Formel 1

Singapur-GP: Formel 1 wegen U-Bahn ausser Gefecht

Von - 11.09.2018 18:01

​SPEEDWEEKipedia: Leser fragen, wir finden die Antwort. Heute: Ist es wahr oder nur gut erfunden, dass im Rahmen des Singapur-GP Formel-1-Rennwagen von der U-Bahn lahmgelegt worden sind?

In loser Reihenfolge gehen wir in Form von «SPEEDWEEKipedia» auf Fragen unserer Leser ein. Dieses Mal will Tara Zeller aus Olten wissen: «Ich habe eine Frage der Abteilung – Mythos oder Wahrheit? Stimmt es wirklich, dass im Rahmen des Singapur-GP Formel-1-Rennwagen von der U-Bahn lahmgelegt worden sind?»

Mit Mythen und Wahrheit müssen wir in der Formel 1 vorsichtig umgehen. Hätte uns jemand vor ein paar Jahren gesagt, dass Red Bull Racing-Pilot Max Verstappen auf der Rennpiste einem ausgewachsenen Waran begegnet, hätten wir es auch nicht geglaubt. Aber es ist passiert.

Seit Jahren hält sich im Fahrerlager der Mythos: Die Stromkanäle der Singapurer U-Bahn erzeugten ein so grosses magnetisches Feld, dass die Rennwagen zu spuken begännen. Als angeblicher Beweis wurde angeführt, dass bei einigen Autos 2015 wie von Geisterhand das Getriebe in die neutrale Stufe schaltete (im Toro Rosso von Carlos Sainz etwa), und schieden damals nicht beide McLaren-Honda sowie Williams-Fahrer Felipe Massa wegen scheinbar unerklärlicher Getriebedefekte aus?

Wahr ist, dass im ersten Singapur-GP-Jahr tatsächlich einige Formel-1-Boliden auf die starken Magnetfelder reagierten, wie etwa der RBR-Renner von Mark Webber. Seit 2008 jedoch haben die Rennställe gewisse Teile ihrer Autos gegen solche elektromagnetischen Störungen mit entsprechenden Abschirmungen versehen. Jahrelang war die böse U-Bahn kein Thema. Also wieso hatten wir 2015 auf einmal wieder Defekte?

«Die U-Bahn hat mit dem Ausfall von Felipe rein gar nichts zu tun», sagte Rob Smedley von Williams. «Er hatte einfach ein Getriebeproblem.» Auch seitens McLaren-Honda war bei Nachfrage zu hören, dass es keinen Anlass gebe zu glauben, die Autos seien von der U-Bahn lahmgelegt worden.

Das Schlusswort zum U-Bahn-Mythos überlassen wir dem früheren Formel-1-Fahrer Martin Brundle: «Also das ist mir nun etwas zu viel Voodoo.»

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