Paolo Simoncelli: «Kämpfen weiter – wie Greenpeace»

Von Nora Lantschner
Moto3

Das Missachten der «track limits» in der letzten Rennrunde wird seit Aragón härter bestraft. Moto3-Teambesitzer Paolo Simoncelli gibt sich damit nicht zufrieden: «Bei strengeren Vorschriften gäbe es weniger Unfälle.»

Seit Aragón gelten bei Missachten der «track limits» neue Regeln. Moto3-Teambesitzer Paolo Simoncelli gehörte wie Speed-up-Teambesitzer Luca Boscoscuro zu jenen, die nach dem Moto2-Rennen von Misano massive Kritik geübt und eine Reaktion gefordert hatten.

Zur Erinnerung: Augusto Fernandez überholte in der letzten Runde des Grand Prix von San Marino Fabio Di Giannantonio (Speed-up), allerdings war der Kalex-Pilot wenige Kurve zuvor auf den Grünstreifen – und somit neben die Strecke – gefahren. Weil er sich dabei laut MotoGP-FIM-Stewards aber keinen Vorteil verschafft hatte, wurde der Spanier nicht bestraft und behielt seinen Sieg.

Simoncelli hatte die Entscheidung als «Ungerechtigkeit» bezeichnet: «Die Stewards müssen verstehen, dass der Grünstreifen neben den Bordsteinen nur eine zusätzliche Sicherheit für den Fahrer darstellt. Es kann nicht sein, dass man einen Vorteil daraus zieht gegenüber all jenen, die die korrekten Linien fahren und innerhalb der Strecke bleiben. Fernandez fuhr zwei Meter neben der Strecke auf dem Grünen, sein Rennen hätte dort, wo einmal der Kies war, vorbei sein müssen.»

Die angepassten Vorschriften sehen nun vor, dass in der letzten Rennrunde härter durchgegriffen wird: Wenn durch das Überfahren des «track limits» das Rennergebnis beeinflusst wurde, wird der betroffene Fahrer mit einer «change position»-Strafe belegt und wird somit nach hinten versetzt.

Für den SIC58-Squadra-Corse-Chef ist das noch nicht genug: «Es wurde ein kleines bisschen verbessert. Aber es reicht sicherlich noch nicht, wir machen mit unserer Kampagne gegen die Ungerechtigkeit, den Bereich abseits der Strecke auszunutzen, weiter. Nicht einmal Greenpeace kämpft so sehr für unseren Planeten», versprach er auf seine gewohnt direkte Art.

«Aus den Ergebnislisten von Aragón geht hervor, dass eine Menge Fahrer ein 'Track Limits Warning' erhalten haben, das heißt, dass wirklich wenige fahren, ohne diesen Bereich zu nutzen, der eigentlich nur für die Sicherheit der Fahrer eingeführt worden ist. Es fahren praktisch alle mehr auf dem Grünstreifen als auf der Strecke», so Simoncelli.

Eine Warnung bekommt ein Fahrer dann, wenn er die Streckenlimits dreimal missachtet – sich also mit beiden Reifen gleichzeitig außerhalb der «track limits» befindet. Im Moto3-Rennen von Aragón war das neben dem Sieger Aron Canet bei Sergio Garcia, Deniz Öncü, Andrea Migno, Filip Salac, Albert Arenas und Tom Booth-Amos der Fall.

Erst beim fünften Vergehen wird ein Long-Lap-Penalty verordnet – das traf am vergangenen Sonntag in der kleinsten Klasse Riccardo Rossi. WM-Leader Lorenzo Dalla Porta verlor außerdem im Ziel eine Position, weil er in der letzten Runde auf dem Grünstreifen unterwegs war.

«Meiner Meinung nach sollte es nur in den ersten zwei Runden keine Strafen geben», fordert Paolo Simoncelli. «Sollte es eines Tages strengere Vorschriften geben, bin ich sicher, dass es weniger Unfälle geben würde, weil die Fahrer vorsichtiger wären.»

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