Andrea Stella über Lando Norris: Renn-Götter waren nicht auf unserer Seite
Manchmal hilft einem Formel-1-Piloten ein Safety-Car – und manchmal verbaut es das Rennen. Lando Norris (McLaren) erwischte in Madrid ein unglückliches VSC-Timing, verlor so die Chance auf den Sieg.
Was für ein bitteres Spanien-Rennen für Lando Norris und sein McLaren-Team! Der Brite hatte sich am Samstag mit einer Fabelrunde überraschend die Pole-Position gesichert. Im Rennen am Sonntag konnte er beim Start seine Führung behaupten. Es sah alles nach einem erfolgreichen Abschluss des Wochenendes aus – bis Lance Stroll (Aston Martin) in Runde 14 in Kurve 20 zum Stehen kam und eine gelbe Flagge auslöste. Zur Bergung des Autos wurde eine Runde später eine Virtuelle Safety-Car-Phase gestartet.
Norris wurde zum VSC-Opfer
Und hier kam es zur entscheidenden Wende für Norris: Seine Konkurrenten Kimi Antonelli (Mercedes) und Max Verstappen (Red Bull Racing) bogen schnell zum Boxenstopp ab. Antonelli reagierte sogar superschnell, fuhr quasi direkt mit VSC-Beginn in die lange Boxengasse des Madring ein. Lando Norris war da knapp vorbei, kam erst eine Runde später rein, als das VSC gerade endete. Den Zeitvorteil genoss er also nicht mehr. Außerdem hakte es vorne rechts beim Reifenwechsel. Der Stopp dauerte mit sieben Sekunden also knapp fünf Sekunden länger als üblich. Norris kam als Fünfter wieder raus.
Zum Ende des Rennens reichte es immerhin noch für Platz 3 und damit ein Podium. Haben Norris und McLaren den Sieg verschenkt? Sogar Mercedes-Pilot und Sieger Kimi Antonelli musste nach dem Rennen zugeben: Eigentlich hätte Norris den Sieg verdient gehabt.
Stella: Norris war der schnellste Fahrer
McLaren-Teamchef Andrea Stella sagte nach dem Rennen: «Es ist ein Tag mit gemischten Gefühlen, aber wir gehen mit hoch erhobenem Kopf und einem Lächeln im Gesicht. Lando war der schnellste Fahrer auf der Strecke und hätte den Sieg absolut verdient gehabt. Unser Tempo war phänomenal, insbesondere auf einer Rennstrecke, auf der wir nicht damit gerechnet hatten, so stark zu sein.» McLaren hatte sich in den Trainings, vor allem am Freitag, schwergetan.
Stella: «Leider haben uns Faktoren, die völlig außerhalb unserer Kontrolle lagen, insbesondere der Zeitpunkt des Virtuellen Safety-Cars, den Sieg gekostet. Wir haben alle Optionen geprüft, aber die Umstände ließen uns keine tragfähige alternative Strategie. Es ist frustrierend, wenn man die Leistung zum Sieg hat und die Renn-Götter nicht auf deiner Seite stehen, aber wir nehmen es gelassen hin.»
Rennen gibt Selbstvertrauen
Der italienische Ingenieur versucht, es positiv zu sehen: «Das Positive ist der klare Beweis, dass unser Auto konkurrenzfähig ist und an der Spitze mithalten kann. Das Team hat das ganze Wochenende über hervorragende Arbeit geleistet, um dieses Leistungsniveau zu erreichen, und das gibt uns großes Selbstvertrauen für die kommenden Rennen. Wir verkürzen den Rückstand in der WM und haben bewiesen, dass wir sonntags eine Gefahr darstellen können.»
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