MotoGP

Forward-Team muss Indy-GP-Teilnahme absagen

Von - 24.07.2015 20:21

Teambesitzer Giovanni Cuzari in Haft, die Sponsoren sind abgesprungen, das Team ist in finanziellen Schwierigkeiten: Deshalb muss die Forward-Truppe die Teilnahme am Indy-GP streichen.

Was sich seit rund zwölf Tagen abgezeichnet hat, ist inzwischen unvermeidlich geworden: Das Athinà Forward Racing Team wird beim nächsten Grand Prix in Indianapolis (9. August) fehlen.

Seit Forward-Teambesitzer Giovanni Cuzari (48) am Montag nach dem Deutschland-GP im Tessin wegen des Verdachts auf Steuerbetrug, Steuerhinterziehung, Bestechung und Geldwäsche festgenommen wurde, führt Forward-Racing-Geschäftsführer Marco Curioni einen Überlebenskampf und spricht von einem Wiederbelebungsplan für das Team.

Er werde in den nächsten zwei Tagen Bescheid geben, teilte Marco Curioni den besorgten Teammitgliedern kürzlich mit.

Am Freitagabend ist durchgesickert: Alle Flugtickets und Hotelbuchungen des Forward-Teams für das nächste Rennen in Amerika wurden storniert.

Curioni wird nichts anderes übrig bleiben, als auf den teuren Indy-GP (9. August) zu verzichten und zu versuchen, für den Brünn-GP am 16. August einen Neustart zu organisieren. Aber viel Zeit bleibt nicht.

Der Forward-Teammanager liess in den letzten Tagen mehrmals durchblicken, dass die bisherigen Sponsoren wie Athinà Eyewear die Zahlungen gestoppt haben, das Team Schulden hat und die Bankguthaben nicht zur Fortführung des Teams in den Klassen Moto2 und MotoGP reichen.

Experten vermuten, Forward Racing benötige ​dringend 1,5 bis 2 Millionen Euro, um bis Brünn in drei Wochen wieder handlungsfähig zu sein. Da geht es vermutlich um unbezahlte Rechnungen aus den letzten Monaten, um Leasinggebühren für Yamaha und Öhlins, um ​Gehälter, Reisekosten, Hospitalitykosten und andere operative Kosten.

Bisher ​ist es Forward Racing nicht gelungen, neue Geldquellen zu erschliessen.

Inzwischen ist bekannt geworden, dass im Zuge von Cuzaris Verhaftung auch die Computer des Forward-Teams in den Büros in Agno beschlagnahmt und die Büroräumlichkeiten tagelang versiegelt blieben.

Wie gross die Aussichten auf eine Fortführung des Forward-Teams für 2015 sind, lässt sich vorläufig schwer einschätzen. Von Zuversicht ist bei den Teammitgliedern wenig zu spüren. Curioni räumt ein: «Die einzige Hoffnung war, dass Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta für uns die zweite Saisonhälfte rettet.»

Aber die Dorna winkte schon vor einer Woche ab.

Stefan Bradl hat bisher keine offizielle Information des Forward-Teams hinsichtlich des Fernbleibens vom Indy-GP erhalten.

Dem 25-jährigen Bayern bleibt jetzt nichts anderes übrig, als ein paar Tage abzuwarten, auf ein offizielles Statement des Teams zu warten, die Vertragssituation zu klären und dann sein weiteres Vorgehen zu überlegen,

Ob und wann sich Bradl und die restlichen Forward-Fahrer wie Corsi, Baldassarri und Baz nach anderen Einsatzmöglichkeiten umschauen können, ist noch offen.

Stefan Bradl sind vorläufig die Hände gebunden. «Mein Chef sitzt im Gefängnis», zuckte der Moto2-Weltmeister von 2011 die Schultern. «Ich konzentriere mich vorläufig auf meine Genesung nach dem Kahnbeinbruch. Nach dem Wochenende werden wir hoffentlich mehr über die Zukunft von Forward wissen.»

«Wir kämpfen weiter», lautet die Devise von Marco Curioni.


 
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Muss Stefan Bradl dem Forward-Team bald den Rücken zukehren? © Weisse Muss Stefan Bradl dem Forward-Team bald den Rücken zukehren?
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