Ralf Waldmann: «In Hockenheim bebte der Boden»

Von Günther Wiesinger
Moto3
Ralf Walfmann 2016 als TV-Kommentator mit Jan Stecher und Lucio Cecchinello

Ralf Walfmann 2016 als TV-Kommentator mit Jan Stecher und Lucio Cecchinello

Ralf Waldmann sorgte beim GP von Deutschland in Hockenheim 1991 vor 120.000 Zuschauern für ein Husarenstück. «Ich bin in der letzten Runde vom zehnten auf den ersten Platz vorgefahren», erinnert er sich.

Für Ralf «Waldi» Waldmann bleibt der 125-ccm-GP-Sieg auf dem Hockenheimring 1991 vor 120.000 Zuschauer bis heute ein unvergessliches Erlebnis.

«Es war ein turbulentes Rennen», erinnert sich der Ennepetaler an das Geschehen am 26. Mai vor genau 25 Jahren zurück. «Adi Stadler hat sich in der letzten Runde noch hingelegt. Er hat einen Crash mit Gresini gehabt, das war hinter mir, sie haben um Platz 3 gekämpft, glaube ich. Es war ein ganz enges Rennen. Mein Motorrad war die Werks-Honda von Stefan Prein, der damit 1990 fast die Weltmeisterschaft gewonnen hat. Das Original-Motorrad steht heute übrigens im Museum in Hockenheim beim Eingang zum Hotel.»

Honda vergab damals nach dem dritten WM-Rennen in Jerez die begehrten HRC-Werkskits an die drei bestplatzierten Honda-Fahrer in der WM, um beim Kampf gegen die vielen schnellen Derbi, Aprilia und JJ Cobas-Rotax gewappnet zu sein.

Waldi erhielt damals nach dem Jerez-GP einen HRC-Kit, auch der Schweizer Heinz Lüthi (mit Tom Lüthi nicht verwandt) wurde berücksichtigt, der damals in Hockenheim Platz 3 belegte hinter Waldi und Loris Capirossi. Der italienische Weltmeister traf nur 0,288 sec hinter dem Sieger ins Ziel ein.

Waldmann fuhr damals für das Team von Gerd-Heinz Zwafink, Hauptsponsor war Schuh, Günter Zwafink agierte als Chefmechaniker.

«Die Atmosphäre in Hockenheim war brutal, das Stadion war übelst voll, es hat der Boden gebebt», erinnert sich Waldmann, der damals den Slogan «Waldi find ich gut» prägte und ihn als Aufkleber spazieren fuhr. «Ich bin in der letzten Runde von der zehnten Stelle in einer Harakiri-Aktion nach vorne gefahren. Bis vor kurzem war das Finale des Rennens noch auf YouTube zu sehen. Es war mein erster GP-Sieg...»

«Im Training war ich irgendwo zwischen Platz 5 und 7, so genau weiss ich das nicht mehr. Am Saisonende bin ich WM-Dritter geworden, auch 1992. Dirk Raudies gewann 1993 die 125er-WM, ich wurde WM-Vierter. Nach insgesamt sechs Achtelliter-GP-Siegen bin ich 1993 in die 250er-WM aufgestiegen.»

Übrigens: 1993 übernahm Waldi im deutschen HB-Honda-Werksteam von Dieter Stappert den Platz von Helmut Bradl, der in Hockenheim an diesem 26. Mai 1991 die Gegner in der 250-ccm-Klasse deklassierte.

Ralph Bohnhorst gewann danach zum Drüberstreuen vor ausverkauftem Haus 1991 mit Bruno Hiller noch den Gespann-WM-Lauf.

Heute dauert es drei Jahre, bis die deutschen GP-Piloten drei GP-Siege zustande bringen: Jonas Folger gewann 2015 in Doha und Jerez in der Moto2. Der drittletzte Sieg liegt länger zurück – er gelang Sandro Cortese in der Moto3-WM am 28. Oktober 2012 in Phillip Island/Australien.

«Ja, warum sind diese Zeiten vorbei, als wir Deutschen drei Grand Prix an einem Tag gewonnen haben», lacht Waldi. «Weil wir zu wenig schnelle deutsche Fahrer haben...»

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