KTM-Roll-out Spielberg: «Ein emotionaler Moment»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Pit Beirer ist erleichtert. Der Funktionstest mit der MotoGP-KTM RC16 auf dem Red Bull Ring offenbarte keine technische Probleme. «Wir können viele Kilometer abspulen», sagt er.

Eigentlich war das Roll-out der neuen KTM RC16 erst für November geplant, weil sich die ersten Prüfstandtests vom Mai auf den 1. Juli verzögert hatten.

Aber jetzt wurde ein 3-Tage-Test auf dem Red Bull Ring anberaumt. Es wird inklusive Samstag mit Alex Hofmann der erste Funktionstest erledigt.

Pit Beirer, Motorsport Director von KTM, sprach von einem «emotionalen Moment».

Pit, worum geht es bei diesem Test in erster Linie?

Es geht zum ersten Mal um die absoluten Grundlagen. Du kannst dir ja vorstellen, wie viel Theoriearbeit bisher in dieses Motorrad gesteckt wurde. Dann gab es Prüfstandstunden... Und jetzt erleben wir zum ersten Mal, wie sich das Motorrad wirklich beim Debüt auf der Rennstrecke verhält.

Das ist ja eine komplett neue Erfahrung. Wir sind weit weg von jeder Detailarbeit.

Das ist ein Funktionstest. Wir schauen mal, wie viele Kilometer wir auf den Motor drauf bekommen. Den ersten Motor bauen wir heute Abend nach dem zweiten Testtag sicherheitshalber aus.
Aber diese erste Ausfahrt auf der Rennstrecke hat sehr gut funktioniert. Wir sind echt positiv überrascht, dass wir jetzt schon eineinhalb Tage problemlos fahren. Wir sammeln jetzt viele Daten, mit denen wir in den nächsten Wochen arbeiten können.

Wie viele Bikes sind bisher fertig?

Wir fahren daheim mit einem Motorrad permanent auf dem Rollenprüfstand. Und wir fahren jetzt momentan mit dem zweiten Motorrad auf der Strecke.

Motorenkonstrukteur Ing. Kurt Trieb sagte, es werden vorläufig vier bis fünf Motoren startklar gemacht?

Ja, wir haben auf jeden Fall genügend Motoren-Material, damit wir fahren können.

Wie sehen die nächsten Schritte aus. Es testen einige MotoGP-Teams von 25. bis 27. November in Jerez. Aber KTM wird sich momenten von direkten Vergleichen fernhalten?

Jerez ist momentan nicht geplant. Aber wir möchten in diesem Jahr noch einmal auf die Strecke gehen. Wir hatten für den Red Bull Ring zwei Wunschtermine, wussten aber nicht, wie zu diesem Zeitpunkt im Jahr in der Steiermark das Wetter sein wird. Das ging jetzt super.
Wir werden bei diesem Test nicht allzu viele Bruchteile produzieren. Es könnte ja beim Roll-out auch ein Desaster geben, mit kaputten Motoren und einem demolierten Fahrzeug. Dann müssten wir keinen zweiten Test mehr planen vor Weihnachten. Aber es ging jetzt echt gut. Deshalb werden wir in diesem Jahr sicher noch ein zweites Mal auf die Strecke gehen.

Dann müssen wir durchschnaufen und neues Material anfertigen, dann müssen wir Motoren und Motorräder in grösserer Stückzahl ranschaffen.

Was ist die wichtigste Erkenntnis von diesem Roll-out?

Das Schönste und Wichtigste war, dass es für unser Team ein emotionaler Moment war, das Motorrad fertig in der Box stehen zu haben. Und zu sehen, dass KTM jetzt eine fertige MotoGP-Maschine besitzt.

Also Emotion und Projektstart auf der Strecke, das war jetzt meiner Meinung nach genau so wichtig wie jegliche Rundenzeit.
Der zweite Schritt war: Was sagt der Alex, wenn er nach den ersten Runden an die Box zurückkommt? Läuft das Motorrad ordentlich geradeaus? Fühlt es sich an wie ein Rennmotorrad?
Das hat er uns alles bestätigt.

Wir haben uns eigentlich nicht angemasst zu sagen, wir können mit dem neuen Motor schon einen Dauertest fahren. Aber wir haben echt schon einige Kilometer mit dem ersten Motor abgespult.

Somit haben wir vom ersten Schritt schon auf Kilometer-Abspulen umgeschaltet. Aber es ist immer noch ein Funktionstest und kein Performance-Test. Wir fahren von 10 bis 16 Uhr, auch morgen wieder.

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