Senna Agius erklärt Stoner-Parallele: «Steuere über das Hinterrad»
Senna Agius sieht klare Parallelen zu Casey Stoner. Der Moto2-Pilot erklärt exklusiv bei SPEEDWEEK.com, warum ihm leistungsstärkere Motorräder entgegenkommen und weshalb er über das Hinterrad steuert.
Der Australier Senna Agius zählt zu den heißesten Aufstiegskandidaten für die MotoGP-Saison 2027. Sein Manager Chaz Davies ist überzeugt, dass der aktuelle Moto2-Pilot erst auf einem leistungsstärkeren Motorrad sein volles Potenzial entfalten kann. Im exklusiven Gespräch mit SPEEDWEEK.com erklärte Agius, warum er diese Einschätzung teilt – und weshalb er sich in seinem Fahrstil ausgerechnet an Landsmann Casey Stoner wiedererkennt.
«Hundertprozentig. Chaz hat vollkommen recht», sagte Agius auf die Frage, ob ihm ein größeres Motorrad aufgrund seines natürlichen Fahrstils entgegenkommen würde. «Immer wenn ich im Laufe meiner Karriere auf ein größeres Motorrad umgestiegen bin, habe ich mich enorm verbessert. Schon die Moto2-Maschine hat sofort viel besser zu mir gepasst.»
«Und ich weiß, dass ich bereit wäre, wenn ich nächstes Jahr auf ein großes Motorrad wechseln würde. Auch mein Fahrstil passt dazu. Das ist mein Ziel. Ich bin überzeugt, dass ich bereit bin. Mehr kann ich im Moment nicht tun. Jetzt konzentriere ich mich voll auf die Moto2 und versuche einfach, den bestmöglichen Job zu machen», schilderte der 21-Jährige im Rahmen des Deutschland-Grand-Prix auf dem Sachsenring. Mittlerweile ist sicher: Agius wird im kommenden Jahr für Tech3-KTM antreten.
Flat-Track-Stil: Agius erinnert an Stoner
Doch warum fühlt sich Agius auf leistungsstärkeren Bikes wohler? Die Erklärung dafür reicht weit zurück. Agius verbrachte einen großen Teil seiner Jugend mit Flat-Track-Training – einer Disziplin, in der das Motorrad permanent über das Hinterrad kontrolliert wird. Diese Grundlagen prägen seinen Fahrstil bis heute.
«Ich bin zehn Jahre lang Flat-Track gefahren. Ich habe von Beginn an gelernt, das Motorrad über das Hinterrad zu steuern», schilderte der Australier. «Als ich dann in die Weltmeisterschaft kam, habe ich gemerkt, dass ich im nationalen Straßenrennsport zwar ein gutes Niveau erreicht hatte, das Level in Spanien und Europa aber noch einmal deutlich höher ist. Die Fahrer hier beginnen viel früher mit dem Rennsport. Sie denken nicht wirklich daran, das Motorrad über das Hinterrad zu steuern. Die europäischen Fahrer sind unglaublich stark beim Bremsen und über das Vorderrad.»
Genau an diesem Punkt sieht Agius die Parallele zu Casey Stoner, dessen Fahrstil bis heute als außergewöhnlich gilt. «Casey hat das in Bezug auf seine eigene Karriere einmal perfekt erklärt: Er hat das Motorrad immer über das Hinterrad kontrolliert, weil das für ihn sicherer war und das Risiko eines Vorderradrutschers verringerte. Gleichzeitig sagte er, dass die europäischen Fahrer deutlich stärker über das Vorderrad fahren. Genau das trifft auch auf mich zu.»
Australischer Stil mit Feinschliff
Allerdings betont Agius, dass er sich in den vergangenen Jahren fahrerisch deutlich weiterentwickelt hat. «Ich habe in diesem Bereich große Fortschritte gemacht und bin jetzt konkurrenzfähig. Mittlerweile habe ich viele verschiedene Werkzeuge in meinem fahrerischen Repertoire, um schnell zu sein. Aber das Einlenken über das Hinterrad kommt für mich ganz natürlich.»
Früher profitierte Agius vor allem auf Rennstrecken, die gegen den Uhrzeigersinn verlaufen und seinem Stil entgegenkommen. Inzwischen sieht er diesen Unterschied kaum noch. «Natürlich liegen mir die Kurse, auf denen gegen den Uhrzeigersinn gefahren wird, besser. Aber inzwischen spielt der Unterschied zwischen Strecken gegen den Uhrzeigersinn und im Uhrzeigersinn für mich kaum noch eine Rolle. Was Casey schon vor vielen Jahren über den Unterschied zwischen australischen Fahrern und dem Rest der Welt gesagt hat, ist genau das, womit ich mich heute beschäftige und was ich selbst empfinde.»
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