Zulfahmi Khairuddin: Viele Opfer für Moto2-Teilnahme

Von Sharleena Wirsing
Moto2
2018 kehrt Zulfahmi Khairuddin in den GP-Sport zurück. Der Malaysier wird Hafizh Syahrin im Moto2-Team SIC ersetzen. Dafür muss «Fahmi» einige Opfer bringen, wie er im Gespräch mit SPEEDWEEK.com verriet.

Hafizh Syahrin, der Moto2-WM-Zehnte von 2017, erhält die große Chance, 2018 in der Königsklasse für Tech3-Yamaha an der Seite von Johann Zarco anzutreten. Im Moto2-Team SIC wurde bereits ein Ersatz für Syahrin gefunden. Zulfahmi «Fahmi» Khairuddin erhält die Kalex. Der Malaysier verlor 2012 im Moto3-Rennen von Sepang nur knapp gegen Sandro Cortese. Es war seine beste GP-Saison, die er im Team von Aki Ajo als Siebter der Moto3-WM beendete.

Nach sechs Jahren, 103 Rennen, zwei Podestplätzen und einer Pole-Position in der 125er- und später Moto3-Weltmeisterschaft war die Grand-Prix-Karriere von Khairuddin nach der Saison 2015 vorerst zu Ende. Für 2016 wechselte er in die Supersport-Weltmeisterschaft in das Team Orelac VerdNatura Kawasaki, schaffte es in zwei Saisons aber nur bei seinem Heimrennen in Sepang 2016 als Zweiter auf das Podium.

«Es war ein echter Schock», lachte Khairuddin, als ihn SPEEDWEEK.com zu seiner Rückkehr in den GP-Sport befragte. «Ich habe in Malaysia viele Dinge zu tun, doch als Razlan [Razali, CEO des Sepang International Circuit (SIC)] mich fragte, ob ich Hafizh ersetzen kann, konnte ich eigentlich nicht ablehnen. Ich kenne das SIC-Team genau, weil ich eigentlich jedem Tag am Sepang Circuit im Büro verbringe. Denn ich organisiere und betreue das Projekt ‹Road to MotoGP›, in dessen Rahmen wir fünf Nachwuchsfahrer fördern. Als das Team mir diese Chance gab, konnte ich nicht nein sagen. Jeder Fahrer – vor allem in Europa – will diesen Platz. Ich konnte ihn nicht an einen anderen Fahrer übergeben. Es dauerte trotzdem ein paar Stunden, mich zu entscheiden, denn meine Familie ist in Malaysia. Nach genau zwölf Stunden stand meine Entscheidung aber fest. Ich sagte ja.»

Khairuddin wird 2018 nicht nur die Moto2-WM bestreiten, sondern auch zwei seiner Schützlinge aus dem «Road to MotoGP»-Projekt bei ihrer Teilnahme in der Spanischen Meisterschaft (CEV) unterstützen. «Dieses Programm betreut die Fahrer rundum. Wir trainieren jeden Tag und fahren Motorrad. Nun muss ich diese Arbeit meinem Partner in diesem Projekt übergeben. Er ist ein ehemaliger Rennfahrer aus der Asia Road Racing Championship. Das Projekt stand bisher völlig unter meiner Leitung, denn ich stehe SIC-CEO Razlan Razali sehr nahe. Zudem wollte ich die Asia Road Racing Championship bestreiten, aber daraus wird nichts. Nun konzentriere ich mich auf die Moto2-WM.»

Khairuddin hat bereits in der Supersport-WM Erfahrung mit einer 600-ccm-Maschine gesammelt. «Ja, aber das Moto2-Bike kenne ich noch nicht. An den Speed bin ich gewohnt, das ist kein großes Problem. Aber der Konkurrenzkampf in der Moto2-WM ist sehr groß. Ich weiß, dass es hart wird. Meiner Meinung nach ist aber jede WM-Klasse eine Herausforderung. Du musst immer dein Bestes geben.»

«Für den Test in Valencia haben wir keine Ziele, das habe ich bereits mit meinem Crew-Chief Fausto besprochen. Ich will einfach das Bike kennenlernen und Spaß haben. Mit meiner Crew bin ich sehr happy, hoffentlich kann ich eine gute Saison zeigen. Das Schwierigste an diesem Job ist es, von der Familie getrennt zu sein. Meine Familie ist in Malaysia, vielleicht bringe ich sie nun nach Europa. Ich werde ja auch für die CEV-Rennen hier sein, denn zwei meiner Jungs fahren dort. Nun hoffe ich, dass ich mich schnell an die Kalex anpassen kann. Wenn man sich wohlfühlt, wird man automatisch schneller», weiß der Malaysier.

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