Honda in der Moto3: Neue Werksmotoren in Almeria

Von Günther Wiesinger
Moto3
Almeria am Montag: Zulfahmi Khairuddin in der Ongetta-Box

Almeria am Montag: Zulfahmi Khairuddin in der Ongetta-Box

Jetzt ist es mit der Geheimhaltung vorbei. Honda zelebriert beim Almeria den ersten Werkseinsatz in der Moto3-WM – mit drei Teams.

«Über die Moto3-Pläne kann ich hier nicht sprechen», lautete die nicht sehr aufschlussreiche Antwort von HRC-Vizepräsident Shuhei Nakamoto am 13. November beim Valencia-Test, als ihn ein Journalist zum Thema Moto3-Werksmotorräder fragte.

Jetzt ist es vorbei mit der Heimlichtuerei.

Am morgigen Dienstag beginnt auf dem Circuito de Almeria im Süden Spaniens ein dreitägiger Moto3- und Moto2-Test. Und wer die drei Moto3-Teams von Estrella Galicia 0,0 (mit Vizeweltmeister Rins und dem WM-Vierten Alex Márquez), Ongetta (Masbou, Khairuddin) und Racing Team Germany (Vazquez, McPhee) auf die Teilnehmerliste sah, musste kein Prophet mehr sein, um festzustellen: Der Werkseinsatz der Honda Racing Corporation hat begonnen. Denn zumindest die finanzschwachen Teams wie RGT und Ongetta testen üblicherweise um diese Jahreszeit nicht mehr.

Tatsächlich parkt in Almeria ein weiss-blau-rot-lackierter HRC-Lkw hinter den Boxen, eingezwängt zwischen den den Trucks der Teams Ongetta, RTG und Estrella Galicia 0,0. «Honda Racing», steht fett drauf zu lesen.

Es scharwänzelten am heutigen Montag bereits fünf japanische HRC-Techniker durch die Boxen; HRC-Manager Tomo Sato zeigte den Teammanagern erste Pläne der nächstjährigen Werksmaschine. Und erste Vorboten der neuen NSF250R-Honda werden in Almeria bereits getestet. «Wir haben einen neuen Werksmotor bekommen», erzählte Ongetta-Teambesitzer Mirko Cecchini. «Ich weiss noch keine technischen Einzelheiten. Aber ich gehe davon aus, dass er jetzt einen kürzeren Hub hat, angelehnt an die KTM. Den haben wir jetzt in ein diesjähriges FTR-Chassis eingebaut. Für 2014 erhalten wir von Honda komplette Werksmaschinen, also inklusive Chassis.»

Honda verspekulierte sich

Zur Erinnerung: KTM entschied sich beim M32-250-ccm-Viertakt-Motor für die maximal erlaubte Bohrung von 81 mm. Honda wählte eine Bohrung von 78 mm – und zauberte durch den damit deutlich längeren Hub innerhalb des erlaubten Drehzahllimits von 14.000/min nicht genügend Spitzenleistung aus den NSF250R-Motoren!

Als Honda 2012 in die Moto3-WM kam, erwies sich der rund 27.000 Euro teure Production-Racer NSF250R deshalb bald als Reinfall. Alle Teams bis auf MZ (kein Geld) ersetzten die Fahrwerke durch Rolling Chassis von Suter oder FTR.

Honda gewann zwar 2012 mit Maverick Viñales und Romano Fenati die ersten beiden Rennen in Doha und Jerez. Aber KTM triumphierte schliesslich mit Sandro Cortese in der Weltmeisterschaft.

In der Saison 2013 machten die KTM-Fahrer Salom, Rins und Viñales den Titelfight unter sich aus. Die beste Honda (mit Jack Miller) landete in der WM an siebter Stelle. Inzwischen liegt der letzte Honda-Sieg 26 Rennen zurück.

Diese Siegesserie der Offroad-Spezialisten aus Mattighofen im oberösterreichischen Innviertel sitzt wie ein tiefer Stachel im Fleisch der HRC-Manager. Deshalb wurde das Estrella-Galicia-0,0-Team von Emilio Alzamora für 2014 zum Umstieg von KTM auf Honda überredet – mit einer Menge Geld, wie zu hören ist.

Am 9. September (vor dem Aragón-GP) teilte Alzamora dem überraschten KTM-Sportdirektor Pit Beirer mit, dass er die bestellten KTM-Werksmaschinen nicht in Anspruch nehmen und er nach einem Jahr voraussichtlich zu Honda zurückkehren werde.

Mit Rins, Márquez und Khairuddin verfügt Honda 2014 immerhin über drei potenzielle Siegfahrer. Masbou und Vazquez gelten als verlässliche Top-Ten-Fahrer. «Fahmi» Khairuddin, 2012 Zweiter beim Malaysia-GP und 2013 nur WM-Zwölfter, steigt hier in Almeria am Dienstag erstmals auf die Honda. «Ich bin noch nie eine Moto3-Honda gefahren», sagt der bisherige Red-Bull-Ajo-KTM-Werkspilot. «Es geht hier in erster Linie darum, das neue Material kennenzulernen.»

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