WEC-Hypercar von Ford: Motor läuft schon auf Prüfstand
Zur Saison 2027 will Ford in die Hypercar-Klasse der Sportwagen-WM (FIA WEC) einsteigen. In einer Video-Konferenz, an der SPEEDWEEK.com teilnahm, gab Programm-Manager Dan Sayers spannende Updates.
Die WEC startet am 19. April in Imola in die Saison 2026 – doch viele Blicke gehen auch schon auf das nächste Jahr 2027. Denn dann will auch Ford in die Hypercar-Klasse der WM einsteigen. Um für das Programm gerüstet zu sein, laufen die Vorbereitungen bei Ford bereits auf Hochtouren. Seit Mitte 2025 ist bekannt, dass Ford ein Hypercar nach LMDh-Regeln auflegt. Beim Chassis arbeiten die Amerikaner mit Oreca aus Frankreich zusammen. Oreca ist bereits Chassis-Partner von Acura, Alpine und Genesis.
«Sie operieren sehr unabhängig. Wir haben keinen Einblick darauf, was sie zuvor gemacht haben - lediglich Bilder, die während der Rennveranstaltungen gemacht werden. Alles ist komplett isoliert. Oreca arbeitet richtig professionell», erklärt Ford-Programm-Manager Dan Sayers während einer einer Video-Konferenz, an der auch SPEEDWEEK.com teilnahm. «Ford will aber auch, dass das Hypercar einen Ford repräsentiert. Somit gibt es in Bezug auf die Aerodynamik und das Aussehen sehr viel Input von unserem eigenen Studio/Team.»
Angetrieben wird das (derzeit noch namenlose) Ford-Hypercar von einem 5,4 Liter-V8-Motor. Im Gegensatz zum Chassis wird das Aggregat komplett intern bei Ford entwickelt. «Der Motor läuft bereits auf unserem Prüfstand. Dabei gehen wir gerade durch die grundlegenden Kalibrierungsaufgaben. Alles klappt bislang ganz gut», verrät Sayers. «Auch das Hybridsystem war bereits auf dem Motorenprüfstand. Es ist natürlich ein Einheitensystem, doch Dinge wie die Software-Kommunikation oder Verkabelung müssen natürlich ans Arbeiten gebracht werden.» Motor und Hybridsystem wären bislang noch nicht zusammen in Betrieb gewesen, jedoch soll das in den kommenden Wochen passieren.
Tests zuerst in Europa und danach in Nordamerika
Im dritten Quartal 2026 sollen dann die Testfahren beginnen. «In den ersten Monaten werden wir uns auf europäische Strecke fokussieren und auch einen 30-Stunden-Test durchführen, bevor wir nach Amerika gehen, um die Testarbeit abzuschließen», so Sayers. «Der Plan ist, wahrscheinlich Anfang des neuen Jahres einen weiteren 30h-Test zu machen. Von den nordamerikanischen Strecken ist beispielsweise Sebring gut zum Testen der Haltbarkeit. Wir planen, dort auch einen Langstreckentest zu machen.»
Drei Piloten schon fix
Mit dem ehemaligen F1-Piloten Logan Sargeant, dem jungen Briten Sebastian Priaulx und Mike Rockenfeller stehen bereits drei der sechs Piloten fest. Rockenfeller ist jedoch der bislang einzige Fahrer mit Erfahrungen im Prototypensport. «Mit Logan, Seb und Mike haben wir bereits einen guten Mix aus Erfahrung, Jugend und Speed», meint Sayers. «Für die restlichen Plätze sprechen wir aktuell mit vielen Piloten. Darunter sind natürlich auch welche mit Hypercar-Erfahrung.» Bis der Kader komplett verkündet ist, wird es aber wohl noch bis Ende des Jahres dauern.
Im Gegensatz zu anderen Herstellern arbeitet Ford nicht mit einem externen Dienstleister für die Fahrzeugbetreuung zusammen, sondern baut ein eigenes Werksteam auf. Dieses wird auf Ingenieurseite von Venture Engineering unterstützt. An deren Standort in Großbritannien werden die Fahrzeuge zwischen den Rennen auch stationiert. «Die Autos operieren von dort. An der Anlage gab es zuletzt einige kleine Anpassungen, sodass wir einen eigenen privaten Ford-Bereich haben.»
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