Vorteile für Ducati, Honda, Yamaha? Pirelli-Rennchef bleibt bei den Fakten
Nach dem Brünn-GP testeten die fünf Hersteller mit einigen MotoGP-Stammfahrern auf gleicher Strecke. Pirelli-Rennchef Giorgio Barbier verrät, wer besonders professionell und fokussiert arbeitet.
Am 22. Juni gingen in Brünn/Tschechien erstmals einige MotoGP-Stammfahrer mit nächstjährigen Maschinen mit 850-ccm-Motor, beschnittener Aerodynamik, ohne höhenverstellbares Fahrwerk und mit Pirelli-Reifen gemeinsam auf die Strecke. Für Ducati waren Weltmeister Marc Marquez und Fermin Aldeguer im Einsatz, Aprilia ließ Marco Bezzecchi und Raul Fernandez testen. Joan Mir und Luca Marini rückten für Honda aus, für Yamaha spulten Toprak Razgatlioglu und Augusto Fernandez Testkilometer ab. KTM war mit Pedro Acosta, Dani Pedrosa und Pol Espargaro dabei.
Der Brünn-Test war nicht nur für die Hersteller eine wichtige Standortbestimmung, sondern auch für den zukünftigen Reifenmonopolisten Pirelli, der ab der nächsten Saison Michelin in der Premier-Class ablöst. Heiße Bedingungen sorgten dafür, dass es für alle Beteiligten sofort ans Limit ging.
Pirelli hat als Ausrüster der Superbike-WM und ihrer Rahmenkategorien in über zwei Jahrzehnten erstaunliche Arbeit geleistet, Ducati, Honda und Yamaha kennen die Reifen aus Mailand durch ihre Engagements in den seriennahen Weltmeisterschaften bestens. Aprilia, mit Max Biaggi 2010 und 2012 sowie mit Sylvain Guintoli 2014 Superbike-Weltmeister, war zuletzt 2018 mit Werksunterstützung bei den Superbikes involviert, KTM noch nie.
Heute ist jeder daran gewöhnt, dass alle das gleiche Material haben.giorgio barbier
Barbier: «Es wurde sehr kompliziert»
«Als es in der Superbike-WM erstmals Einheitsreifen gab, herrschten große Unterschiede zwischen den Herstellern», holte Pirelli-Rennchef Giorgio Barbier im Exklusiv-Interview von SPEEDWEEK.com etwas aus. «Das lag daran, weil die bis dahin involvierten zwei Marken für jeden Hersteller spezielle Reifen bauten. Oder sogar Prototypen für jeden Fahrer im Team – es wurde sehr kompliziert. Heute fahren alle mit den gleichen Spezifikationen, weil es auch in der MotoGP schon länger Einheitsreifen gibt. Heute ist jeder daran gewöhnt, dass alle das gleiche Material haben, das hilft uns im Entwicklungsprozess.»
Dieser sieht wie folgt aus: «Wir stellen allen Herstellern verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung und entscheiden uns anschließend, welche Bandbreite wir später nutzen werden. Deshalb war
Noch lassen sich keine Vorteile ausmachen
Haben Ducati, Honda und Yamaha einen Vorteil, weil sie mit Pirelli-Reifen vertraut sind? Passt ein Motorrad besonders gut zu den neuen Einheitsreifen? «Das lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt der Vorbereitung noch nicht sagen», so Barbier. «Was ich aber sehe, ist, dass die Ingenieure und Mechaniker, die Teams insgesamt, auf sehr hohem Niveau arbeiten. Allen voran die Testteams von KTM und Ducati, mit ihnen arbeite ich sehr gerne, weil sie auf dem höchsten Wissensstand sind. Sie wissen, was zu tun ist und sind fokussiert. Wenn sie etwas an der Aerodynamik, Elektronik oder mit den Reifen testen wollen, dann konzentrieren sie sich darauf. Sie versuchen nicht verschiedene neue Dinge gleichzeitig – das ist wichtig. Ihre Testfahrer bringen die entsprechende Attitüde mit, sie wissen, was sie zu tun haben. Diese Professionalität hilft uns bei unserer Arbeit sehr.»
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