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Sam Sunderland: In 19 Tagen um die Welt

Der frühere Rallye-Fahrer und zweifache Dakar-Sieger Sam Sunderland will auf einer Triumph Tiger 1200 in 19 Tagen um die Welt fahren und damit einen bestehenden Rekord schlagen.

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Die Publicity ist Sunderland gegönnt, doch ihr Schweizer SPEEDWEEK-Autor hat da Einwände. Doch der Reihe nach: Der offizielle Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde für die schnellste Motorrad-Weltumrundung gehört dem britischen Ehepaar Kevin und Julia Sanders. Vom 11. Mai bis 22. Juni 2002 umrundeten sie auf einer BMW R1150GS die Erde in 19 Tagen, 8 Stunden und 25 Minuten. Sie legten dabei 31.319 km zurück und fuhren durchschnittlich etwa 1.600 km pro Tag.

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Da Guinness World Records aus Sicherheitsgründen die Kategorie für transkontinentale Geschwindigkeitsrekorde auf öffentlichen Straßen kurz darauf schloss, gilt ihre Zeit bis heute als die offiziell eingetragene Guinness-Bestmarke, die es zu schlagen gilt.

Da stellt der aufmerksame SPEEDWEEK-Leser sogleich fest: Das Ehepaar Sanders war aber 42 Tage unterwegs. Richtig, während der unvermeidbaren Fähr- und Luftfrachtpassagen zwischen den Kontinenten wird die Zeit angehalten.

Diese Regel galt auch bei der Weltumrundung von Urs «Grizzly» Pedraita, der die Welt ab dem 3. August 2014 auf einer präparierten Victory Cross Country in 16 Tagen, 12 Stunden und 19 Minuten umrundete und dabei 24.741 km zurücklegte. Am 6. Mai 2018 startete die Schweizerin Isa Müller auf einer BMW S1000R und war nach 23.120 km und 17 Tagen und 7 Stunden wieder am Ausgangspunkt. Sie gilt damit als die schnellste Frau, die je per Motorrad um die Welt fuhr.

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Aktueller: Ende 2015 Ende 2025 schafften die Kanadier Ryan Kluftinger und Connor Bondlow mit dem Kameramann Edwin El Bainou auf dem Beifahrersitz die Umrundung in 16 Tagen, 23 Stunden und 27 Minuten, wobei die Stoppuhr nie angehalten wurde. Jedoch fuhren sie nicht mit den gleichen Motorrädern um die Welt, sondern es standen nach jeder Flugpassage zwei vorbereitete Ducati Multistrada V4 Rally bereit. Ebenso wählten sie eine Route mit schnellstmöglichen Flugverbindungen zwischen den Kontinenten, was eine Strecke von 21.059 km ergab. Diese Unternehmung ist auf unter dem Titel «Yalla Habibi!» auf dem YouTube-Kanal FortNine filmisch dokumentiert.

Damit kämen wir spät, aber doch, wieder zu Sunderland. Er ist am 5. September um 3:30 Uhr morgens am Royal Observatory im Londoner Stadtteil Greenwich gestartet, um die Bestmarke von Kevin und Julia Sanders aus dem Jahr 2002 (ebenjene 19 Tage, 8 Stunden und 25 Minuten) zu unterbieten.

Während Werbefotos im Vorfeld Sunderland noch mit der aktuellen Triumph Tiger 1200 im Red-Bull-Design zeigten, rollte er mitten in der Nacht auf der nächsten Modellgeneration von Triumph vom Hof. Das bisher noch nicht vorgestellte Modell der Tiger 1200 Rally Explorer zeigt deutliche Überarbeitungen an der Frontpartie, darunter ein neues Doppelscheinwerfer-Design.

Nicht ganz risikolos für den britischen Hersteller: Übersteht das neue Motorrad die Strapazen problemlos, ist es der ultimative Zuverlässigkeitsbeweis. Ein technischer Defekt vor den Augen der Öffentlichkeit wäre hingegen hochgradig suboptimal.

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Sunderland will auf seiner Route über 29.000 km zurücklegen, was einen Tagesschnitt vom gut 1690 km bedingt - was bei einer täglichen Fahrzeit von bis zu 17 Stunden 100 km/h Stundenmittel bedeutet.

Die (damaligen) Guinness-Regeln für die Motorrad-Weltumrundung geben dabei einen strengen Rahmen vor. Sunderland muss ununterbrochen in eine Richtung von West nach Ost reisen, zwei antipodische Punkte auf gegenüberliegenden Seiten der Erde passieren und die gesamte Strecke auf dem gleichen Motorrad absolvieren. Während der Flüge über die Ozeane stoppt die reine Fahrzeitmessung – die Uhr für die Gesamtlogistik läuft jedoch unerbittlich weiter. Für Sunderland wird die schnelle Abwicklung an den Zollstationen der Flughäfen und auch an den Landesgrenzen zu einem entscheidenden Faktor.

Sunderlands Route ist in sechs Abschnitte unterteilt: Die erste Etappe führt von London über Süd- und Osteuropa bis nach Istanbul. Von dort geht es per Luftfracht nach Bangkok (Thailand) und weiter per Motorrad nach Kuala Lumpur (Malaysia). Nach einem weiteren Flug erfolgt die Durchquerung des australischen Kontinents von Perth nach Sydney. Nach einer Etappe über die Nord- und Südinsel Neuseelands wartet der längste Abschnitt: Quer durch Nordamerika von Vancouver nach Montreal. Die Schlussetappe führt schließlich von Casablanca in Marokko über Spanien und Frankreich zurück an den Ausgangspunkt in London.

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Schon im Juli 2025 wollte Sunderland zu dieser Weltumrundung losfahren. Erst vor einigen Monaten erholte sich Triumph-Markenbotschafter Sunderland von einem schweren Trainingssturz mit Wirbelbruch, der den ursprünglichen Zeitplan durchkreuzte. Sollte er mitten im regulären Strassenverkehr das mörderische Tempo durchhalten und von Pannen verschont bleiben, wird er in knapp zwei Wochen zurück in London erwartet.

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