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BMW-Debakel: 2015 gar kein Sieg mehr in der DTM?

Bei BMW herrscht Ratlosigkeit. Ernüchterung. Frust. Nach dem desaströsen Ergebnis auf dem Lausitzring droht den Münchnern ein ganz schwieriges Jahr.

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Timo Glock wollte erst gar nicht lange um den heißen Brei reden. "Ich lehne mich jetzt weit aus dem Fenster und das wird mein Chef vielleicht auch nicht gerne hören wollen: Aber für uns wird es schwierig, in dieser Saison einen Sieg einzufahren."

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Das saß. BMW ohne einen Rennsieg in der DTM? Das wäre für die Münchner Ansprüche in der Tat eine Katastrophe. Fakt ist, dass BMW derzeit hinter den dominierenden Audis und auch hinter den nur punktuell starken Mercedes die dritte Kraft ist.

BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt zeigte sich das gesamte Wochenende über ungewohnt ratlos. Fast schon konsterniert. Es kam in den vergangenen Jahren auch selten genug vor, dass BMW die Lösungen ausgingen, schließlich war man bei Titelentscheidungen regelmäßig vorne dabei. Erst 2014 gewann Marco Wittmann den Fahrer- und sein Team RMG den Teamtitel. Doch im Moment ist die Audi- sowie die eigene Performance ein einziges Rätsel.

"Wir haben die gleichen Reifen und die gleichen Autos. Die Wintertests waren so, wie wir uns das vorgestellt haben. Was wir getestet haben, können wir aber auf der Strecke nicht umsetzen. Wir haben erwartet, dass wir einen Schritt nach vorne machen", sagte er. Dieser Schritt hätte sich eigentlich in ein paar Zehnteln ausdrücken sollen. "Im Moment sehen wir die nicht", so Marquardt.

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Das desaströse Ergebnis: Nur Maxime Martin schaffte es zweimal am Wochenende in die Punkte. Dazu kamen reichlich Strafen, zum Beispiel fürs Blockieren während des Qualifyings, die unter anderem Champion Marco Wittmann fünf Startplätze kosteten. Augusto Farfus musste beide Rennen wegen eines kaputten Frontsplitters vorzeitig beenden, Bruno Spengler brachte sich im zweiten Rennen durch eine Kollision und anschließende Strafe zumindest um einen Punkt. Es kam letztendlich alles zusammen. Natürlich sind erst vier von 18 Rennen gefahren. Doch nicht einmal das schlechte Ergebnis lässt Schlimmes erahnen, sondern die allgemeine Ratlosigkeit.

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Spengler beschwichtigte zwar: "Es ist keine Krise oder Katastrophe. Das ist einfach Rennsport. Und im Rennsport kann man einfach nicht immer dominant sein", so der Ex-Champion. Dass man das durchaus sein kann, zeigt Audi derzeit. Die Ingolstädter gewannen bislang alle vier Rennen und feierten in der Lausitz einen Vier- und Fünffach-Triumph. Die Piloten setzen sich praktisch durch die Bank ins Auto und fuhren auf Anhieb am Maximum. Während bei der Konkurrenz in den Rennen die Reifen abbauten, konnte Audi sogar noch zulegen.

Ein wesentlicher Aspekt: BMW und Mercedes verstehen die Reifen nicht so wie Audi. Und deshalb wurden auch schon erste Konsequenzen gezogen: die für diese Woche geplanten Testfahrten auf dem Lausitzring wurden verschoben, um mit Reifenpartner Hankook in die Analyse gehen zu können. Die Tests hätten für BMW und Mercedes so kurz nach dem Rennwochenende keinen Sinn gemacht, man wäre im Anschluss genauso schlau gewesen wie vorher. "Ein Hersteller geht sehr, sehr gut mit den Reifen um. Nach hinten raus wird er sogar immer schneller. Wir beiden anderen können auf dem Niveau derzeit nicht fahren. Und das ist eine Frage, der wir uns jetzt alle stellen müssen", so Marquardt.

Das forderte auch Glock, der im Warm up mit gebrauchten Reifen genauso schnell war wie im Qualifying mit frischen Pneus. "Ich bin davon überzeugt, dass Mercedes und BMW in kürzester Zeit sehr viel mehr über die Reifen erfahren und dann auch die richtige Behandlung finden werden", sagte ARD-Experte Norbert Haug, der nicht schwarz malen will. "Es sind minimale Unterschiede in den Runden."

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Glock hörte sich da schon etwas pessimistischer an, was den Rest der Saison angeht. Denn die Autos sind homologiert und eine signifikante Weiterentwicklung ist somit nicht möglich. "Reglement ist Reglement. Wir können unser Auto nicht wirklich groß verbessern. Und somit wird das schwierig würde ich sagen", so Glock.

"Wenn ich jetzt sagen würde, dass wir am Norisring gewinnen, dann würdest du mich wahrscheinlich für völlig bescheuert erklären. Ich sag es so, wie es ist. Das ist meine Meinung, da stehe ich zu. Es wird schwierig", sagte der 33-Jährige. Immerhin sind es vor allem die Fahrer, die ein Gefühl für die Performance, für die Autos, für Nuancen haben.

"Das Blatt wendet sich oft in der DTM. Natürlich sieht es jetzt nach Durchmarsch aus. Ich habe mit Mercedes aber schon alles erlebt. Abwarten. Der Norisring kann ein ganz anderes Spiel sein", sagte hingegen Haug. Vor allem, weil Audi durch die Dominanz weiteres Performance-Gewicht aufgebrummt bekommt. Die schwersten Autos hatten sie in der Lausitz allerdings auch schon.

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