Rallye der Götter: Neuville und Ogier im engen Duell um den Sieg
Vor dem Abschlusstag der Akropolis-Rallye Griechenland liegen die Weltmeister der beiden letzten Jahre Thierry Neuville und Sebastien Ogier gerade 4,1 Sekunden auseinander.
Hyundai-Pilot Thierry Neuville führt die Rallye Griechenland seit der WP4 am Freitag an, doch Sebastien Ogier im Toyota liegt weiterhin dicht hinter ihm.
Neuville geht mit einem Vorsprung von 4,1 Sekunden in den Sonntag, nachdem er vehemente Angriffe von Ogier abwehren konnte.
Der Belgier startete am Samstag mit einem Vorsprung von 9,7 Sekunden. Auf den eraten vier Wertungsprüfungen am Vormittag holte der neunmalige Weltmeister Ogier sechs Sekunden auf seinen Rivalen auf, sodass der Rückstand nun nur noch 3,7 Sekunden betrug.
Bei noch zwei verbleibenden Wertungsprüfungen am Nachmittag schwamm Ogier gegen den Strom und hatte nur einen Ersatzreifen dabei. Alle anderen Rally1-Piloten hatten zwei Pneus mitgenommen.
Ogiers Entscheidung brachte jedoch nicht den erhofften Geschwindigkeitsvorteil, denn stattdessen bestimmte Neuville auf der WP12 mit einem souveränen Vorsprung von 7,1 Sekunden das Tempo und baute seinen Vorsprung auf 10,8 Sekunden aus.
«Das ist gut», freute sich Neuville. «Ich hatte eine großartigen Tag. Das Auto lief phantastisch. Es war superschnell und ich habe es wirklich genossen. Aber es ist noch nichts entschieden, aber wir sind optimistisch».
Ogier erreichte die Kontrollstelle kurz nach Fourmaux (Hyundai), der wegen eines Reifenschadens anhalten musste und dadurch vom dritten auf den sechsten Platz zurückgefallen war. Er gestand jedoch ein, dass er im Staub seines französischen Landsmanns fast keine Zeit verloren habe.
«Es hat mich nicht viel gekostet, es hat mich nur in einigen Kurven etwas gestört - es war nicht allzu schlimm», kommentierte der amtierende Weltmeister.
Auf der Menalo Mt 2 wendete sich das Blatt jedoch, denn diesmal war es Ogier, der deutlich Boden gutmachte. Neuville verlor auf der letzten Samstag-WP über 6,7 Sekunden auf seinen Rivalen, wodurch sich sein Vorsprung vor den letzten vier WPs am Sonntag auf nur noch 4,1 Sekunden verringerte.
Neuville beschädigte seinen Hyundai in einer der letzten Kurven des Tages, was zu einem Kühlmittelleck führte. Er stellte aber heraus: «Alles ist in Ordnung».
Der WM-Führende Eflyn Evans (Toyota) jagte den auf Platz vier fahrenden Josh McErlean (M-Sport Ford) und rückte vor der letzten Etappe am Samstag bis auf vier Sekunden an den Iren heran.
McErlean kämpfte mit einem Stoßdämpferproblem, sodass er für Evans eine leichte Beute zu sein schien. Doch Evans war gezwungen, auf der WP anzuhalten und einen Reifen zu wechseln, wodurch er vom fünften auf den siebten Platz zurückfiel.
«So etwas kommt vor», kommentierte Evans das Pech. «Es kam völlig unerwartet. Der Reifenschaden trat sehr plötzlich ein, sodass ich tatsächlich kurz davor war einen Abflug zu haben. Ich konnte nach dem Reifendefekt die nächste Kurve nicht mehr anbremsen, aber alles ist noch einmal gut gegangen».
McErlean konnte jedoch keine Position gutmachen, da Fourmaux ihn mit nur einer Sekunde Vorsprung noch auf den vierten Platz verdrängte. Vor Fourmaux liegt der zweifache Saisonsieger Takamoto Katsuta mit 43,6 Sekunden Vorsprung auf Platz drei.
Toyota-Youngster Sami Pajari nahm am Samstag Dani Sordo (Hyundai) ins Visier und startete am Nachmittag mit einem Rückstand von 16,9 Sekunden auf den zuvor auf Platz sieben liegenden Spanier. Sordo baute seinen Vorsprung auf Pajari nach der WP12 um weitere 3,7 Sekunden aus, doch WP13 wurde für den Teilzeit-WM-Teilnehmer zum Pechfall. In der letzten Wertungsprüfung des Tages fing er sich einen Reifenschaden vorne rechts ein. «Das ist nicht unsere Rallye», bedauerte Sordo.
Pajari rückte somit auf den sechsten Platz vor, 39,5 Sekunden vor Sordo, während Evans 4,8 Sekunden hinter Pajari ins Ziel kam.
Martins Sesks verlor bereits vor Beginn des Nachmittags 3.10 Minuten, da er den Service mit erst 19 Minuten Verspätung verließ. Sein Ford hatte partout nicht anspringen wollen.
Der 26-jährige Lette beendete den Tag daher nur auf Platz 11 hinter den beiden mit ihren Skodas in der WRC2-Kategorie führenden Fahrern Andreas Mikkelsen und Robert Virves.
Jon Armstrong (Ford) und Oliver Solberg (Toyota) kamen nach ihren Ausfällen am Freitag beide unbeschadet über die Ziellinie. Armstrong erlebte an der letzten Kontrollstelle noch einen Schreckmoment, als im linker Heckbereich seines Ford Puma Rally1 kurzzeitig ein Feuer entfachte.
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