Andreas Gangl: Trümmerbrüche an Hand und Schulter

Von Helmut Ohner
IOEM

Nach einem schweren Sturz beim Berg-Europameisterschaftslauf in Isola del Liri (Italien) ist es fraglich, ob der österreichische Berg-Meister Andreas Gangl jemals wieder Motorradrennen bestreiten kann.

Erst Mitte Juni holte sich Andreas Gangl mit einem Doppelsieg in Julbach zum zweiten Mal den Titel in der österreichischen Berg-Meisterschaft der Klasse Superstock 1000/Superbike. Keiner stürmte in dieser Saison so schnell die Berge hoch, wie der 39-jährige Niederösterreicher. Der Suzuki-Pilot blieb heuer unbesiegt.

Auch in der Berg-Europameisterschaft hatte Gangl gute Karten, sich den Titel zu sichern. Mit einem Vorsprung von sieben Punkten auf den Franzosen Jean-Luc David reiste er zum Bergrennen in Isola del Liri (Italien) an. Der Titelverteidiger Wolfgang Gammer hatte bereits 20 Punkte Rückstand auf seinen Heating-Factory-Teamkollegen.

Noch bevor es richtig losging, war die Veranstaltung für Österreichs schnellsten Justizwachebeamten auch schon wieder zu Ende. «Das gesamte Trainings hatte ich bereits Probleme mit mangelndem Grip. Im dritten Trainingslauf bin ich eingangs der zweiten Schikane zu Sturz gekommen», berichtete Gangl aus dem Unfallkrankenhaus in Meidling.

«In der Kurve vor dieser Schikane konnte ich einen Highsider abfangen, aber dadurch bin ich mit dem Bremsen nicht rechtzeitig fertig geworden. Mein Vorderrad hat sich im Strohballen verfangen und ich wurde über den Lenker geschleudert. Wieso die Italiener aus Sicherheitsgründen nicht Pylonen statt Strohballen verwenden, ist mir ein Rätsel.»

Nach der Erstversorgung machte sich der Niederösterreicher mit seinem Mechaniker auf die 16-stündige Rückreise, um sich in seiner Heimat eine abschließende Beurteilung der Schwere seiner Verletzungen stellen zu lassen. «Nach der ersten Diagnose sind einig Mittelhandknochen in der rechten Hand zu Bruch gegangen. Wesentlich schlimmer hat es meine linke Schulter erwischt. Die ist mehrmals gebrochen, dazu ist auch noch die Kapsel und die Rotationsmanschette schwer in Mitleidenschaft gezogen worden.»

Gangl, der schon in der Vergangenheit immer wieder durch schwere Verletzungen zurückgeworfen wurde, weiß nicht, wie es mit seiner Karriere weitergeht. «Wenn ich ehrlich sein soll, bin ich am Boden zerstört. Ich weiß momentan noch gar nicht, ob ich jemals wieder Motorradfahren kann. Ich habe die Nase voll von den Schmerzen. Jetzt will ich vorerst nur wieder gesund werden.»

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