Ex-GP-Star Johnny Herbert: «Die Kritik von Max Verstappen war berechtigt»
Max Verstappen hat deutliche Worte für seinen Unmut über die neue Formel 1 gefunden. Zum Glück, findet GP-Veteran Johnny Herbert. Er betont: «Es ist wichtig, dass die Fahrer ein Wörtchen mitreden.»
Die Formel-1-Verantwortlichen haben reagiert: Nachdem sich die Fahrer über die Auswirkungen der neuen Triebwerke auf die erforderliche Fahrweise ausgelassen haben, wurde nachgebessert. Die unerwartete GP-Pause im April, die sich durch die unvermeidliche Absage der Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien ergeben hat, wurde genutzt, um das Reglement anzupassen. In Miami waren sich alle einig: Das war ein Schritt in die richtige Richtung.
Zuvor wurde lauthals über das Energie-Management geschimpft, das die Fahrer dazu zwingt, vor der Bremszone vom Gas zu gehen, um mit genügend Energie über die Runde zu kommen. Einer der deutlichsten Kritiker war Max Verstappen, aber der Red Bull Racing-Pilot war nicht der Einzige. Und geht es nach GP-Veteran Johnny Herbert, dann war die Kritik des vierfachen Weltmeisters auch berechtigt.
Im Gespräch mit «Jackpot City Casino» sagt der frühere GP-Star: «Manchmal müssen die Fahrer einfach damit klarkommen und die Arbeit erledigen, für die sie bezahlt werden. In all den Jahren, in denen ich mit der Formel 1 zu tun hatte, gab es viele Regeländerungen; manche waren gut, manche weniger gut. Es ist immer noch nicht das Vollgas-Geben, das meiner Meinung nach jeder erwartet. Aber zumindest wurden die Fahrer in Miami wirklich auf die Probe gestellt, weil sie selbstständig denken mussten.»
«Ich bin froh, dass Max diese Probleme angesprochen hat, denn ich halte es für wichtig, dass die Fahrer ein Mitspracherecht haben. Selbst Lewis Hamilton hat gesagt, dass die Fahrer bei den Gesprächen mit den Teams und der FIA ein Mitspracherecht haben müssen. Es sollte Teil der modernen Denkweise der FIA und der Teams sein, auch die Meinung der Fahrer einzubeziehen», findet Herbert.
Fans im Fokus
«Als Max sich zu Wort meldete – und es war nicht nur Max, auch Lando Norris und Fernando Alonso haben sich geäussert –, haben sie versucht, das Thema beiseite zu schieben und beinahe gesagt: 'Genug ist genug.' Aber manchmal ist es nötig, dass sie auch einräumen, wenn was falsch ist. Und es war falsch», stellt der 61-Jährige klar.
Als Fahrer müsse man im Falle, dass sich nichts ändert, alle daran erinnern, dass das Fahren immer noch das Wichtigste ist, betont Herbert. «Wenn ein Motorsport-Fan ein Rennwochenende mitverfolgt, drückt er zu 99 Prozent den Fahrern die Daumen. Die Fahrer sind also sehr wichtig. Sie sind die Gladiatoren, und müssen auch entsprechend auf die Probe gestellt werden. Und es ist wichtig, dass sie etwas zu sagen haben, wenn es um den Sport geht.»
Nikolas Tombazis, beim Autosport-Weltverband FIA für den Formelsport zuständig, hat klargestellt, dass sich die Formel 1 von den Teams nicht erpressen lassen dürfe. Herbert stimmt dem Griechen zu: «Das stimmt in vielerlei Hinsicht, denn man will den Sport ja nicht immer in eine Richtung lenken, die den Teams passt. Man will ihn in eine Richtung lenken, die besser für die Formel 1 ist, besser für die Fahrer und im Grunde auch besser für die Fans.»
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