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Mutiges Unterfangen: «Bahnsport aktuell» mit neuem Eigentümer und Konzept

Seit 1971 gibt es die Fachzeitschrift «Bahnsport aktuell», für Fans von Speedway-, Langbahn- und Eisrennen früher eine Bibel. Durch das Internet hat sich vieles geändert – darauf wird jetzt reagiert.

Im Artikel erwähnt

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Imanuel Schramm aus Wellmutsweiler bei Tettnang kennt in der Bahnsportszene fast jeder: Er fährt seit vielen Jahren in der internationalen Gespannklasse und hat sich mehrfach für das Europameisterschaftsfinale qualifiziert. Außerdem ist er der größte Händler für Zündungen von PVL und Selettra in Europa, was ihn auch im Speedway-Profisport zu einem gefragten Mann macht.

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Seit dem 1. Juli 2026 ist der Schwabe auch Eigentümer der Fachzeitschrift «Bahnsport aktuell», die seit 1971 monatlich erscheint. Früher war «die Bahnsport» die Bibel für alle Fans des spektakulären Ovalsports, in den vergangenen zwei Jahrzehnten verlor sie durch das Internet aber stark an Relevanz.

Das Internet ist ein vorübergehendes Phänomen.

dieter ziegler 2001

Mitgründer Dieter Ziegler sagte zum Autor dieser Zeilen 2001, dass das «Internet ein vorübergehendes Phänomen» sei. Wir alle wissen es schon lange besser – seine Zeitschrift hat Ziegler trotz des neuen digitalen Gegners und dessen Schnelligkeit nie konzeptionell angepasst.

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Dass es «die Bahnsport» braucht, dass sie als einziges gedrucktes deutschsprachiges Fachmagazin elementar wichtig für die Szene und deren Zusammenhalt ist, darin sind sich die meisten Methanoljunkies einig. So sieht das auch «Immel» Schramm, dessen geschäftlicher Werdegang nur wenige kennen.

Beruflicher Werdegang des neuen Bahnsport-Eigentümers

Seinen Hochschulabschluss machte Schramm in Bau- und Immobilienwirtschaft, er ist also Diplom-Betriebswirt (FH). Seine ersten Arbeitsjahre verbrachte er als kaufmännischer Leiter bei der Firma Karl Elektrotechnik in Stuttgart, sechs Jahre später wurde er von einer Konkurrenzfirma aus Tuttlingen abgeworben und pendelte ab dann täglich zwischen seiner alten Heimat und dem neuen Job.

Als er davon genug hatte, widmete sich Schramm zuerst dem Motorradfahren, dann fragte ihn sein Freund Rudi Meister, ob er nicht in den Zündungsverkauf einsteigen wolle. Im ersten Jahr machte Schramm damit einen Umsatz von 5000 Euro, inzwischen erwirtschaftet diese Firma pro Jahr zirka eine Million.

«Damals haben mich alle für komplett bescheuert erklärt», erinnerte sich Schramm beim Hausbesuch von SPEEDWEEK.com. «Später fragte mich Rudi Meister, ob ich zusätzlich die Firma Dokutec übernehmen möchte, ein Übersetzungsbüro für technische Betriebsanleitungen. Das habe ich zusammen mit Dr. Siebenäuger gemacht, der seit über 30 Jahren dabei ist.»

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Verleger aus Liebe zum Sport

Und jetzt ist er auch noch Verleger von Bahnsport aktuell. Der Gedanke, diese Firma zu übernehmen, kam über Umwege. Seit 1. April 2026 ist mit Uwe Laurisch ein langjähriger Mitarbeiter des Ziegler Verlags bei Schramm angestellt, der Sachse kümmert sich um das Layout der Zeitschrift. «Also fragte ich Uwe irgendwann, ob ich die Bahnsport nicht übernehmen könnte, Ziegler musste mich eh für Uwes Arbeit bezahlen. Ich sah, dass alles den Bach runtergeht und fand nicht gut, wie es war. Die Zeitschrift war nicht mehr attraktiv, also nahm Uwe mit Stefan Ziegler Kontakt auf – innerhalb von ein paar Tagen war die Sache erledigt.»

Die erste Ausgabe mit Schramm als Eigentümer im Impressum erscheint im August, ab dem dritten haben die Abonnenten ihre Lektüre mit adaptiertem aber vertraut vorkommenden Logo im Briefkasten. Fakt ist: Innerhalb vier Wochen ließ sich das Rad nicht neu erfinden. Aber Schramm hat klare Vorstellungen, wie eine Monatszeitschrift inhaltlich auszusehen hat, damit sie für den Leser wieder attraktiv wird – er will Blicke hinter die Kulissen bieten.

Es geht um Geschichten dahinter, die man nirgends sonst lesen kann.

imanuel schramm

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«Es gibt viel zu erzählen über Tuner, Fahrer von früher, Technik und Probleme bei den Veranstaltungen», holte der nebenberufliche Obstbauer vom Bodensee aus. «Was war früher anders im Bahnsport, was passiert in der Zukunft. Es geht um Geschichten dahinter, die man nirgends sonst lesen kann. Wir werden immer ein Print-Magazin bleiben, aber natürlich werden wir gewisse Berichte oder Bilder bei Facebook oder Instagram anteasern. Alle haben gesagt, Print wäre tot – aber die Schallplatte gibt es auch wieder. Manchmal im Leben will man nicht nur aufs Handy gucken, auf das man eh den ganzen Tag schaut, sondern sich abends oder am Wochenende mal hinsetzen und eine Zeitung lesen – so wie man auch mal ein Buch liest. Tagesaktuelle Informationen bekommen die Leute woanders, uns geht es um das Warum.»

Um das Layout von Bahnsport aktuell kümmert sich auch zukünftig Uwe Laurisch, um die redaktionelle Bearbeitung der Texte Gaby Gasche, die den Mitarbeiterstamm seit Jahrzehnten koordiniert. «Die bisherigen Kollegen haben wir alle übernommen», bestätigte Schramm. «Aber wir wollen andere Berichte mit einer anderen Sichtweise. Das geht mittelfristig nur, wenn wir auch neue Leute reinbringen, die die Szene mit anderen Augen betrachten als jemand, der schon 30 Jahre dabei ist. Ich will weg von den Standardberichten und etwas Neues.»

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