Euro Moto Superbike • Neu
Reiterberger zieht Lehren aus Most und will in Oschersleben aufs Podest
Bevor es morgen mit dem Euro Moto Sportbike-Wochenende losgeht, gab es im Karlsruher Team ERC ein kurzes Stühle-Rücken. Das Comeback erfolgt ohne den Ex-Meister.
Als sich das Team ERC mit Chef Uwe Reinhardt zu Beginn der Saison 2026 kurzfristig neben dem Engagement in der Langstrecken-WM, unter anderem mit dem ehemaligen WM-Piloten Marcel Schrötter, auch für den Einsatz in der Euro Moto Sportbike entschloss, verpflichtete man unter anderem den IDM Supersport 300-Meister Oliver Svendsen.
Nach dem Premieren-Auftritt beim Saison-Auftakt auf dem Sachsenring war schnell klar, dass man noch Nachholbedarf hatte. «Wir kehren erst mal vor unserer eigenen Tür», meinte Reinhard. Das Team zog sich somit für die Rennen in Tschechien aus der Serie zurück und Techniker Lothar Kraus schwang daheim in der Werkstatt die Schraubenschlüssel. Oliver Svendsen wagt sich unterdessen mit der Kove zu einem Einsatz in der Sportbike-WM.
Bei einem viertägigen Test in Oschersleben arbeitete das ERC-Team laut euromoto.racing gemeinsam mit Svendsen an der Weiterentwicklung des Motorrads und bereitete sich auf die Rückkehr in die Serie vor. Doch daraus wird nichts. Svendsen gab dem Kawasaki-Team kurz vor der Abreise nach Oschersleben einen Korb. «Für mich ist es Zeit für einen kompletten Neuanfang», erklärte der Däne seine Entscheidung. «Zunächst einmal möchte ich eines ganz klarstellen: Diese Entscheidung hat nichts mit dem Team zu tun. Sie haben die ganze Saison über unglaublich hart gearbeitet, mir alles gegeben, was ich verlangt habe, und ich habe nichts als Respekt und Wertschätzung für alle Beteiligten. Ich bin dankbar für all die Mühe, die sie in meine Unterstützung gesteckt haben.»
«Die Herausforderung bestand einfach darin, dass ich auf dem Motorrad nie das Gefühl oder das Selbstvertrauen gefunden habe, das ich brauche, um meine beste Leistung zu erbringen», zeigte er sich auch selbstkritisch. «Da wir nicht die gesamte Saison bestritten haben, fehlte mir zudem wertvolle Fahrzeit. Ich habe es in der World Sportbike versucht, aber auch dort hat es nicht wirklich geklappt. Der Sachsenring war ein Schritt in die richtige Richtung, aber ich war immer noch weit davon entfernt, von dem, wo ich weiß, dass ich sein kann. Ich bin immer gefahren, um zu gewinnen, und wenn ich weiß, dass ich mein volles Potenzial nicht ausschöpfen kann, fällt es mir schwer, mich weiterhin davon zu überzeugen, dass dies der richtige Platz für mich ist. Ich werde weiterkämpfen und gebe den Rennsport nicht auf. Im Moment muss ich einfach einen Schritt zurücktreten, mich neu ausrichten und herausfinden, wie der richtige Weg nach vorne aussieht.»
Uwe Reinhard war, milde ausgedrückt, wenig begeistert. Doch das Motorrad bleibt nicht verwaist. In Oschersleben wird Felix Kauertz mit Rückenwind von Kawasaki Deutschland an den Euro Moto-Start gehen.
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