BMW macht Urlaub, alle Superbike-Teams müssen warten

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM

Von den verbliebenen freien Plätzen für die Superbike-WM 2019 sind jener bei Red Bull Honda und die zwei im Milwaukee-Team von Shaun Muir die begehrtesten. Weshalb sich alles verzögert.

Die Liste mit interessanten Fahrern ist für Honda ebenso lang wie für Shaun Muir Racing (SMR), dieses Jahr als Milwaukee Aprilia in der Superbike-WM unterwegs. Die vielfachen Laufgewinner Tom Sykes (34 Siege), Marco Melandri (22) und Eugene Laverty (13) buhlen um diese Plätze, aber auch starke Fahrer wie Javier Fores, Lorenzo Savadori, Loris Baz, Jordi Torres, Superstock-1000-EM-Leader Markus Reiterberger und Noch-MotoGP-Pilot Scott Redding.

Priorität hat für beide Teams die Verpflichtung von Sykes oder Laverty. Erst wenn die beiden vom Markt sind, wird sich alles andere ergeben. Vor ihrer Unterschrift – egal bei wem – wollen die Briten aber wissen, wie es bei SMR weitergeht.

Shaun Muir traf sich vergangenes Wochenende beim MotoGP-Event in Silverstone mit Verantwortlichen von Aprilia und Ducati, es ist nach wie vor offen, mit welchem Hersteller SMR 2019 arbeitet.

Es wird zwischen Ducati und BMW ausgehen, die Trennung von Aprilia zeichnet sich ab.

Muir verlangt von Aprilia, dass sie sich zukünftig deutlich mehr in die Motorradentwicklung einbringen und er gleichzeitig weniger bezahlen muss. Ein Vorschlag, den Aprilia-Rennchef Romano Albesiano ablehnt.

Paolo Ciabatti, Sport-Direktor von Ducati, hätte nichts dagegen, 2019 neben Aruba und Barni ein weiteres Team mit den neuen 1000-ccm-V4-Maschinen auszurüsten.

Muir müsste bei Ducati einen ähnlichen Betrag wie bei Aprilia bezahlen, die Marke ist für seine Sponsoren aber deutlich reizvoller und er hätte das gleiche Material wie das Werksteam. Ducati wird 2019 viel Zeit und Geld in die Entwicklung der V4 stecken, während sich Aprilia auf die MotoGP-WM konzentriert und SBK seit Jahren stiefmütterlich behandelt.

Bei BMW ist bislang keine Entscheidung gefallen, in welchem Umfang man in der kommenden Saison mit der neuen S1000RR anftritt. Aktuell sind einige Entscheidungsträger im Urlaub, Shaun Muir muss sich mit Antworten ebenso gedulden wie Althea-Boss Genesio Bevilacqua, der 2018 die einzige BMW im SBK-Feld einsetzt.

Werner Daemen möchte mit seinem Superstock-Team alpha Racing Van Zon und Markus Reiterberger in die Weltmeisterschaft aufsteigen und hat BMW angeboten, deren offizielles Entwicklungsteam zu werden.

Muir hingegen hat nur Interesse, wenn er von BMW fertige Werksrenner hingestellt bekommt und sich der bayerische Hersteller um die Entwicklung kümmert.

«Ich hoffe, dass ich mich diese Woche mit meinen Sponsoren einige», teilte Muir SPEEDWEEK.com mit. «Anschließend werde ich die Gespräche mit den Herstellern wieder aufnehmen. Wie es momentan aussieht, wird sich die Fahrerverpflichtung auf Oktober verschieben. Es gibt mehr gute Fahrer als gute Plätze, ich bin in einer starken Position.»

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