Rolf Enz (Swiss Moto) kandidiert für Exekutivrat von Swiss Olympic
Eine Allianz nationaler Sportverbände unterstützt die Kandidatur von Rolf Enz, einen Vertreter des Motorradsports, für den Einsitz in den Exekutivrat des Schweizer Sport-Dachverbandes Swiss Olympic.
Swiss Olympic ist der Dachverband des Schweizer Sports, dem mehr als 80 nationale Sportverbände angehören und damit die Interessen von rund 2 Mio. Sportlern vertritt, die in 18.000 Vereinen organisiert sind. Zur Förderung von Leistungs- und Breitersport sowie zur Interessenvertretung hat Swiss Olympic ein Budget von 115,6 Mio. Franken, das sich aus Einnahmen der Lottogesellschaften, Beiträgen des Bundes, Sponsoring und Beteiligungszahlungen des Internationalen Olympischen Komitees zusammensetzt. Rund 80 % der Einnahmen gibt Swiss Olympic als Förderbeiträge an die nationalen Sportverbände weiter.
Was das alles mit dem Motorradsport zu tun hat, wird sich der SPEEDWEEK-Leser fragen. Nun, Swiss Olympic unterstützt auch den nationalen Motorradsport-Verband Swiss Moto mit jährlich rund 122.000 Franken. Dieser Beitrag ist an Bedingungen wie eine strukturierte Nachwuchsförderung geknüpft.
Die Gesamtverantwortung für die operative Führung und Ausrichtung von Swiss Olympic ist die Aufgabe des 15-köpfigen Exekutivrates. Nun tritt Ruth Wipfli Steinegger, die im Exekutivrat von Swiss Olympic den Verband Swiss Tennis vertritt, ihren Rücktritt bekannt gegeben. Am 20. November wählt das Sportparlament von Swiss Olympic (gebildet aus 516 Stimmrechten) einen Nachfolger.
Für ebendiesen Sitz kandidiert nun Rolf Enz (59), ehemaliger Enduro-Rennfahrer und heute Geschäftsführer des Motorrad-Landesverbandes Swiss Moto. Der Aero-Club der Schweiz AeCS, der Schweizer Unterwasser-Sport-Verband SUSV, der Eidgenössische Schwingerverband, die Swiss Wrestling Federation, der Schweizer Schachbund und Auto Sport Schweiz tragen diese Kandidatur offiziell mit.
Rolf Enz will die operative Realität der kleinen und mittleren Sportverbände stärker in den Exekutivrat einbringen, dort, wo die strategischen Entscheide für den Schweizer Sport gefällt werden. «Kleine und mittlere Verbände sind kein Randsegment des Schweizer Sports. Ihre Bedeutung muss sich auch in dessen strategischer Führung angemessen widerspiegeln», sagt dazu Enz. «Ich möchte ihre Erfahrungen und Anliegen direkt in den Exekutivrat einbringen – konstruktiv, lösungsorientiert und mit Blick auf den gesamten Schweizer Sport.»
Enz versteht seine Kandidatur ausdrücklich nicht als Opposition zu bestehenden Strukturen,
Verbandsgruppen oder Sportarten. Sie soll den Exekutivrat konstruktiv um eine Perspektive ergänzen, die heute nur begrenzt vertreten ist: die tägliche operative Verantwortung in einem mittleren, nicht-olympischen Sportverband.
Enz’ Kandidatur wurde von Beginn an gemeinsam mit weiteren Sportverbänden entwickelt, mehr als 25 nationale Sportverbände sind in den Dialog einbezogen, bei dem Vertreter unterschiedlicher Sportarten und Verbandsgrössen die Herausforderungen und Erwartungen an eine stärkere Vertretung kleinerer und mittlerer Verbände im Exekutivrat diskutierten. Die Gespräche zeigen eine breite Resonanz: über verschiedene Sportarten und Verbandsgrössen
hinweg besteht das Bedürfnis nach mehr Praxisnähe, Verhältnismässigkeit und einem direkteren Zugang zur strategischen Führungsebene. Auch grössere Verbände erachten es als
wichtig, die Perspektive der kleinen und mittleren Organisationen stärker einzubeziehen. Würde Enz gewählt, wäre es das erste Mal, dass ein Vertreter des Motorradsports im Exekutivrat Einsitz nimmt.
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