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Erste DTM-Bilanz von Berger: «Kein Selbstläufer»

Die neue DTM hat drei von acht Rennwochenenden absolviert, Zeit für eine erste Zwischenbilanz. Wir haben mit DTM-Chef Gerhard Berger gesprochen.

DTM

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Die neue DTM läuft – ein Selbstläufer ist sie aber noch lange nicht. Zurücklehnen kann sich DTM-Chef Gerhard Berger daher nicht. Der Österreicher hatte die nach den Ausstiegen von Audi und BMW sterbende DTM mit einem wahren Kraftakt gerettet.

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Das "Überlebenselixier": Kundensport statt Werkssport, Privatteams statt Hersteller, seriennahe GT3-Sportwagen statt Rennsport-Prototypen. Drei Rennwochenenden hat die neue DTM absolviert. Die Berger-Zwischenbilanz?

Fällt unter dem Strich positiv aus.

"Es ist nach dem Stress und den Bemühungen der vergangenen Monate immer noch anstrengend", gibt er im Gespräch mit SPEEDWEEK.com zu: "Das Erfreuliche ist aber, dass das Produkt funktioniert. Es ist zwar kein Selbstläufer, aber wenn das Produkt gut ist, werden sich auch die restlichen Dinge ergeben."

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"Das Produkt" sind 19 permanente Starter von Audi, BMW, Mercedes, Ferrari und Lamborghini, dazu McLaren als Gaststarter. Stars wie Alex Albon, Timo Glock, Marco Wittmann, Nico Müller, Maximilian Götz oder Mike Rockenfeller fahren für Teams wie AF Corse, Rowe, Rosberg, HRT oder Abt Sportsline. Ebenfalls dabei: die DTM Ladys Sophia Flörsch und Esmee Hawkey. Fünf verschiedene Sieger gab es in sechs Rennen, in der Gesamtwertung führt Kelvin van der Linde (Abt/101 Punkte) vor Lawson (80) und Götz (72).

Das direkte Feedback der Fans: "Sie sagen: Endlich sieht man wieder, dass mit der Brechstange überholt und nicht der Flügel heruntergeklappt werden muss. Ihnen ist offenbar nicht der Positionstausch an sich wichtig, sondern, dass jemand mit dem Messer zwischen den Zähnen sechsmal ansetzen muss, bevor er vorbeikommt. Ohne die Überholhilfen sind die Rennen nicht schlechter, sondern eher besser als vorher."

Ein Nachteil der neuen DTM: Alleinstellungsmerkmale gibt es keine mehr, die neue DTM wirkt im Wust der vielen GT-Serien deutlich austauschbarer als früher. Hat die DTM also an Relevanz verloren? Berger kontert: "Ich bin überzeugt, dass das technische Reglement nicht in erster Linie das ist, was die DTM für die Fans ausmacht. Es ist vielmehr der Premium-Profi-Ansatz, der über 30 Jahre aufgebaut wurde."

Für den Fan würden andere Dinge eine wichtigere Rolle spielen: "Die Fahrer, die Rad-an-Rad-Duelle, die Nähe, die Markenvielfalt und die TV-Verbreitung."

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Und auch innerhalb der Motorsport-Community hat die DTM laut Berger ihren Stellenwert bewahrt. Es seien "viele skeptisch" gewesen, so Berger, "aber inzwischen ist klar, dass die DTM die härteste Serie ist, bei der man sich die richtige Motorsport-Visitenkarte abholen kann. Auch international wird immer deutlicher, dass die DTM in ihrem Segment die beste Serie ist", so Berger. In den TV-Quoten ist das alles aber noch nicht abzulesen. Im Gegenteil: Nach sechs Rennen ist der Schnitt pro Rennen in Sat.1 im Vergleich zum Vorjahr um fast 27 Prozent gesunken.

Bei der Frage, was ihm bei der neuen DTM fehle, muss er nicht lange überlegen. "Die Zuschauer. "Denn der Sport braucht aus emotionaler Sicht die Fans und das Gefühl, dass die Zuschauer da sind. Und sie sind natürlich auch ein wichtiger Einkommensstream", so Berger. Vor allem für ihn, er führt die DTM jetzt mit seiner in Liechtenstein eingetragenen Berger Motorsport AG, er ist nach dem Ausstieg von Audi und BMW Besitzer des ITR e.V. und der Tochter ITR GmbH. Finanziert wird die DTM über die Sponsoren, die Einschreibegebühren, Mediengelder - und eben die Zuschauer.

Da die neue DTM kein Selbstläufer ist, arbeitet Berger bereits an der neuen Saison. "Die nächsten Schritte sind klar: Stabilisieren, moderat wachsen, das Rahmenprogramm optimieren", so Berger, der aber nicht mit der Brechstange Dinge umkrempeln will. "Wir werden behutsam an den Schrauben drehen, denn große Veränderungen sind nicht notwendig und wären auch nicht gut", sagte er.

Mit den 19 Boliden soll das Ende der Fahnenstange nicht erreicht sein. "Wir haben relativ viele Anfragen im Moment, auch noch für diese Saison", sagte Berger: "Porsche ist weiterhin eine Option, Lamborghini möchte zudem mit mehr Autos kommen."

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Berger weiter: "Es sind auch Anfragen von neuen Teams aus England und Italien eingegangen. 2022 möchte ich daher gerne einen Schritt nach vorne machen. Bis zu 22 Autos in der Startaufstellung wären mein Wunsch und das ist auch recht realistisch", sagte der Österreicher, der aber gesund wachsen will: "Grundsätzlich schauen wir, dass Team- und Fahrerqualität passen."

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