MotoGP: Das große Tauziehen um die Startechniker

Von Günther Wiesinger
MotoGP

Viñales hat einen neuen Crew-Chief, Lorenzo auch, dazu Bagnaia, Iannone, Aleix Espargaró, Morbidelli, Zarco und Oliveira. Das große Sesselrutschen der Crew-Chiefs wie Gabarrini und Forcada war spannend.

Nicht nur bei den Fahrern in der MotoGP-Klasse kam es in diesem Jahr zu einem heftigen Sesselrutschen, nur zwei Teams (Movistar-Yamaha und LCR Honda) blieben unverändert, sondern auch bei den Crew-Chiefs. So hatte Aleix Espargaró zum Beispiel bei Aprilia in den letzten drei Monaten drei unterschiedliche Crew-Chiefs: Zuerst den Deutschen Marcus Eschenbacher wie schon 2017, dann wurde er von diesem Posten entfernt, weil durchsickerte, dass er 2019 bei Red Bull KTM und Johann Zarco arbeiten würde. Er sollte keine technischen Geheimnisse mehr über die neuesten Entwicklungen bei Aprilia erfahren und mitnehmen können.

Das Aprilia Racing Team Gresini stellte dann Pietro Caprara an die Seite von Aleix, der vor einem Jahr beim Sky VR46 Moto3-Team bei Bulega entlassen worden war, aber früher auch in der MotoGP-Klasse tätig war. Doch Aleix Espargaró kam mit dem Italiener nicht klar, deshalb wurde ihm jetzt Antonio Jimenez zur Seite gestellt, der schon für Melandri und Gibernau gearbeitet hat und zuletzt bei Intact in der Moto2 für Landsmann Xavi Vierge zuständig war.

Fabrizio Cecchini ist der neue Ansprechpartner für Andrea Iannone bei Aprilia, er kommt vom Gresini-Team, wo er sich um die Moto3-Asse des Del-Conca-Honda-Teams gekümmert hat, also um Weltmeister Jorge Martin und Vizeweltmeister Fabio Di Giannantonio. Jorge Lorenzo konnte den Italiener Christian Gabarrini von Ducati nicht zu Honda mitnehmen, obwohl er dort schon Casey Stoner (zuerst bei LCR, dann bei Repsol) und Jack Miller betreut hat. «Gaba» fühlt sich bei Ducati wohler, er wechselte zu Pramac mit Pecco Bagnaia.

Bei Repsol-Honda gibt es eine Rückkehr von Ramón Aurin, der 2015 und 2016 Crew-Chief von Pedrosa war und dann zu Miller und Nakagami wechselte. Er arbeitet jetzt für Lorenzo. 2017 und 2018 war bei Repsol-Honda Giacomo Guidotti für Pedrosa zuständig, er wurde jetzt von Dani Pedrosa zu Takaaki «Taka» Nakagami und LCR transferiert.

Bemerkenswert ist auch noch, dass sich Maverick Viñales nach einer schwierigen Saison von Ramon Forcada trennte, der schon mit Lorenzo bei Yamaha drei MotoGP-WM-Titel gewonnen hat. Forcada hat jetzt auf Wunsch von Rossi bei Petronas-Yanaha angeheuert – in der Box von Morbidelli. Für Fabio Quartararo kam Crew-Chief Diego Gubellini, der 19 Jahre lang bei Gresini war, bis Ende 2016 eineinhalb Jahre bei Stefan Bradl im Aprilia-Werksteam, 2017 bei Marc VDS für Rabat, 2018 dort für Morbidelli.

Viñales hat sich bei Yamaha statt Forcada seinen Landsmann Esteban Garcia geangelt, der im Sommer 2017 bei KTM im Testteam noch bei Mika Kallio zuständig war, seither bei Bradley Smith im Werksteam. Seine Schwester Bea bleibt weiter als Teamkoordinatorin bei Red Bull KTM. Viñales hat mit Esteban schon 2013 die Moto3-WM auf der Calvo-KTM im LaGlisse-Team gewonnen. Joan Mir, Moto3-Weltmeister 2017, bekam bei Suzuki Ecstar den bewährten Francesco Carchedi als Crew-Chief; er hat 2018 im Ángel-Nieto-Ducati-Team für Abraham gearbeitet.

Im Ducati-Corse-Team arbeiten Dovizioso und Petrucci mit denselben Cheftechnikern zusammen wie 2018. Rossi blieb Silvano Galbusera treu, Marc Márquez arbeitet seit seiner Moto2-Zeit mit dem bärtigen Santi Hernandez zusammen, Alex Rins behielt bei Suzuki den Argentinier José Manuel Cazeaux, den ihm Viñales gern abspenstig gemacht hätte, er kennt ihn aus seiner Suzuki-Zeit.

Bei Red Bull KTM bleibt der Neuseeländer Paul Trevathan an der Seite von Pol Espargaró, für Johann Zarco wurde Marcus Eschenbacher engagiert. Bei Tech3-KTM arbeitet Nicolas Goyon (2017 bei Folger) weiter mit Syahrin zusammen, Guy Coulon jetzt mit Oliveira statt mit Zarco.

DIE MOTOGP-TEAMS UND DIE CREW-CHIEFS

Movistar Yamaha
Rossi: Silvano Galbusera

Maverick Viñales: Esteban Garcia

Repsol Honda
Marc Márquez: Santi Hernandez
Jorge Lorenzo: Ramón Aurín

Suzuki Ecstar
Alex Rins: José Manuel Cazeaux
Joan Mir: Francesco Carchedi

Ducati Corse
Andrea Dovizioso: Andrea Giribuola
Danilo Petrucci: Daniele Romagnoli

Red Bull KTM
Johann Zarco: Marcus Eschenbacher
Pol Espargaró: Paul Trevathan

Aprilia Racing Team Gresini
Aleix Espargaró: Antonio Jimenez
Andrea Iannone: Fabrizio Cecchini

Alma Pramac Ducati
Jack Miller: Cristhian Pupulin
Pecco Bagnaia: Christian Gabarrini

LCR Honda
Cal Crutchlow: Beefy Bourguignon
Takaaki Nakagami: Giacomo Guidotti

Tech3 KTM
Miguel Oliveira: Guy Coulon
Hafizh Syahrin: Nicolas Goyon

Petronas Sepang Yamaha
Franco Morbidelli: Ramon Forcada
Fabio Quartararo: Diego Gubellini

Reale Seguros Avintia Ducati
Tito Rabat: Jarno Polastri
Karel Abraham: Paolo Zavalloni

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