Exklusiv: Wieso die BMW S1000RR weniger Krawall macht

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
BMW hat sich in der Superbike-WM 2016 als vierte Kraft etabliert, Jordi Torres und Markus Reiterberger konnten feine fünfte Plätze herausfahren. Welche Wirkung das in München hat, erklärt Rennchef Berthold Hauser.

Im Gegensatz zu Ducati, Kawasaki, Yamaha und MV Agusta leistet sich BMW in der Superbike-WM kein Werksteam, die Bayern stehen aber als starke Partner für Motoren und Elektronik an der Seite der Teams Althea und Milwaukee.

SPEEDWEEK.com sprach mit Rennsport-Direktor Berthold Hauser über Technik und die Erwartungshaltung im BMW-Mutterhaus in München.

Zwei BMW in den Top-10 zu haben, ist mittlerweile normal. Wie wird das intern bei BMW in München aufgefasst?

Wir bekommen überall sehr positive Rückmeldungen. Das zeigt mir, dass es mit Interesse aufgenommen wird. Die Märkte, die sich an der WM beteiligen – Deutschland, Italien und Großbritannien – verwenden das immer gerne und sind glücklich. Aus Mitarbeiterkreisen kommen Mails in Hülle und Fülle, Leute, die saugut finden was wir machen und die Reiti anspornen.

Dass mit Markus Reiterberger ein junger Bayer mit 22 Jahren auf einer BMW sitzt, sorgt in München für einen Extradrive oder?

Absolut, das ist ein Topbooster, die Leute fiebern mit.

Wir haben die heutigen technischen Regeln im zweiten Jahr. Ducati und BMW kritisierten, dass sie nicht seriennah genug sind, Honda schimpfte, dass zu wenige Änderungen erlaubt sind. Jetzt sehen wir, dass das Feld zusammengerückt ist.

Ich stehe weiterhin zu meinen damaligen Aussagen.

Was zu einer Farce geworden ist, ist das Thema Elektronik. Dieses Reglement mit dem Preisdeckel, da lacht die Koralle. Mir braucht keiner erzählen, dass die heutige Aprilia-Elektronik eine Kundenelektronik ist, die man für 8000 Euro im gesamten Umfang kaufen kann.

Die jetzige Regel ist zur Absurdität verdammt und wird es bleiben. Ich lade jeden gerne ein, unsere Philosophie zu prüfen. Wir haben ein Paket geschnürt, das für jeden Kunden verfügbar ist. Das ist Kundensport.

Das heutige Reglement schreibt vor, dass der Unterbau des Motors gleich bleiben muss. Inzwischen entwickeln Hersteller aber einen Unterbau in der Superbike-Version, der innerhalb der Serie als Sondermodell angeboten wird.

Der Grundgedanke der Regeländerung war Geld sparen. Ist es heute günstiger?

Nein, behaupte ich. Die Personalkosten sind nicht weniger geworden, das mit den Elektronikkosten ist eine Lachnummer.

Nützt ihr das neue Lärmmaximum von 115 db aus?

Nicht ganz – weil wir es nicht brauchen. Akrapovic hat einen phantastischen Job gemacht und eine neue Rohrführung entworfen. Durch die Änderungen der Rohrlänge und der Rohrführung haben sie im Drehmoment zugelegt, genau im richtigen Bereich.

Wenn wir unter 110 db gehen büßen wir ein, was wir gewonnen haben. Wir haben mit 112 db die beste Performance.

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