Lewis Hamilton kritisiert nach Strafe: «Die Ferrari-Taktik war ein Fehler»
Ferrari war in Ungarn aufgrund des Rennverlaufs dazu gezwungen, zum Schluss des Grand Prix aggressiv vorzugehen. Das ging schief. Lewis Hamilton stellt die Rennstrategie von Ferrari in Frage.
Lewis Hamilton ist beim Grossen Preis von Ungarn nur Fünfter geworden, weil er eine Zeitstrafe von fünf Sekunden erhalten hat. Grund: zu schnell in der Boxengasse, um jämmerliche 0,1 km/h.
Ferrari stand im entscheidenden Moment dieses Grand Prix unter enormem Druck. Charles Leclerc konnte die gute Ausgangslage von Startplatz 2 nicht in die Führung umsetzen, fiel sogar auf den fünften Rang zurück, der nach der Quali von P2 auf P5 strafversetzte Hamilton rückte daher um einen Rang vor, Platz 4 nach wenigen Kurven.
Zwischenbilanz: Statt als Führende den WM-Lauf zu kontrollieren, war Ferrari bereits im Hintertreffen.
Gegen Ende des Rennens dann eine virtuelle Safety Car-Phase (VSC) und Ferrari holte beide Fahrer an die Box. Die Denke dabei: Weniger Zeitverlust als bei einem Stopp unter Grün, frische Walzen, daher eine Chance, sich mit weichen Reifen auf die Gegner zu werfen – und damit Verstappen auf P2 zu jagen.
Aber ganz entscheidend für dieses Vorgehen aus Sicht von Hamilton war, beim Stopp unter VSC vor Kimi Antonelli zurück auf die Bahn zu kommen.
Das Risiko war gross, denn der Vorsprung von Hamilton auf Antonelli lag bei nur 12 Sekunden. Im Wissen, dass Kimi nahte, versuchte Hamilton alles, um so schnell als möglich auf die Bahn zurückzukommen. Er wusste auch: Der Stopp war mässig gewesen, 2,9 Sekunden lang.
Hamilton rollte die Boxengasse hinunter, links unten nahte auf der Start/Ziel-Geraden mit Karacho Antonelli. Dann machte Hamilton den Fehler, den Knopf zum Ausschalten des Tempo-Begrenzers ein ganz klein wenig zu früh zu drücken.
Letztlich lag die Verletzung der Höchstgeschwindigkeit gemäss FIA nur bei 0,1 km/h, aber eine Strafe war dennoch unausweichlich.
Hamilton kam auf die Bahn zurück und ging innen an Antonelli vorbei, der monierte sofort am Funk: «Also ich glaube, ich hatte die Nase vorn.»
Ferrari-Star Hamilton gab den Platz nach Kurve 1 preis, aber da war der Schaden mit der Tempo-Überschreitung schon angerichtet.
Hamilton nimmt’s auf seine Kappe und sagt: «Das Auto in Silverstone zu früh zucken zu lassen beim Start, mein Fehler. Kollision mit Russell in Spa, mein Fehler. Knopf in Ungarn zu spät gedrückt, mein Fehler. Letztlich war es ein Fehler, das mit den weichen Reifen zu versuchen. Wir hätten auf der Bahn bleiben sollen.»
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