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Ferrari in USA nicht in Rot: Lächerliches Theater

23. Oktober 2022: Carlos Sainz geht im roten Ferrari von Pole-Position in den USA-GP. 4. Oktober 1964: John Surtees geht im Ferrari von Startplatz 2 in den USA-GP. Aber sein Rennwagen ist – Blau-Weiss!

Formel 1

Im Artikel erwähnt



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Um 14.00 Uhr Texas-Zeit (21.00 bei den Formel-1-Fans in Europa) erlischt am Circuit of the Americas die Startampel, und Carlos Sainz wird versuchen, den Vorteil seiner Pole-Position für Ferrari in die Führung umzusetzen. Sein Ferrari wie immer in leuchtendem Rot. Wie immer? Von wegen! Vor 58 Jahren trat Ferrari in Amerika in Blau-Weiss auf!

Schon der Wahnsinn, wie intensiv eine Automarke mit einer Farbe verbunden wird. Seit Jahrzehnten sagen viele Kinder auf der ganzen Welt, wenn sie einen roten Renn- oder Sportwagen sehen, automatisch: "Ferrari." Umso erstaunlicher, dass der legendäre Enzo Ferrari seine Fahrzeuge in einer ganz anderen Farbe antreten liess. Und das kam so.

Unser Foto zeigen den Engländer John Surtees mit seinem Ferrari beim Grossen Preis der USA in Watkins Glen 1964, an einem dieser unverwechselbaren Tage im Indian Summer, wenn sich die Bäume rund um die New Yorker Rennstrecke herrlich verfärben.

Das Ungewöhnliche am Ferrari – er war in den Rennfarben der Vereinigten Staaten unterwegs, also in Weiss und Blau, und unter dem Banner von NART (North American Racing Team).

Grund: Enzo Ferrari hatte sich (wieder mal) mit dem internationalen Automobilklub verkracht, aus Protest trat Ferrari in Amerika nicht im traditionellen Rot an. Genauso war es kurz darauf beim Grossen Preis von Mexiko. Dort wurde Surtees Weltmeister, aber auch nicht mit einem roten Ferrari 158.

Enzo Ferrari und der Verband hatten sich wegen der Homologation des neuen Mittelmotor-Ferrari vom Typ 250 LM gekabbelt. Der Firmengründer war empört, dass der italienische Verband ACI ihn nicht unterstützte, er gab in lächerlicher Theatralik seine Rennlizenz zurück und verkündete kurzerhand, er werde nie wieder im Ferrari-Rot antreten. Natürlich wurde der Streit später beigelegt, und die Ferrari tauchten 1965 wieder in der gewohnten Farbe auf.

Enzo Ferrari hegte seinen Groll schon seit 1962. Damals wollte er das Modell 250 GTO für Einsätze im GT-Sport annehmen lassen. Gemäss des italienischen Verbands mussten zur Homologation hundert Fahrzeuge gebaut werden. Aber die hatte Ferrari nicht bereit. Der listige Enzo führte den Regelhütern eine Reihe von Fahrzeugen vor, dann gab’s einen Kaffee. Währenddessen wurden die Autos in einen anderen Bereich gefahren und nach der Kaffeepause den Funktionären als weitere Fahrzeuge präsentiert. Ob das Mythos oder Wahrheit ist, darüber diskutieren Tifosi bis heute leidenschaftlich.

Aber genau solche Geschichten sind Teil der Faszination Ferrari.

Jedenfalls geht die Geschichte so weiter, dass sich der Verband nicht zwei Mal für dumm verkaufen lassen wollte und dem 250 LM kurzerhand die Homologation verweigerte. Worauf Enzo explodierte und seine Formel-1-Rennwagen umlackieren liess.

Offiziell war nicht Ferrari im Einsatz in den USA und in Mexiko 1964, sondern eben NART. Einsatzleiter war Ferrari-Importeur Luigi Chinetti.

USA-GP: So gehen sie ins Rennen

01. Carlos Sainz (E), Ferrari

02. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing

03. Lewis Hamilton (GB), Mercedes

04. George Russell (GB), Mercedes

05. Lance Stroll (CDN), Aston Martin

06. Lando Norris (GB), McLaren

07. Valtteri Bottas (FIN), Alfa Romeo

08. Alex Albon (T), Williams

09. Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing

10. Sebastian Vettel (D), Aston Martin

11. Pierre Gasly (F), AlphaTauri

12. Charles Leclerc (MC), Ferrari

13. Kevin Magnussen (DK), Haas

14. Fernando Alonso (E), Alpine

15. Daniel Ricciardo (AUS), McLaren

16. Mick Schumacher (D), Haas

17. Nicholas Latifi (CDN), Williams

18. Guanyu Zhou (RC), Alfa Romeo

19. Yuki Tsunoda (J), AlphaTauri

Aus der Boxengasse

Esteban Ocon (F), Alpine

Qualifying, USA

01. Carlos Sainz (E), Ferrari, 1:34,356

02. Charles Leclerc (MC), Ferrari, 1:34,421

03. Max Verstappen (NL), 1:34,448

04. Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing, 1:34,645

05. Lewis Hamilton (GB), Mercedes, 1:34,947

06. George Russell (GB), Mercedes, 1:34,988

07. Lance Stroll (CDN), Aston Martin, 1:35,598

08. Lando Norris (GB), McLaren, 1:35,690

09. Fernando Alonso (E), Alpine, 1:35,876

10. Valtteri Bottas (FIN), Alfa Romeo, 1:36,319

11. Alex Albon (T), Williams, 1:36,368

12. Sebastian Vettel (D), Aston Martin, 1:36,398

13. Pierre Gasly (F), AlphaTauri, 1:36,740

14. Guanyu Zhou (RC), Alfa Romeo, 1:36,970

15. Yuki Tsunoda (J), AlphaTauri, 1:37,147

16. Kevin Magnussen (DK), Haas, 1:36,949

17. Daniel Ricciardo (AUS), McLaren, 1:37,046

18. Esteban Ocon (F), Alpine, 1:37,068

19. Mick Schumacher (D), Haas, 1:37,111

20. Nicholas Latifi (CDN), Williams, 1:37,244

17. Daniel Ricciardo (AUS), McLaren, 1:37,046

18. Esteban Ocon (F), Alpine, 1:37,068

19. Mick Schumacher (D), Haas, 1:37,111

20. Nicholas Latifi (CDN), Williams, 1:37,244

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