/GTLM-Engagement von Porsche. Im Gespräch mit SPEEDWEEK.com gibt er einen Einblick in die Vorbereitung und die Strategie für die 24 Stunden von Daytona.

Daytona wird auch in der 57. Auflage eine Herausforderung für alle sein. Bei Porsche wurde die erste Aufgabe mit der GT-Pole samt Rekordrunde von Nick Tandy schon gemeistert – dank der Fähigkeit zu lernen: «Wir probierten das, was die Corvettes schon immer machten, den Windschatten optimal zu nützen. Nur hängten wir uns diesmal an sie dran, und es klappte hervorragend», sagt der Einsatzleiter GT-Sport, Pascal Zurlinden. «Der Zeitgewinn auf einer solchen Runde kann knapp unter einer halben Sekunde liegen.»

Die Vorbereitung auf Daytona begann schon im Oktober nach dem Petit Le Mans in Road Atlanta: «Die Balance of Performance war kein großes Thema diesmal im Herstellermeeting. Die wichtigste Umstellung waren die neuen Reifen, wir dürfen sie ja nicht aufwärmen, daher gibt es keinen direkten Vergleich zu früher, und im Banking mussten wir sie ja auch erst erproben. Dann gab es im offiziellen Vortest (Roar, Anm.) Regen», erläutert Zurlinden.

Ist der 5,7-Kilometer-Kurs im Infield und mit den Steilkurven gefährlicher als Le Mans? Zurlinden glaubt das nicht: «Wenn es in Daytona regnet, kommt sofort eine Gelbphase über die gesamte Strecke, wenn es ganz arg wird, kommt rot. So gesehen sind die Amerikaner da vorsichtig.» Der Elsässer, seit vier Jahren bei Porsche (davor Audi), erwartet in den 24 Stunden «17 bis 20 Mal ein Safety Car, das ist normal hier.» Die Strategie: «Immer in der Führungsrunde bleiben, dann behält man alle Chancen.» Das Daytona im Vorjahr ausnehmend wenige Gelb- oder Safety-Car-Phasen hatte, sieht Zurlinden als Ausnahme: «Da fuhren wir ja praktisch ein Sprintrennen.»

Was die Privatteams in der GTD-Klasse betrifft, muss bei einem längeren FCY (Full Course Yellow) die Taktik gelingen: «Da sollte dann besser ein Fahrer der unteren Einstufung und nicht der Profi im Auto sitzen. Im Finish müssen die Profis fahren», weiß Porsche-Fahrer Klaus Bachler, der im US-Team NGT (arbeitet mit Herberth Motorsport zusammen) antritt. Der Steirer sieht ebenfalls Le Mans als kritischer an, denn «in Daytona hast du gute Sicht nach vorn und hinten auf die schnelleren Autos, außerdem sind hier Spotter auf der Tribüne.»

Porsche plant keinen DPi-Eintritt

Zu den Spekulationen, Porsche könnte Lust auf die Prototypenklasse der IMSA (DPi) bekommen, sagt Einsatzleiter Zurlinden: «Wir schauen uns regelmäßig alles an. Aber die DPI sind im Moment wirklich kein Thema.» Nach Daytona wird rein organisationsmäßig Sebring eine noch größere Herausforderung: Da gibt es den IMSA- und erstmals den WEC-Lauf. Bei Porsche rechnet man mit je 35 Mitarbeitern inklusive Marketing- und Presseleuten, die die je zwei Werk- und vier Kundenautos (also acht RSR) betreuen, dazu kommt das Personal für die Unterstützung der Kundenteams, also insgesamt über 100 Personen. Ähnlich wird der Aufwand für die Werkteams auch bei BMW sein.

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