Marquez-Entscheidung fällt nach dem Warm-up! Was mit seinem Handschuh war
Alex Marquez stürzte am Freitag schwer. Am Samstag fuhr er im Sprint, wurde 13. Das Q2 hatte er noch ausgelassen. Wie der Plan für den GP-Sonntag aussieht. Und warum sein Handschuh ihn nicht schützte.
Alex Marquez sorgte bei den MotoGP-Fans zuletzt für einige Schreckmomente: Am Freitag verunfallte er auf dem TT Circuit in Assen schwer, sein Crash sorgte für eine Unterbrechung der Trainings-Session. Erinnerungen an Barcelona kamen hoch, wo er sich vor wenigen Wochen schwer verletzt hatte, unter anderem an einem Wirbel und am Schlüsselbein. Letztes Jahr in Assen hatte er ebenfalls einen schweren Sturz. Die Diagnose am Freitagabend des diesjährigen Assen-Wochenendes war dann aber verhältnismäßig entspannt: Schürfwunden und eine Schulterprellung. Das Schlüsselbein blieb unversehrt.
Er fährt, er fährt nicht, er fährt...
Entsprechend bekam Alex Marquez am Samstagmorgen dann auch die Freigabe zum Racing. Im FP2 trat er an und fuhr souverän. Doch im Q2 dann die Schreckmeldung: Alex Marquez setzt aus. Er nahm also Startplatz 12 in Kauf, versuchte sich gar nicht erst im Kampf um die Pole. Im Sprint fuhr er dann aber mit – anders als sein Teamkollege Fermin Aldeguer, für den das Rennen nach seinem Freitagsunfall (nur wenige Minuten vor Alex Marquez) beendet war.
Nach Platz 13 im Sprint sagte der Gresini-Ducati-Pilot: «Ich habe beschlossen, weiterhin mehr Zeit und mehr Runden auf dem Motorrad zu absolvieren und mich gleichzeitig von meiner Verletzung an Schulter und Schlüsselbein sowie den Stürzen in Montmelo (bei Barcelona, Anm.) zu erholen. Ich denke, das ist der beste Weg, um den Körper wieder in Form zu bringen.» Assen ist nach Brünn sein zweiter Comebackversuch nach dem schweren Unfall mit Acosta im Catalunya-GP.
Zeit auf der Strecke zur Genesung
Zu seinem Unfall am Freitag sagte er: «Der Sturz gestern war natürlich nicht geplant, aber heute war es wichtig, den Sprint ohne Risiko zu fahren, mich von weniger auf mehr zu steigern und zu versuchen, niemanden zu überholen, sondern einfach nur auf der Strecke zu bleiben und Runden zu fahren.» Von Startplatz 12 verlor er nur eine Position.
Marquez ergänzt: «Gestern habe ich einen großen Fehler gemacht, als ich versucht habe, über meine Möglichkeiten hinauszugehen, denn die erste schnelle Runde war gut und ich lag bereits auf Platz 6 oder 7. Ich wollte also Zweiter werden, und das war in meiner aktuellen Verfassung nicht die richtige Denkweise.» Er hat sich also schlichtweg übernommen.
Darum schützte der Handschuh nicht
Dazu kam noch: Als er stürzte, saß seine Schutzkleidung nicht richtig. Daher bekam er schlimme Schürfwunden. Marquez: «Es war meine Schuld. Ich habe vor der Attacke den Helm und die Handschuhe ausgezogen, habe stark geschwitzt, alles war richtig verschwitzt. Ich habe den Handschuh zugeknöpft, aber wegen des Schweißes und der Hitze hätte ich ihn etwas fester schließen müssen. Das war also ganz allein meine Schuld, und ich möchte mich bei Alpinestars entschuldigen, denn letztendlich geht es um deren Image, aber es war die Schuld des Fahrers.» Alpinestars stattet Marquez mit Schutzkleidung wie Lederkombi und Handschuhen aus.
Nach dem Unfall am Freitag ließ sich Marquez ordentlich durchchecken. Er verriet: «Das Schlüsselbein ist in Ordnung. Das ist das Wichtigste. Heute geht es mir am Kopf, am Nacken und überall nicht wirklich gut, aber es ist okay.»
So geht's am Sonntag weiter
Wie ist jetzt der Plan für den Rennsonntag? Marquez: «Morgen werden wir es so machen wie heute. Wir versuchen, das Warm-up zu fahren. Nach dem Warm-up werden wir entscheiden, ob wir das Rennen fahren oder nicht. Aber wenn wir das Rennen fahren, werde ich versuchen, so viele Runden wie möglich zu fahren – allerdings ohne Risiko und mit möglichst viel Gelassenheit.» Also eine Art Reha-Rennen ohne Druck – und vor allem möglichst ohne Sturzrisiko – und ohne weitere Schreckmomente.
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