Evo-Klasse: Ab 2015 wieder neue Regeln

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Wenn 2014 erstmals Evo-Bikes in der Superbike-WM antreten, werden Honda, Yamaha und Suzuki nicht konkurrenzfähig sein. Für 2015 soll sich das ändern.

Weil sich die Hersteller nicht auf ein seriennahes technisches Reglement für 2014 einigen konnten, hat WM-Vermarkter Dorna eigenmächtig das Evo-Reglement als Alternative eingeführt. Diese Motorräder sind identisch mit den jetzigen Werksrennern, müssen aber Motor und Elektronik nach viel günstigerem Superstock-Reglement haben.

Wie bei den reinrassigen Superbikes gilt bei den Evo-Bikes für Brems- und Federelemente zukünftig ein Kostendeckel. So sollen etwa die Kosten für Bremsen von 50.000 Euro pro Fahrer und Saison auf 30.000 gesenkt werden. Lieferanten wie Brembo oder Nissin halten fest, dass dies bei gleichbleibender Performance unmöglich ist.

Evo: Es fehlen bis zu 30 PS

Hinsichtlich Motor-Tuning gibt es für die Evo-Bikes die größten Einschränkungen. Leistungssteigernde Maßnahmen dürfen lediglich nach Superstock-Reglement vorgenommen werden, jegliche Modifikationen an Zylinderkopf, Nockenwelle, Nockenwellenantrieb, Kolben, Zylinder, Kurbelwelle, Motorgehäuse oder auch Kupplung sind strikt verboten! Was bleibt ist ein praktisch serienmäßiger Motor, wie er vom Band rollt. Außerdem müssen die Evo-Bikes mit der Serienelektronik auskommen. Nach heutigen Maßstäben wird der Leistungsunterschied 20 bis 30 PS betragen.

«Nach Superstock-Reglement ist immer der Hersteller im Vorteil, dessen Motorrad dem jüngsten technischen Stand entspricht», sagte Honda-Manager Carlo Fiorani zu SPEEDWEEK.com. «Wir brauchen aber Regeln, mit denen jeder Hersteller zu jeder Zeit in der Lage ist, konkurrenzfähig zu sein.» Stand heute haben Honda, Yamaha, Suzuki, KTM und Aprilia nach Evo-Reglement keine Chance gegen BMW, Ducati und Kawasaki.

Supersport-Regeln bieten mehr Freiheit

«Das Reglement, so wie es jetzt in der IDM ist, hätte ich mir auch für die Evo-Klasse erhofft», sagte Yamaha-Teamchef Michael Galinski. «Dann hätte man auch darüber nachdenken können, da mitzufahren. So wie ich das jetzt gelesen habe, ist das ein Stocksport-Reglement. Da kann man mit der Yamaha also genau so gut mitfahren wie jetzt im Stocksport – das heißt überhaupt nicht. Den größten Schritt haben wir in der IDM gemacht, als die Nockenwellen frei wurden. Wir dürfen die Zylinderköpfe zwar nicht bearbeiten, aber wir dürfen die Nockenwellen anders haben.»

Inzwischen ist klar, dass 2014 lediglich ein Übergangsjahr sein wird. Für 2015, wenn alle nach Evo-Reglement fahren müssen und die heutigen Superbikes Geschichte sind, wird ein neues Reglement kommen. Dieses wird die technischen Kosten deutlich senken, gleichzeitig aber so viel Freiheit bieten, dass jeder Hersteller konkurrenzfähig sein kann.

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