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Der rätselhafte Carlos Reutemann: Erinnerungen an «Lole»

Vor fünf Jahren, am 7. Juli 2021, trauerte die Renn-Gemeinde: Der argentinische GP-Sieger Carlos Reutemann war verstorben. Der Mann mit dem Aussehen eines Filmstars ist für viele ein Rätsel geblieben.

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Im Artikel erwähnt


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Am 7. Juli 2021 starb Carlos Reutemann. Seine Tochter Cora twitterte: «Papa ging in Frieden und Würde, nachdem er wie ein Champion mit starkem und edlem Herzen gekämpft hat. Ich bin stolz und gesegnet für diesen Vater, den ich haben durfte. Ich weiss, dass er mich jeden weiteren Tag meines Lebens begleiten wird – bis wir uns im Hause des Herrn wiedersehen.»

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Der zwölffache GP-Sieger Reutemann hatte in den Jahren davor immer wieder mit erheblichen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. 2017 wurde beim Südamerikaner Leberkrebs diagnostiziert, der erfolgreich behandelt werden konnte. Ihm wurde in New York ein Tumor entfernt.

Aber danach kränkelte Reutemann, und Anfang Mai 2021 verschlimmerte sich sein Zustand rapide. Der frühere Ferrari-Star und langjährige Politiker aus Argentinien musste am 5. Mai ins Krankenhaus in Santa Fé eingeliefert worden, weil er unter Blutungen im Verdauungstrakt litt.

Da sich sein Zustand nicht besserte und weitere Blutungen auftraten, wurde er vier Tage später ins Krankenhaus «Sanatorio Parque» in Rosario geflogen und dort auf die Intensivstation verlegt. Dort konnte konnte sich der frühere Pilot von Brabham (1972–1976), Ferrari (1976–1978), Lotus (1979) und Williams (1980–1982) so weit erholen, dass er nach 17 Tagen nach Santa Fé zurückkehren durfte.

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Doch neun Tage darauf musste sich Reutemann erneut in Spitalpflege begeben, dieses Mal wegen Blutmangels und Dehydrierung, Ende Juni lag er wieder auf der Intensivstation. Es kam zu weiteren Blutungen, bis die Ärzte nichts mehr für ihn tun konnten.

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Der Südamerikaner schlug wie ein Blitz ein in der Königsklasse: Mit seiner Pole-Position beim Formel-1-WM-Debüt ausgerechnet vor heimischem Publikum in Buenos Aires 1972 brachte er seine Landsleute in Ekstase. Er selber blieb ganz ruhig, als wäre der beste Startplatz das Selbstverständlichste der Welt.

Der Nachkomme von Schweizer Auswanderern der Familie Rüttimann hatte das Aussehen eines römischen Feldherrn und hätte mit seinem Charakterkopf glatt Hollywood-Star werden können.

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Hinter dem Lenkrad war er wie viele Südamerikaner: An einem guten Tag so gut wie unschlagbar, an einem schlechten merkwürdig zahnlos, in Selbstzweifeln gefangen.

Leider passierte ihm das ausgerechnet im wichtigsten Rennen seiner Karriere, beim WM-Finale 1981 in Las Vegas gegen Nelson Piquet.

Die Argentinier nannten ihn "El Lole". Wieso? Nach eigenen Aussagen deshalb, weil er von klein auf Tiere liebte und als Knirps entzückt den Ferkeln hinterher rannte – in spanischer Sprache «los lechónes», daraus wurde die Abkürzung «Lole».

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In der Formel 1 bestritt von 1972 bis 1982 insgesamt 146 Grands Prix und feierte dabei zwölf Siege, drei für Brabham, fünf für Ferrari, vier für Williams.

45 Mal stand er auf dem Siegertreppchen. 1981 verlor er den Kampf um den WM-Titel gegen Nelson Piquet in besagtem Finale von Las Vegas, 1975, 1978 und 1980 wurde er jeweils WM-Dritter.

Reutemann gewann auf einigen der fabelhaftesten Formel-1-Strecken: auf dem Nürburgring und dem Österreichring, in Monte Carlo und Interlagos, in Brands Hatch und Watkins Glen.

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Für seine Stallgefährten blieb Reutemann undurchsichtig und unberechenbar. In Brasilien 1981 ignorierte Carlos die Stallorder von Williams und gewann in Rio, Alan Jones ignorierte daraufhin seinen Stallgefährten.

Nachdem er seinen Rennfahrer-Helm an den Nagel gehängt hatte, startete Carlos Reutemann eine erfolgreiche Karriere als Politiker. Von 1991 bis 1995 sowie von 1999 bis 2003 arbeitete er als Gouverneur seiner Heimatprovinz Santa Fé, seit 2003 als Senator – einen Posten, den er bis zu seinem Tod hielt.

  • Carlos Reutemann in der Formel 1

  • 146 Formel-1-WM-Läufe

  • Von Buenos Aires 1972 bis Rio 1982

  • 6 Pole-Positions (davon die erste beim F1-Debüt)

  • 22 Starts aus der ersten Reihe

  • 12 Siege

  • 1974: Südafrika, Österreich, USA

  • 1975: Deutschland

  • 1977: Brasilien

  • 1978: Brasilien, USA-West, Grossbritannien, USA-Ost

  • 1980: Monaco

  • 1981: Brasilien und Belgien

  • 6 beste Rennrunden

  • 45 Podestplatzierungen

  • 66 Punktefahrten (Punkte damals nur für die ersten Sechs)

  • 310 WM-Punkte

  • 648 Führungsrunden

  • WM-Platzierungen

  • 1972 mit Brabham: WM-16.

  • 1973 mit Brabham: WM-7.

  • 1974 mit Brabham: WM-6.

  • 1975 mit Brabham: WM-3.

  • 1976 mit Brabham und Ferrari: WM-16.

  • 1977 mit Ferrari: WM-4.

  • 1978 mit Ferrari: WM-3.

  • 1979 mit Lotus: WM-7.

  • 1980 mit Williams: WM-3.

  • 1981 mit Williams: WM-2.

  • 1982 mit Williams: WM-15. (nur zwei Rennen)

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