Wales: Frühes Pech verhindert bei Evans den Erfolg

Von Toni Hoffmann
WRC

Bei seinem Heimspiel in der Rallye-Weltmeisterschaft war der Waliser Elfyn Evans zusammen mit dem späteren Sieger Ott Tänak der schnellste Pilot, sein Pech am Freitag verhinderte den Erfolg.

Die Zeiten passten, nur das Ergebnis nicht: Elfyn Evans und Beifahrer Scott Martin konnten sieben der 22 Wertungsprüfungen (WP) der WM-Rallye Großbritannien bei ihrem Comeback nach krankheitsbedingter Pause für sich entscheiden. Ein Reifenschaden auf der 16,19 Kilometer langen WP 3 hatte die Briten aber bereits am Freitag um 43,3 Sekunden zurückgeworfen und damit aller Siegchancen beraubt: Im Ziel fehlte dem Duo mit ihrem M-Sport Ford Fiesta WRC, der auf dem in Köln-Niehl produzierten Kleinwagen basiert, exakt 48,6 Sekunden auf Platz eins. Nach einer spannungsreichen Aufholjagd kämpften sich Evans/Martin noch bis auf Rang fünf vor.

Pontus Tidemand/Ola Floene erreichten das Ziel als Siebte Damit unterstrichen die Schweden ihre steile Lernkurve am Steuer eines der rund 380 PS starken World Rally Cars. Teemu Suninen/Jarmo Lehtinen mussten auf das Finale verzichten: Sie hatten ihren Turbo-Allradler bei einem Ausritt am Samstagmorgen so stark beschädigt, dass im Etappenziel eine Reparatur bis zum Sonntag nicht mehr möglich war.

«Wir haben vielleicht nicht das Resultat eingefahren, dass wir uns an diesem Wochenende gewünscht hätten - dennoch können wir aus der Performance von Elfyn Evans eine Menge Zuversicht für die letzten beiden WM-Läufe der Saison schöpfen», unterstreicht M-Sport-Teamchef Richard Millener. «Mit sieben Wertungsprüfungs-Bestzeiten konnten sie deutlich aufzeigen, wie schnell unser Fiesta WRC ist. Ohne den Plattfuß am Freitag hätten wir um den Sieg gekämpft. Wir wissen, dassunser Ford schnell genug ist, um Rallyes zu gewinnen. Und wir wissen, dass auch Elfyn in der Lage ist, auf Platz eins zu fahren. Der Ausgang der Rallye Großbritannien hinterlässt zwar etwas Frust, aber wir nehmen viel Positives mit und freuen uns auf die WM-Läufe in Spanien und Australien.»

Zufrieden zeigte sich Millener auch mit der Vorstellung von Pontus Tidemand, der sich bei seinem vierten Start mit dem Fiesta WRC erneut auf völlig neue Bedingungen einstellen musste: «Pontus hat sich heute am Steuer sichtbar wohl gefühlt - das haben seine Zeiten klar gezeigt», so der Teamchef. «Viele Beobachter verstehen nicht, wie groß der Schritt von einem R5-Auto in ein World Rally Car ist. Pontus hat wieder viel gelernt, was die Abstimmung des Autos auf die vier komplett unterschiedlichen Anforderungen betrifft, die er mit dem Fiesta WRC bislang kennen gelernt hat. Ich hoffe, er bekommt noch öfter die Chance, auf diesen Erfahrungswerten aufzubauen. Teemu Suninen hatte weniger Glück: Nach seinem Ausrutscher am Samstagmorgen konnte er zwar noch alle Wertungsprüfungen der Etappe beenden, im Service stellte sich aber heraus, dass die Schäden am Auto sich nicht mehr vor Ort beheben ließen. Bis dahin war er oftmals gut unterwegs.»

«Das war ein ziemlich gutes Wochenende», betont Evans. «Sicher hätten wir die Rallye, die ja mein Heimspiel ist, gerne auf einem besseren Platz abgeschlossen. Aber so ist es eben manchmal, wenn und aber zählen in unserem Sport nicht, bei dem die Konkurrenzdichte derzeit unheimlich hoch ist. Vom Speed her waren wir absolut bei der Musik. Die Unterstützung durch die Fans hat uns enorm angetrieben - es macht einfach noch mehr Spaß, Bestzeiten vor eigenem Publikum zu fahren. Wir reisen mit gestärktem Selbstbewusstsein zu den nächsten beiden WM-Läufen.»

«Wir haben große Fortschritte gemacht und uns Tag für Tag immer weiter gesteigert», so Tidemand. «Ich musste wieder eine ganze Menge lernen, aber es ging immer besser. Speziell am Sonntagmorgen hatte ich das Gefühl, dass der Groschen bei mir gefallen ist, wie ich den Fiesta WRC zu behandeln habe. Unser Set-up passte, so konnte ich mich mehr auf das reine Fahren konzentrieren. Dabei legten wir einige ganz passable Zeiten vor und waren viel näher an den Topplatzierungen dran. Damit bin ich ganz zufrieden.»

«Es ist sehr schade, dass wir am Sonntag nicht mehr mit dabei waren», so Suninen. «Auf der ersten Etappe waren wir recht flott unterwegs und konnten mit den Jungs an der Spitze mithalten. Aber wir haben uns auch ein paar Fehler erlaubt. Daraus ziehen wir jetzt unsere Lehren und kommen stärker zurück.»

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