Markus Reiterberger 2018: Superstock-EM? Superbike?

Von Ivo Schützbach
Markus Reiterberger wartet auf die richtige Gelegenheit

Markus Reiterberger wartet auf die richtige Gelegenheit

Mit den Rängen 13 und 9 lieferte Markus Reiterberger bei seinem Wildcard-Einsatz auf dem Lausitzring eine solide Vorstellung in der Superbike-WM ab. Die Zukunft des dreifachen Deutschen Meisters ist ungewiss.

Nach 2013 und 2015 gewann Markus Reiterberger in diesem Jahr zum dritten Mal die IDM Superbike. Für ihn und das Team Van Zon Remeha BMW von Werner Daemen ist klar, dass Reiti in einer höheren Kategorie fahren muss – in der IDM wird er nicht mehr schneller.

Doch klar ist: Die Werksteams von Kawasaki, Ducati und Yamaha sind für die Superbike-WM 2018 besetzt. Bei Honda und Aprilia steht der 23-Jährige nicht auf der Liste, bei MV Agusta auch nicht. Zu Althea BMW möchte er nicht zurückkehren und der Start in einem Privatteam macht keinen Sinn, wenn man in die Top-5 fahren möchte.

Reitis Manager Werner Daemen arbeitet mit Hochdruck daran, seinen Schützling für 2018 in einem guten Team unterzubringen. Idealerweise würde der Belgier mit seiner IDM-Mannschaft und Reiterberger in die Superbike-WM aufsteigen, dafür hat er bislang aber nicht das nötige Budget beisammen.

Eine Überlegung ist, mit Reiti 2018 Superstock-1000-EM zu fahren, die im Rahmen der europäischen Superbike-WM-Events ausgetragen wird. Dann wären Fahrer und Team schon mal im richtigen Fahrerlager und könnten sich in Ruhe auf 2019 vorbereiten, wenn die neue BMW S1000RR auf den Markt kommt. Und, so die Hoffnung von Werner Daemen, BMW sein Team dann als Aushängeschild in der Weltmeisterschaft wählt und entsprechend unterstützt.

«Ich hoffe, dass wir alle gemeinsam so schnell wie möglich in die WM aufsteigen können», erzählte Reiti SPEEDWEEK.com. «Wir haben auf dem Lausitzring kein schlechtes Bild abgeliefert, wir brauchen nur die Gelegenheit, dass wir das noch mal machen können. Ich bin dem Team und den Mechanikern sehr dankbar, die wochenlang gratis für mich geschuftet haben, jeder hat sein eigenes Geld in die Hand genommen und viel Energie reingesteckt.»

Reiterberger fuhr die Saison 2016 sowie die ersten drei Events 2017 für das Team Althea BMW fix in der Superbike-WM, mit dem IDM-Team von Werner Daemen absolvierte er bislang vier Wildcard-Einsätze. Wie schneiden die Teams im Vergleich ab?

«Ich habe auf dem Lausitzring gesehen, was wir an einem Wochenende an Erfahrung gesammelt haben», bemerkte das Obinger. «Wir haben uns jeden Tag deutlich verbessert, das brauchst du in der WM auch. Mit drei Testtagen und drei Tagen am Rennwochenende haben wir das Motorrad richtig nach vorne gebracht. Wenn wir die Gelegenheit dazu hätten mehr zu machen, dann würde da richtig was gehen – auf alle Fälle. In meinem vorherigen Team habe ich das vermisst. Das Motorrad war so – und aus. Bei mir lief das alles nicht so reibungslos ab wie im Team von Werner. Dort ist jeder euphorisch und mit 100 Prozent dabei. Jeder will sich in seinem Bereich verbessern, man macht immer weiter, jeder will mir ein besseres Bike geben, so motiviert man sich gegenseitig. Gustl Auinger hat mir einen guten Satz gesagt. Er hat mit Marc Márquez geredet und ihm gesagt, dass es ein Wahnsinn sei, wie er in Spielberg die dritte Kurve mit über 300 km/h so spät anbremsen kann. Marc meinte, Vertrauen in die Technik und das Team machen das möglich. Das muss passen. Man kann nicht einfach schneller fahren, nur weil jemand sagt, dass es der Teamkollege ja auch kann.»

«Mir ist es lieber, wenn es familiär zugeht», gibt Reiti zu. «Das macht auch mehr Spaß und der Erfolg kommt irgendwann. Wenn man zu verbissen ist, und das nur noch ein normaler Job ist, dann ist es nicht so schön. Ich weiß noch nicht, wie es 2018 weitergeht. IDM planen wir nicht mehr für mich, ich will eine Stufe höher unterkommen – am Liebsten mit meinem jetzigen Team.»

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