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FIA WECKolumne

6h Monza: Rückblick auf den vierten Lauf 2022 der WEC

Alpine feiert bei den 6 Stunden von Monza den zweiten Saisonsieg 2022. Toyota nur ganz knapp geschlagen. Peugeot erlebt schwieriges Debüt. SPEEDWEEK.com schaut zurück das Rennen der Sportwagen-WM in Italien.

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Der Alpine A480 gewinnt die 6h von Monza
Der Alpine A480 gewinnt die 6h von Monza
Foto: LAT
Der Alpine A480 gewinnt die 6h von Monza
© LAT

Die 6 Stunden von Monza sind mit einem knappen Sieg für den Alpine A480 von André Negrão, Nicolas Lapierre und Matthieu Vaxivière zu Ende gegangen. Nach dem Saisonauftakt von Sebring war es bereits der zweite Triumph im vierten WEC-Rennen 2022 für den französischen Boliden. Somit führt das Fahrer-Trio auch die WM-Wertung an. Grundsätzlich spielt beim Alpine aber auch immer die Balance of Performance (BoP) eine Rolle. Das Fahrzeug ist ein alter LMP1 und basiert im Vergleich zu den echten Hypercars auf ganz anderen Parametern.

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In Sebring hatte Alpine Motorleistung im Überfluss zugesprochen bekommen und fuhr allen davon. In Spa-Francorchamps und Le Mans war der blaue Wagen chancenlos. Nun folgte der Sieg in Monza. Im Vergleich zum Toyota passte die Einstufung in Monza aber perfekt. Beide Modelle waren auf Augenhöhe und lieferten spannende Fights. Außerdem kam der Alpine ohne technische Probleme über die Distanz. Da ist der Sieg auf jeden Fall verdient.

Nicht gepasst hat die BoP für den Glickenhaus. Der US-Renner hatte 18 kW mehr Leistung als der Peugeot und 20 kW mehr als der Toyota. Alleine beim Topspeed war der Glickenhaus knapp sieben km/h schneller als der Rest. So war klar, dass auf einer Strecke wie Monza der Sieg nur über Glickenhaus gehen würde. Vor der SC-Phase zu Rennmitte hatte der 007 LMH schon über 50 Sekunden Vorsprung. Das Privatteam konnte sich eigentlich nur noch selbst schlagen.

Und das passierte: Ein Turboschaden verhinderte den ersten WEC-Sieg der amerikanischen Truppe. Im Gegensatz zu den 24h Le Mans trat Glickenhaus in Monza lediglich mit einem 007 LMH an. Natürlich stellt sich die Frage: Hätte Glickenhaus gewonnen, wenn man bei zwei Autos geblieben wäre? Doppelter Einsatz - doppelte Chance.

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Nicht nach Plan lief es für Peugeot. Die beiden 9X8 wurden von etlichen technischen Problemen gequält. Der französische Hersteller hat bislang noch nicht im Detail bestätigt, wo genau die Kinderkrankheiten an den beiden Boliden lagen. Ein Auto wurde schon früh im Rennen zurückgezogen, der Schwesterwagen sah mit 25 Runden Rückstand das Ziel. Die Werks-Hypercars mit Hybridsystem sind recht komplexe Maschinen. Da wäre es natürlich verwunderlich gewesen, wenn Peugeot sorgenfrei über die Distanz gekommen wäre. Die Franzosen haben in Monza viel gelernt und werden beim nächsten Saisonrennen im September in Fuji stärker und standfester zurückkommen. Das ist gewiss.

Selbst Platzhirsch Toyota hat nach anderthalb Jahren GR010 Hybrid noch immer Probleme mit der Technik. Diesmal traf es in der ersten Rennhälfte den Wagen von Sébastien Buemi, der im Notfallmodus fahren musste und so zwei Plätze einbüßte. Nach einem Reset beim Boxenstopp funktionierte alles wieder. Durch die Safety-Car-Phase zu Rennmitte wurden die Rückstände wieder egalisiert und so gab es keine Auswirkung auf das Resultat. Dennoch: Mit stärker werdender Konkurrenz 2023 wird sich Toyota etwas überlegen müssen, um weiterhin vorne zu bleiben.

In der GTE-Pro-Klasse ging der Sieg überraschend an Corvette. Eigentlich hatte Ferrari das gesamte Rennwochenende in Monza dominiert. Passend zum Heimspiel gab es von den Regelhütern eine BoP-Spritze mit ordentlich zusätzlichem Ladedruck für den Turbomotor. Doch Ferrari verbrauchte zu viel Sprit und musste zwei Runden vor Ende zum Splash&Dash in die Boxengasse abbiegen. So erbten Tommy Milner und Nick Tandy im US-Muscle-Car den Sieg, da sie zum Ende hin mächtig Sprit gespart hatten. Es ist der erste Triumph für Corvette in der WEC seit Le Mans 2015 bzw. der erste überhaupt in einem Standard-WEC-Rennen.

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Geschichtsträchtig ging es auch in der GTE Am zu: Zunächst fuhr Sarah Bovy im Ferrari von Iron Dames als erste Frau zu einer Pole-Position in der WEC. Im Rennen erreichte Bovy zusammen Rahel Frey und Michelle Gatting Platz zwei. Es war das WEC-Podium einer komplett aus Damen bestehenden Fahrer-Crew.

Die WEC geht nun in eine Sommerpause. Das Material wird per Schiff in Richtung Japan geschickt. Dort soll am 11. September der nächste Saisonlauf 2022 stattfinden. Glickenhaus wird das Event auf der Strecke in Fuji auslassen. Toyota ist beim ersten Heimspiel seit 2019 natürlich in der Favoritenrolle. Denn Alpine wird nach dem Monza-Sieg bestimmt wieder Motorleistung aberkannt bekommen.

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