Aus Spaß wird Ernst: WM-Debüt von Thomas Eder steht unmittelbar vor der Tür
Tests auf dem Pannonia-Ring und Slovakia Ring sowie ein erster Renneinsatz bei der Internationalen Sidecar Trophy auf dem Red Bull Ring, die Uhr tickt für Thomas Eder bis zu seinem ersten WM-Einsatz.
Aus einer Bierlaune heraus entwickelte sich bei den Solo-Piloten Thomas Eder und Thomas Gradinger letztes Jahr der Plan, eine Probefahrt in einem Seitenwagen zu unternehmen. Über Vermittlung von ARS Sidecar wurden auf dem Circuit Mallorca Llucmajor erste Runden absolviert. Weil es Eder strikt ablehnte bei Gradinger als Beifahrer zu fungieren, waren die Rollen rasch verteilt - der Deutsche «gemütlich» hinter dem Lenker, der Österreicher als «Ballast».
Obwohl bei den Freunden in erster Linie der Spaß im Vordergrund stand, war Eder von der etwas anderen Art Motorrad zu fahren sofort angefixt und ihm war klar, dass es nicht bei der einmaligen «Ausfahrt» bleiben konnte. «Stay tuned - was noch alles passieren wird», ließ er in den sozialen Medien durchblicken, dass in Zukunft noch so einiges kommen könnte.
Und die Zukunft hat für Eder Racing bereits begonnen. Eigentlich wollte der 41-jährige Bayer mit seinem oberösterreichischen Freund den Einstieg in die Weltmeisterschaft wagen, doch Gradinger winkte mit dem Verweis auf seine lädierte Schulter vorzeitig und unmissverständlich ab. Eder musste sich also um einen Ersatz umsehen.
Mit Kevin Kölsch fand er einen erfahrenen Beifahrer, der ihm schon jetzt bei so manchem Training auf dem Pannonia-Ring wertvolle Tipps geben konnte, immerhin hat der Deutsche mit Bennie Streuer auf der ungarischen Rennstrecke einen WM-Lauf gewonnen. Mittlerweile steht auch fest, dass Kölsch seine Karriere entgegen Ankündigungen doch nicht beenden, sondern mit Eder noch dieses Jahr in die Weltmeisterschaft einsteigen wird.
Eder teilt sich erstmals mit einem anderen Seitenwagen die Rennstrecke
Vergangenes Wochenende bot sich für Eder eine willkommene Gelegenheit zusammen mit Patrick Werkstetter, der nach einer langen Verletzungspause vor seinem Comeback steht, auf dem Pannonia Ring weitere Runden abzuspulen. «Bis jetzt war ich auf der Rennstrecke immer alleine unterwegs. Es macht einen großen Unterschied, ob man in Tuchfühlung mit einem anderen Gespann ist», war für ihn der wichtigste Erkenntnisgewinn.
«Der Test war aus meiner Sicht sehr gut. Ich war dieses Mal mit dem Belgier Luca De Vleeschauwer unterwegs, der normalerweise in der Euro Moto Supersport fährt. Der Grundspeed ist zweifellos vorhanden, aber es gibt noch viel zu lernen», ist sich Eder im Klaren. «Es macht extrem Spaß und das ist für mich das Wichtigste.»
Wenn man Eder kennt, weiß man auch, dass er ehrgeizig ist und ein Ziel vor Augen hat. Bevor er in Cremona (7. bis 9. August) erstmals auf die Eilte des Seitenwagenrennsports treffen wird, wird auf dem Slovakia Ring nochmals ein Test eingeschoben und am ersten August-Wochenende fährt er in der Internationalen Sidecar Trophy auf dem Red Bull Ring seine ersten Rennen.
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