Neue Supersport-Honda CBR600RR bekommt Ride-by-wire

Von Ivo Schützbach
Supersport-WM
In der Supersport-WM 2020 sehen wir nur zwei Honda

In der Supersport-WM 2020 sehen wir nur zwei Honda

Seit 2017 wird die Honda CBR600RR in Europa nur noch für die Rennstrecke verkauft. Für die Supersport-WM 2021 ist ein neues Homologationsmodell aus Japan vorgesehen.

Das derzeitige Honda-Modell CBR600RR erfüllt weder die Lärm- noch Abgasvorschriften, die mit der Norm Euro 4 seit dem 1. Januar 2017 verbindlich sind. Während das Motorrad im Rest der Welt weiterhin für den Straßengebrauch verkauft wird, bekommen es in Europa nur noch Kunden, die es auf der Rennstrecke einsetzen wollen.

Für 2020 brachte Honda die CBR1000RR-R Fireblade für die Superbike-WM. Und 2021 soll endlich ein neues Homologationsmodell für die Supersport-WM kommen. Das jetzige Modell ist seit Januar 2013 im Einsatz!

Den größten Unterschied an der neuen CBR600RR wird die Elektronik ausmachen: Nach Yamaha, Kawasaki und MV Agusta rüstet auch Honda seine Supersport-Maschine endlich mit Ride-by-wire aus, womit sich die Traktions- und Wheelie-Kontrolle viel feiner einstellen lassen.

Seit 2019 ist in der Supersport-WM die Einheitselektronik von MecTronik vorgeschrieben, welche für Motoren mit Ride-by-wire ausgelegt ist. Die aktuelle Honda hat kein solches System und muss deswegen diverse Nachteile in Kauf nehmen.

Die neue CBR600RR wird voraussichtlich nur für den asiatischen Markt gebaut und muss deshalb nicht zwingend die in Europa vorgeschriebenen Abgasnormen erfüllen – die Vorschriften in Japan und den USA sind weniger streng. Für Europa soll mittelfristig eine RR in der Größenordnung von 650 ccm kommen.

«Mit einigen kleinen Änderungen würde bereits die aktuelle CBR600RR die Euro-4-Norm erreichen», sagte Ronald ten Kate, Prinzipal des erfolgreichsten Supersport-WM-Teams, bereits vor drei Jahren.

Um Rennsport betreiben zu können, muss ein Motorrad nicht in Europa homologiert sein, eine Homologation in Japan oder den USA ist ebenso ausreichend. Und Abgasnormen sind im Rennsport nicht relevant.

In Europa liegt der Markt für 600er-Supersport-Bikes seit Jahren darnieder, in Südostasien kaufen die Menschen hingegen immer hubraumstärkere Maschinen. Nach und nach steigen sie von ihren 150-ccm-Mopeds und -Rollern auf die heutigen kleinen Bikes mit 250 bis 400 ccm um, der nächste Schritt sind die 600er.

Yamaha hat seit 2017 die aktuelle R6, Kawasaki brachte 2013 die 636. Sollte der Markt in Asien in diesem Segment wie erwartet wachsen, will Honda mitmischen.

In der 1999 etablierten Supersport-WM ist Honda mit neun Fahrer-Titeln am erfolgreichsten, gefolgt von Yamaha (7), Kawasaki (4) und Suzuki (1).

Für sämtliche Honda-Titel sorgte das Team Ten Kate. Die Niederländer stiegen nach der Saison 2016 aus der Meisterschaft aus, weil es keine Unterstützung von Honda mehr gab und sich der größte Motorradhersteller seither auf die Superbike-WM konzentriert.

Der letzte Supersport-Sieg von Honda datiert auf den 30. Oktober 2016, als der Brite Kyle Smith in Katar für das PTR-Team von Simon Buckmaster gewann. Der 59-Jährige ist der letzte Teamchef, der Honda in dieser Weltmeisterschaft die Treue hält: Er stellt 2020 mit Hikari Okubo und Patrick Hobelsberger die einzigen Honda im Feld.

Die letzten drei WM-Titel gewannen Randy Krummenacher, Sandro Cortese und Lucas Mahias auf Yamaha, davor siegte zweimal Kenan Sofuoglu auf Kawasaki.

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