Dörflinger und Martinez werden MotoGP-Legenden

Von Günther Wiesinger
Moto3
Stefan Dörflinger wird beim Sachsenring-GP in die «Hall of Fame» aufgenommen, Jorge Martinez in Valencia. Beide Fahrer haben vier WM-Titel gewonnen.

Die beiden vierfachen Motorrad-Weltmeister Stefan Dörflinger und Jorge «Aspar» Martinez werden in der Saison 2019 in die virtuelle «MotoGP Legends Hall of Fame» aufgenommen und beim Sachsenring beziehungsweise beim Valencia-GP (Aspar) geehrt werden. Diese Ankündigung fällt mit einem Jubiläum zusammen: Martinez hat vor genau 40 Jahren sein erstes Rennen bestritten.

Stefan Dörflinger wurde in Deutschland geboren, wuchs aber in der Region Basel in der Schweiz auf und fuhr immer mit Schweizer Lizenz. Er gewann die 50-ccm-Weltmeisterschaft 1982 und 1983, dann wurde der Hubraum der «Schnapsglasklasse» von 50 auf 80 ccm vergrössert. Dörflinger krönte sich danach 1984 zum ersten Weltmeister in der 80-ccm-Kategorie. Er verteidigte den Titel auf der Krauser 1985 erfolgreich.

Dörflinger war auch in der 125-ccm-WM erfolgreich: Platz 2 beim Hockenheim-GP sticht als bestes Ergebnis in der Achtelliter-WM heraus, dazu wurde er 1979 in Jugoslawien Dritter. «Steffi», der am 23. Dezember seinen 70. Geburtstag gefeiert hat, begann seine Karriere 1973; er nahm von 1976 bis 1988 an der 125er-WM teil. 1976 und 1977 beendete er die 125er-WM als Gesamtneunter. Nach 18 GP-Siegen beendete Dörflinger 1990 seine Karriere.

«Ich war überwältigt, als ich gehört habe, dass ich eine MotoGP-Legende werde», sagte Dörflinger, der seit seinem Rücktritt kaum mehr einen Grand Prix besucht hat. «Ich bin sehr stolz, jetzt diese Gruppe mit so illustren Namen vervollständigen zu dürfen. Als ich Rennen gefahren bin, war die Nummer 1 meine Lieblingszahl. Zuz meiner Zeit war es eine Ehre, mit der Nummer 1 des Weltmeisters fahren zu dürfen. Ich hatte das Glück, das vier Mal tun zu dürfen.»

Jorge «Aspar» Martinez begann seine WM-Karriere 1982 in der 50-ccm-Klasse, den ersten WM-Titel sicherte er sich 1986 in der 50-ccm-Kategegorie auf der Werks-Derbi. 1987 heimste er den zweiten 80-ccm-Titel ein, er dominierte in diesem Jahr mit sieben Siegen klar. den dritten 80-ccm-Titel gewann er 1988. Im Jahr 1987 gewann Aspar auch die 125er-WM mit Siegen bei neun von elf Grand Prix. Der Spanier setzte seine Karriere bis 1997 fort, er war und war in vier WM-Klassen zu sehen: 50, 80, 125 und 250 ccm. Insgesamt feierte er 37 GP-Siege.

Seither ist Martinez als Teambesitzer erfolgreich: Er gewann die 125er-WM als Teamchef mit Bautista, Talmacsi, Simón und zuletzt 2011 mit Terol – jeweils mit Aprilia.

«Es ist ein wahres Glücksgefühl, dass ich jetzt zur MotoGP-Legende erkoren werde», sagte Martinez. «Ich war überrascht, als mir Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta diese Neuigkeit überbracht hat. Die Fahrer, die zu MotoGP-Legenden berufen wurden, sind Teil der Motorradgeschichte. Das sind Fahrer mit einem Mythos wie Ángel Nieto, Mick Doohan, Giacomo Agostini, Nicky Hayden und so viele andere. Für mich ist diese Würdigung eine große Ehre und Befriedigung.»

Martinez: «Stefan Dörflinger ist älter als ich. Er war bereits World Champion, als ich in die WM gekommen bin. Er war einer meiner härtesten Rivalen. Aber ich habe großartige Erinnerungen an ihn. Er war eine Weltklassefahrer – sehr sanft, sehr schnell, sehr elegant.»

Neben Dörflinger und Martinez sind in der «Hall of Fame» bisher folgende GP-Kollegen aufgenommen worden: Giacomo Agostini, Mick Doohan, Geoff Duke, Wayne Gardner, Mike Hailwood, Daijiro Kato, Eddie Lawson, Anton Mang, Angel Nieto, Wayne Rainey, Phil Read, Jim Redman, Kenny Roberts senior und junior, Jarno Saarinen, Kevin Schwantz, Barry Sheene, Marco Simoncelli, Freddie Spencer, Casey Stoner, John Surtees, Carlo Ubbiali, Alex Crivillé, Franco Uncini, Marco Lucchinelli, Randy Mamola, Kork Ballington, Dani Pedrosa und der verstorbene Nicky Hayden.

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