Superbike-WM

Ten Kate: Die schwierigsten Monate der Teamgeschichte

Von - 07.06.2019 13:27

Die ersten fünf Events der Superbike-WM 2019 hat Ten Kate verpasst, weil nach der Trennung von Honda mit dem neuen Partner Yamaha erst alles organisiert werden musste. Teammanager Kervin Bos über die Probleme.

Das traditionsreiche niederländische Team Ten Kate Racing ist zurück in der Superbike-WM. Die Hospitality ist nur noch ein Viertel jener der letzten zwei Jahre mit Hauptsponsor Red Bull, in der Box steht nur noch ein Motorrad von Loris Baz. Und es ist eine Yamaha – nach Jahrzehnten mit Honda ein ungewohnter Anblick.

Das Wichtigste ist aber: Die passionierte Truppe um Gerrit und Ronald ten Kate mischt wieder in der Weltmeisterschaft mit. «2020 wollen wir wieder zwei Superbikes in der Startaufstellung haben und Gerrit denkt bereits über die Rückkehr in die Supersport-WM nach», erzählte Ronald.

Doch das ist Zukunftsmusik, jetzt steht erst einmal Jerez an, das erste Rennen für die neue Kombination aus Team, Fahrer und Motorrad. Dass Ten Kate Racing dieses Wochenende dabei ist, sind die Früchte monatelanger Arbeit.

«Als sich Honda im Oktober von uns trennte, riefen wir alle unsere Partner an und erzählten ihn, was passiert ist», schilderte Teammanager Kervin Bos SPEEDWEEK.com die schwierigste Zeit in der Geschichte des Teams. «Alle technischen Partner blieben, viele von ihnen bringen sich jetzt sogar stärker ein als zuvor. Unser großes Glück war, dass Ten Kate seit 25 Jahren im Geschäft ist und wir in dieser Zeit nie Probleme mit Sponsoren hatten, es gab auch keine finanziellen Unregelmäßigkeiten. Sie versicherten uns deshalb umgehend, dass sie abwarten würden, wie es bei uns weitergeht. Das gab uns einige Planungssicherheit und wir wussten, dass wir nichts überstürzen müssen.»

Entgegen der weitverbreiteten Meinung hat ein heutiges WM-Superbike mit einem Serienfahrzeug wenig gemeinsam. «Nur Räder zu bekommen, ist schon ein großes Problem», erklärte Bos. «Marchesini hat Minimum sechs Monate Lieferzeit, also riefen wir unseren früheren Partner PVM an und wir hatten innerhalb eines Monats Räder. Dann machten wir uns daran, alles für das Bremssystem zu organisieren. Yamaha konnte uns auch nicht innerhalb zwei Monaten alles liefern. Wir haben lange auf Motorenteile gewartet, wir brauchen fünf bis sieben Motoren von Yamaha. Yamaha hat diese Spezialteile nicht alle auf Abruf herumliegen. Vieles läuft über Japan und dort gibt es keine schnellen Entscheidungen.»

Als Yamaha letzten Herbst die Budgets und Teilelisten für 2019 erstellte, gingen sie von vier Fahrern in der Superbike-WM aus: Michael van der Mark und Alex Lowes im Pata-Werksteam sowie Marco Melandri und Sandro Cortese bei GRT. Die Ankunft von Ten Kate mit Loris Baz schmiss alle Kalkulationen über den Haufen.

«Als wir im November auf der EICMA in Mailand waren redeten wir mit allen und viele sagten uns, dass sie mit uns arbeiten möchten», hielt Bos fest. «Aber alle hatten das Problem, dass sie nicht genügend Teile haben. Das kristallisierte sich für uns in den Monaten darauf als größte Schwierigkeit heraus. Sonst wären wir schon in Australien dabei gewesen.»

Für die Rennen in Jerez prangt ein großer gelber Ten-Kate-Racing-Schriftzug auf der Verkleidung. «Gerrit ten Kate entschied, dass Ten Kate Racing das Projekt zusammen mit einigen Investoren auf die eigene Kappe nimmt, deshalb ist der Schriftzug drauf», so Bos. «Wir reden mit mehreren potenziellen Hauptsponsoren – für die kommenden Rennen und die nächste Saison.»

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Bein Ten Kate wird letzte Hand angelegt © Jan Timmerman Bein Ten Kate wird letzte Hand angelegt Ten-Kate-Teammanager Kervin Bos © Yamaha Ten-Kate-Teammanager Kervin Bos
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